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Beetzsee Steigende Baupreise machen Klärwerk teurer
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Steigende Baupreise machen Klärwerk teurer
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09:44 26.04.2019
Die Roskower Kläranlage ist schon wieder zu klein geworden. Eine vierte Ausbaustufe wird deutlich teurer als geplant. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Roskow

Überdimensionierte Klärwerke? Davon kann in Roskow keine Rede sein. Die Mitte der 1990er-Jahre an der mittelmärkisch-havelländischen Kreisgrenze errichtete Anlage steht vor ihrer vierten Ausbaustufe. Rund zwölf Millionen Euro wollte der Wasser- und Abwasserverband Havelland (WAH) ursprünglich in die Hand nehmen, um die Kapazität zu erweitern. Doch das Projekt wird im Ergebnis der Ausschreibungsphase deutlich teurer als geplant. Das hat Verbandsvorsteher Thomas Seelbinder auf der Verbandsversammlung am Donnerstag in Roskow angekündigt.

Zwischenlösung verworfen

Die Erweiterung könnte wegen der dramatisch gestiegenen Baupreise am Ende bis zu 19 Millionen Euro kosten. „Die Folge ist eine höhere Kreditaufnahme und eine steigende Zinsbelastung für den Verband“, kündigte Seelbinder an. Eine Nachbewilligung von Fördermitteln, die 5,8 Millionen Euro ausmachen, ist dagegen nicht in Sicht. Deshalb wird ein Nachtragswirtschaftsplan fällig. Eine kurzzeitig ins Auge gefasste Verschiebung der Großinvestion kommt für die Verbandsführung jedoch nicht in Frage. Alternative wäre eine bauliche Zwischenlösung, die jedoch rund sechs Millionen Euro kosten würde. „Danach wäre trotzdem eine Erweiterung nötig werden. Und die Baupreise steigen weiter“, begründete Seelbinder das Festhalten an der vierten Ausbaustufe seit 1995.

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Rekordjahrfür Verband

Außer in Roskow betreibt der WAH zwei weitere Kläranlagen in Nauen und Ribbeck. Noch nie wurde so viel Schmutzwasser angeliefert wie im vergangenen Jahr. Insgesamt registrierten die Zählwerke über zwei Millionen Kubikmeter behandeltes Schmutzwasser. Die Zahl ist nur ein Beleg für den starken Bevölkerungsanstieg im Verbandsgebiet – vor allem im osthavelländischen Speckgürtel zu Berlin und Potsdam. Ein Rekordjahr erlebte der von den Städten Ketzin und Nauen sowie von den Gemeinden Päwesin, Beetzseeheide, Roskow, Groß Kreutz (Havel), Wustermark und Brieselang getragene Verband auch beim Trinkwasser. Die anhaltenden Einwohnerzuzüge und die Trockenheit trieben den Verbrauch auf noch nie dagewesene 2,5 Millionen Kubikmeter.

Von Frank Bürstenbinder