Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Beetzsee „Schlimm, sterbende 16-Jährige unter Wrack hervorzuziehen“
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee „Schlimm, sterbende 16-Jährige unter Wrack hervorzuziehen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:11 11.07.2018
Die Unfallstelle in Roskow war drei Stunden für den Durchgangsverkehr gesperrt. Quelle: Julian Stähle
Anzeige
Roskow

„Es ist schlimm, ein sterbendes 16-jähriges Mädchen unter einem Autowrack hervorziehen zu müssen. Dieser Unfall wird unsere Kameraden noch lange beschäftigen“, ist Falk Möhler überzeugt. Der Wehrführer der Gemeinde Roskow leitete am späten Dienstagabend den dramatischen Einsatz von Feuerwehrleuten aus Roskow, Weseram, Lünow, Päwesin und Riewend. Diese müssen die traumatischen Belastungen nach der Tragödie mit einer toten Jugendlichen und einem schwer verletzten jungen Mann erst noch verarbeiten. Zwei Seelsorger unterstützten die geschockten Helfer bereits an der Einsatzstelle. „Doch als Feuerwehrleute müssen wir damit fertig werden, auch schwierige Fälle abzuarbeiten“, sagte Möhler. Was war geschehen?

Betrunken ist ein 20-Jähriger durch Roskow gerast. Das Auto krachte in drei Bäume und wurde in zwei Teile zerrissen. Seine 16-jährige Beifahrerin wurde aus dem Fahrzeug geschleudert – sie starb noch an der Unfallstelle.

Von der Fahrbahn abgekommen

Es passierte kurz vor Mitternacht, als ein 20-jähriger Autofahrer aus Richtung Gutenpaaren kommend, den Roskower Ortseingang durchfuhr. Auf dem Beifahrersitz seine 16 Jahre alte Begleiterin. Nach Angaben der Polizeidirektion West kam der Fahrer beim Durchfahren der ersten Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn ab. Sein Ford Focus stieß nacheinander mit drei Straßenbäumen zusammen. Der zweite Aufprall war so groß, dass der Pkw in zwei Teile gerissen wurde. Am dritten Baum kam das Wrack schließlich zum Stehen.

Anzeige

Inzwischen steht fest, dass es sich bei dem Unfallverursacher um einen jungen Mann aus Roskow handelt. Er wurde in den Trümmern eingeklemmt und erlitt schwere Verletzungen. Nach seiner schwierigen Bergung mit hydraulischem Rettungsgerät brachte ihn ein nachtflugtauglicher Rettungshubschrauber in eine Berliner Klinik. Für seine unter dem Autowrack begrabene Begleiterin kam trotz intensiver Bemühungen der Rettungskräfte und Ärzte jede Hilfe zu spät. Die aus Wustermark stammende Jugendliche erlag noch am Unfallort ihren schweren Verletzungen.

Drei Stunden gesperrt

„Gegenstand der Unfallursachenermittlung ist unter anderem die Tatsache, dass der Fahrer eine vor Ort gemessene Atemalkoholkonzentration von 1,14 Promille hatte“, teilte Polizeisprecher Daniel Keip mit. Zur Tragödie hat möglicherweise aber auch eine zu hohe Geschwindigkeit beigetragen. Ein unabhängiger Sachverständiger soll nun der Unfallursache auf den Grund gehen. Für die Dauer der Unfallaufnahme und der Bergung des Unfallfahrzeuges durch ein Abschleppunternehmen war die Ortsdurchfahrt von Roskow für etwa drei Stunden gesperrt.

Erst vor drei Wochen mussten die Feuerwehren auf der Ostseite des Amtes Beetzsee zu einem schlimmen Verkehrsunfall zwischen Päwesin und Weseram ausrücken. Dabei gab es drei schwer verletzte Autofahrer, die von den Kameraden aus ihren Fahrzeugen befreit werden mussten. Der Unfall ging von einem BMW-Fahrer aus, der in Richtung Weseram unterwegs war. Dabei geriet er auf die Gegenfahrbahn und stieß mit einem Hyundai zusammen. Ein zuvor ausweichender Mercedes Vito landete im Straßengraben. Davor gab es im März auf der selben Landstraße einen brenzligen Einsatz für die Feuerwehren der Gemeinde Roskow und aus anderen Orten , weil ein Lastzug in Flammen aufgegangen war. Damals konnte sich der Lkw-Fahrer zum Glück unverletzt selbst in Sicherheit bringen.

Lesen Sie weiter

Aktuelle Polizeimeldungen aus Brandenburg und Berlin

 

Von Frank Bürstenbinder

Anzeige