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Potsdam-Mittelmark Besuch der Sternsinger freudig erwartet
Lokales Potsdam-Mittelmark Besuch der Sternsinger freudig erwartet
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15:37 07.01.2018
Die Sternsinger der katholischen St. Bonifatiusgemeinde Bad Belzig/Treuenbrietzen kommen seit 2005 jährlich am Tag der Heiligen drei Könige zu Roswitha und Werner Schwachula nach Niemegk. Quelle: Christiane Sommer
Niemegk

„Das sind sie“, sagt Roswitha Schwachula freudig, als es am Sonnabendvormittag an ihrer Haustür läutet. Sie öffnet und heißt mit Ehemann Werner die Sternsinger der katholischen St. Bonifatiusgemeinde Bad Belzig/Treuenbrietzen willkommen. Seit 2005 erbitten die Schwachulas alljährlich um den Dreikönigstag am 6. Januar einen Besuch der Sternsinger und damit verbunden den von ihnen gesprochenen Haussegen.

Die kleinen Gäste in ihren prachtvollen Gewändern, darstellend die Heiligen drei Könige, werden sogleich ins Haus gebeten. An ihrer Seite haben die drei natürlich auch einen Sternenträger. Dieser sowie Caspar, Melchior und Balthasar werden von Viviana Bensch und Phibi Danneberg aus Treuenbrietzen sowie von Theresa und Gabriel Hechler aus Niemegk verkörpert. Seit dem frühen Morgen sind die vier in Begleitung von Vera Adamiesz im Hohen Fläming unterwegs. Sie verkünden auf ihrer Tour die frohe Botschaft von Weihnachten, sprechen Segenswünsche aus und bitten um Spenden für Kinderhilfsprojekte in Indien und weltweit.

Sternsinger-Idee vor 13 Jahren auch hier wiederbelebt

Während in vielen Häusern der Weihnachtsbaum schon längst ausgedient hat und die Weihnachtsdekoration wieder in Kartons verstaut liegt, sind bei den Schwachulas noch die Weihnachtskerzen angezündet. Weil der Besuch der Heiligen drei Könige für sie zu Weihnachten gehört.

Nach der Begrüßung nimmt das Besuchsprogramm seinen Lauf. Werner Schwachula greift zur Gitarre. Er begleitet den Gesang der Kinder. Als die Sternsinger-Idee vor 13 Jahren in den hiesigen katholischen Gemeinden wiederbelebt wurde, gehörte er zu den Eltern, die die Segensbringer damals begleiteten. „Als unsere Kinder groß waren, fanden sich andere Eltern“, erklärt der Zahnmediziner. „Es ist schön, dass es immer weitergeht“, ergänzt Ehefrau Roswitha.

War in den Anfangsjahren nur eine einzige Kindergruppe unterwegs, sind es heute mittlerweile drei. Sie besuchen all die Familien, die in der Adventszeit den Wunsch dazu geäußert haben. Um allen Besuchswünschen gerecht zu werden, sind die Sternsinger der St. Bonifatiusgemeinde Bad Belzig/Treuenbrietzen in diesem Jahr sogar an mehreren Tagen unterwegs. Ihren Besuch erwarteten unter anderem auch Landrat Wolfgang Blasig (SPD) und der evangelische Brücker Pfarrer Helmut Kautz. Viviana, Phibi, Theresa und Gabriel absolvieren am Sonnabend insgesamt 13 Besuche. In Treuenbrietzen, Niemegk, Rietz und Frohnsdorf.

Lied „Stern von Betlehem“ wird angestimmt

Im Anschluss an den musikalischen Weihnachtsgruß geht es, so schreibt es das Ritual vor, wieder hinaus an die Tür. Das Stück Kreide, mit dem die Segensbitte dort gewöhnlich angeschrieben wird, bleibt jedoch im Kästchen. Auf Adamiesz Frage „Möchtet ihr die Folie“, folgt ein bejahendes Nicken von Seiten der Schwachulas. Sekunden später ist das Klebeband mit der Aufschrift „20*C+M+B+18“ Wetterfest an die Haustür geheftet. „Die Zahlen 20 und 18 stehen für das aktuelle Jahr und der kleine Stern für den Stern von Bethlehem. Die Buchstaben C, M und B für die lateinischen Worte ‚Christus mansionem benedicat’. Was soviel wie ‚Christus segne dieses Haus’ bedeutet“, erklärt Adamiesz.

Im Anschluss wird noch einmal gesungen. Der „Stern von Betlehem“ wird angestimmt und vor der Verabschiedung die Spendendose bestückt. Dann muss das Gefolge auch schon wieder aufbrechen. Sie werden schon in der nächsten Familie erwartet. Nach 13 Jahren hat sich der Sternsingerbrauch auch in hiesiger Region wieder etabliert.

Von Christiane Sommer