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Beetzsee Solidarität mit den Drahtziehern
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Solidarität mit den Drahtziehern
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13:12 25.05.2018
Videobotschaft von Marco Beckendorf (Linke), Bürgermeister der Gemeinde Wiesenburg/Mark. Er fordert von Christopher Mapes, Lincoln Electric, den Erhalt der Drahtzieherei Wiesenburg und Brielow Quelle: Dirk Fröhlich
Wiesenburg/Brielow

Noch bleibt ein Funken Hoffnung für die Zukunft des Schweißdrahtes aus Brielow und Wiesenburg. Das schätzt zumindest Marco Hauer ein. Wie der Verwaltungsleiter und Vorsitzende des Betriebsrates in Personalunion erklärt, gebe es stabile Nachfrage nach den Produkten, die im Maschinen-, Schiff- und Autobau zum Einsatz kommen. Mehr noch: Eine Hand voll Interessenten aus dem In- und Ausland habe sich seit Bekanntwerden der für Sommer geplanten Schließung der Werke gemeldet, berichtet er.

„Die Voraussetzung ist freilich, dass Lincoln Electric überhaupt bereit ist, die selbst nicht mehr benötigten Produktionsstätten und Anlagen zu einem vertretbaren Preis zu veräußern“, sagt Marco Hauer. Unterstützt von Günter Baaske (SPD), dem Wahlkreisabgeordneten im Landtag Brandenburg, soll es Gespräche im Wirtschaftsministerium zur Perspektive für die beiden Drahtziehereien geben.

80 Beschäftigte von Arbeitslosigkeit bedroht

Vor zwei Wochen hatte der US-Konzern, der erst seit einem Jahr der Eigentümer ist, das Aus für die hiesigen eigentlich profitablen Standorte zum 15. Juli angekündigt. Noch effektiver könne er im europäischen Ausland produzieren, hieß es zur Begründung. Insgesamt mehr als 80 Beschäftigten droht damit im Sommer der Gang in die Arbeitslosigkeit.

„Wenn erst einmal Stillstand herrscht oder die Mitarbeiter sich anderenorts orientiert haben, wird es schwer wieder etwas in Gang zu bringen“, sagt Marco Beckendorf (Die Linke). Der Bürgermeister der Gemeinde Wiesenburg/Mark hat deshalb am Pfingstmontag – mit professioneller Unterstützung des ortsansässigen Filmemachers Malcolm St. Julian Bown – eine Videobotschaft gedreht.

Darin wendet er sich an den amerikanischen Firmenchef, Christopher Mapes, und fordert ihn auf, die Entscheidung gegen den Fortbestand der Traditionsbetriebe zu überdenken. Ob das den Boss beeindrucken oder gar umstimmen wird, mag fraglich sein. „Die Verbreitung des Films via Internet und die hoffentlich große Unterstützung in den Sozialen Netzwerken hält den Fall jedoch zumindest im Gespräch“, so der Rathauschef.

Protestvideo kursiert jetzt im Internet

Das Skript zu dem Dreh entstammt seiner Feder. Nancy Fröhlich und Heidrun Jöchen standen beratend zur Seite. Nach dem Schnitt des Materials ist die Veröffentlichung des Clips jetzt erfolgt.

Solidarität leistet die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Wieder einmal zeigt sich, dass in einigen Unternehmen leider noch immer die Losung ’Marge statt Mensch’ lautet.“, hat sie sich über die Entwicklung empört. Trotz guter Zahlen, sollen die Menschen, die den Erfolg über Jahre erarbeitet haben, ihre Jobs und damit ihre Lebensgrundlage verlieren“ kritisierte Stefanie Jahn, die Erste Bevollmächtigte der Gewerkschaft in Potsdam.

IG Metall sagt Unterstützung zu

Sie will vor Ort bei Investorensuche und Strategiefindung helfen. „Die Kollegen leisten qualitativ hochwertige Arbeit. Sie sind nach unserem Kenntnisstand hochmotiviert und wollen für ein Zukunftskonzept kämpfen.“ Auch sei laut Stefanie Jahn das riesige Know-How der Beschäftigten ein herausragender Standortvorteil.

„Das alles zusammen ist eine gewissermaßen paradiesische Ausgangslage für Investoren, die Nachhaltigkeit und wirtschaftlichen Erfolg nach sich zieht“, sagt sie und fordert den bisherigen Eigner auf, sich der gesellschaftlichen Verantwortung zu stellen.

Von René Gaffron

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