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Potsdam-Mittelmark Nachbarn streuen Sand ins Getriebe
Lokales Potsdam-Mittelmark Nachbarn streuen Sand ins Getriebe
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17:55 02.09.2014
Quelle: BKS
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Nichel

Die jetzt weiter konkretisierten Pläne für ein großes Kiesabbaugebiet zwischen Nichel und Treuenbrietzen stößt bei Bürgern und Verwaltungen der angrenzenden Kommunen auf Widerstand.
Derzeit bereitet die Stadt Treuenbrietzen eine ablehnende Stellungnahme zu dem seit mehr als zehn Jahren verfolgten Projekt der Firma Kies- und Steinwerk Boerner GmbH & Co KG aus Calbe in Sachsen-Anhalt vor. Sie hat nun nach umfangreichen Erkundungen des Areals das Raumordnungsverfahren abgeschlossen. Demnächst will sie den Rahmenbetriebsplan für das knapp 95 Hektar große Abbaugebiet bei den Genehmigungsbehörden einreichen. Darin ist auch die Nachnutzung des Geländes zu regeln.

In dem bergrechtlichen Planfeststellungsverfahren für den Kiessandtagebau Niederwerbig/Krähenberg sind Kommunen, Bürger und Träger öffentlicher Belange beteiligt worden. Eine öffentliche Auslegung der Unterlagen fand statt. „Jedoch haben nur zwei Bürger aus Nichel bei uns Einsicht genommen“, sagte Thomas Griesbach gestern gegenüber der MAZ. „Für die Gemeinde Mühlenfließ haben wir entsprechend des Votums aus dem Ortsbeirat Nichel bereits eine ablehnende Stellungnahme verschickt“, so der Niemegker Bauamtsleiter. Befürchtet werden Verkehrsbelastungen sowie Grundwasserprobleme und ein Verlust an Lebensqualität im Umfeld der künftigen Kiesgruben.

Das von der Kiesfirma auserkorene Areal ist im Regionalplan Havelland-Fläming für den Abbau von Rohstoffen ausgewiesen. Auch nach dem Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg besteht dort Bergrecht. „Das Verfahren ist beim Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe angesiedelt“, erklärte Griesbach.
Die Stadt Treuenbrietzen fürchtet vor allem die zunehmende Verkehrsbelastung durch Kiestransporter. Bauamtsleiter Christoph Höhne geht nach dem Studium der Planungsunterlagen von bis zu 160 zusätzlichen Lkw-Fahrten pro Tag aus. „Schon jetzt sind die Bundesstraßen hier aber stark belastet“, sagte er in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadt- und Ortsteilentwicklung. Hinzu kommen Engstellen auf der Landesstraße 85 im Bereich der Friedhofskurve in Treuenbrietzen. Diese Verkehrsprobleme müssten vor der Genehmigung für den Kiesabbau auf Kosten des Landes gelöst werden, fordert die Stadt in ihrer Stellungnahme. Zwingend nötig sei unter anderem eine Zusage zum Bau einer Umgehungsstraße, um die Altstadt zu entlasten. Zudem sollte ein Bahnanschluss an der Strecke der RB33 erwogen werden. Sie führt direkt am geplanten Abbaugebiet vorbei.

Von Thomas Wachs

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