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Beetzsee Seit 20 Jahren feiert Pritzerbe unter einem verrückten Motto
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09:19 28.07.2019
Seit 20 Jahren wird in Pritzerbe die Havel flambiert. Pyrotechniker Heiko Schulz ist der Mann hinter dem Feuerwerk. Mit vielen Helfern bereitet er das krachende Spektakel vor. Quelle: Frank Bürstenbinder
Pritzerbe

Schöner konnte es nicht funktionieren. Der abflauende Westwind und die Strömung der talabwärts fließenden Havel hielten sich die Waage, als hunderte Schwimmkerzen die Wasseroberfläche vor der Pritzerber Ablage in ein Lichtermeer verwandelten. Wie die Sterne des Universums umkreisten die von Bernd Flierl selbst gegossenen Leuchtmittel mit kaum merklichem Tempo die meterhohen Flammen eines auf einem Ponton aufgeschichteten Holzhaufens. Genau dort, wo der Fluss einen heftigen Knick macht.

Am Pritzerber Havelufer wimmelt es vor Menschen, wenn der abendliche Höhepunkt des einzigartigen Stadtfestes bevorsteht.

Punkt 22 Uhr war es am Samstagabend wieder soweit. Unter den erwartungsfrohen Augen von über 1000 Gästen gaben die Pritzerber Veranstalter den Startschuss für das größte Spektakel, dass das alte Schiffer- und Fischerstädtchen jeden Sommer erlebt. Die Havel wird flambiert! Ein verrücktes Motto, dass sich die Macher der 1050-Jahr-Feier von 1998 ausdachten. Zwischen den Ständen auf der Havelstraße wimmelte es ebenso vor Menschen, wie auf der Tanzfläche und an der Kaimauer der Ablage.

Die Pyrotechnik für das Feuerwerk wird abgeladen. Quelle: Frank Bürstenbinder

„Wir wollten nach dem tollen Stadtjubiläum einen neuen Höhepunkt schaffen. Es gab den Rhein und den Wannsee in Flammen. Also kamen wir auf die flambierte Havel. Ein Jahr später war Premiere. Ich bin sehr froh, dass es die Veranstaltung heute noch gibt“, sagte Franz Lorenz, ehemaliger Vorsitzender der Pritzerber Kulturerben der MAZ. Hinter diesem einzigartigen Stadtfest stehen viele Helfer und Unterstützer.

Die Havel wird flambiert. Quelle: Frank Bürstenbinder

Seit 20 Jahren dabei ist Heiko Schulz, der mit seinem Team für den Augen- und Ohrenschmaus über der Havel sorgt. Hinter dem Pyrotechniker aus Pritzerbe liegen tagelange Vorbereitungen, bevor die ersten Feuerwerkskörper am Himmel explodieren können. Der Aufwand ist enorm. Die Choreografie wird am Computer komponiert. Die Abfolge der Effekte muss zur Begleitmusik passen. Auch sind die Vorlaufzeiten zu beachten. Zweieinhalb bis dreieinhalb Sekunden brauchen die unterschiedlichen Böller von der Zündung bis zum bunten Regen.

Zur flambierten Havel verwandelt sich die Ablage in eine Tanzfläche. Quelle: Frank Bürstenbinder

Was dann folgt ist stundenlange Kleinarbeit. Es wird verdrahtet, nummeriert und verpackt. Jede Batterie, jede Kugelbombe, jeder Single-Shot muss mit der akkubetriebenen Zündanlage verbunden werden. „In diesem Jahr sind rund zwei Kilometer Draht zusammengekommen. Bei ganz großen Veranstaltungen sind es schon mal zehn Kilometer“, berichtet Schulz. Mit Gas betriebene Flammensäulen sorgen für zusätzliche Effekte. Das alles wurde in diesem Jahr erstmals auf einem neu konstruierten Schwimmsteg aufgebaut, der am Kützkower Ufer seinen Platz hatte.

Feuerwerk der Farben

Dass Schulz und sein Team auch in diesem Jahr wieder professionelle Arbeit ablieferte, bekam das Publikum an Land und auf dem Wasser zu sehen, als das Startsignal für die Zündanlage von Pritzerber Seite per Funk ausgelöste wurde. Es folgte ein Feuerwerk der Farben, deren Glitzerfunken sich auf der Havel spiegelten. Erst im ruhigen Takt, dann immer schneller, wie zu Cordula Grün, bis zum grandiosen Finale. Die Menge applaudierte begeistert, bevor weiter das Tanzbein geschwungen wurde. 20 Jahre flambierte Havel und keine Spur von Langeweile.

Von Frank Bürstenbinder

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