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Potsdam-Mittelmark Betreuung im Alter soll Familienangelegenheit sein
Lokales Potsdam-Mittelmark Betreuung im Alter soll Familienangelegenheit sein
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11:54 22.06.2018
Landfrau Petra Müller (l.) hat Andrea Büricke von der Awo als Referentin zum Thema Betreuungsrecht eingeladen. Quelle: Christine Lummert
Grebs

Zwielichtige Betreuer, die eine kranke und hilflose Person und ihre Angehörigen um Geld und Gut gebracht haben oder eine Patientenverfügung, die doch nicht zur Geltung gekommen ist. Diese und andere abschreckende Geschichten hat jeder schon gehört, wenn es darum geht, sich mit dem eigenen Älterwerden auseinanderzusetzen.

Den Gästen des Informationsabends im Grebser Dreiseitenhof ging es am Mittwoch nicht anders. Der Kreislandfrauenverband Potsdam-Mittelmark hat in diesem Jahr eine Vortragsreihe rund um das Thema Pflege initiiert. Am Mittwoch ging es dabei um das Betreuungsrecht und andere Möglichkeiten der Vorsorge. Andrea Büricke, Justiziarin und Referentin für soziale Hilfe bei der Awo-Landesverband in Potsdam, half dabei, verschiedene Möglichkeiten der Vorsorge aufzuzeigen.

Viele der Zuhörer haben Bedenken gegen fremde Betreuer

Vor allem die Bedenken, dass im Ernstfall ein fremder Betreuer über alle Belange des eigenen Lebens entscheiden kann, trieb die knapp 20 Besucher um. Bis zu einer Gesetzesänderung im Jahr 1992 gab es tatsächlich noch die sogenannte Entmündigung und die Bestellung eines Vormunds, der ziemlich frei schalten und walten konnte.

Andrea Büricke, AWO-Referentin für soziale Hilfen, spricht im Grebser Dreiseitenhof. Quelle: Christine Lummert

„Das ist jetzt eigentlich nicht mehr möglich, weil ein gesetzlicher Betreuer, der sich um die finanziellen, gesundheitlichen und anderen persönlichen Angelegenheiten etwa eines Demenzkranken kümmert, einer gerichtlichen Aufsicht unterliegt und regelmäßig Rechenschaft ablegen muss“, erklärte Büricke. Viele wünschen sich ohnehin, dass ein Familienmitglied im Ernstfall die Verantwortung für alle anfallenden Entscheidungen übernimmt und, ohne schriftlich den eigenen Willen festzuhalten, im Sinne des Betroffenen handelt. „So einfach, wie man sich das denkt, ist es aber oft nicht“, sagte Büricke.

Kinder häufig uneins über Versorgung der Eltern

Es komme öfter vor, dass sich zum Beispiel die Kinder nicht einig werden, ob Mutter oder Vater in ambulanter Pflege daheim betreut wird oder doch eher in ein Pflegeheim ziehen soll. „Und schon haben sie als Betroffener ein Problem, auf das sie schon aus gesundheitlichen Gründen keinen Einfluss mehr nehmen können“, erklärte die Expertin.

Ist man noch bei klarem Verstand, sollten deshalb die wichtigen Entscheidungen im Voraus getroffen werden. Ausgestattet mit einer offiziellen Vorsorgevollmacht kann ein Angehöriger auf vielen verschiedenen Feldern, etwa bei der Gesundheit, beim Aufenthaltsbestimmungsrecht und im Kontakt mit Behörden und Institutionen für den Betroffenen handeln. „Machen Sie sich aber klar, dass dieser Mensch grundlegende und lebenswichtige Dinge für Sie entscheiden wird und Sie volles Vertrauen in die Person haben sollten“, betonte Büricke.

Patientenverfügung ist immens wichtig

Mit einer Betreuungsverfügung kann ebenfalls im Voraus festgelegt werden, wer einmal Entscheidungen trifft, wenn es einem selbst nicht mehr möglich ist. Nur ist dann auch das Gericht involviert und kontrolliert die Vorgänge.

Auch sollte jeder, der mal am Küchentisch eine Patientenverfügung unter dem Motto „ich wünsche keine lebensverlängernden Maßnahmen“ ausgefüllt hat, noch einmal neu anfangen. „So formlos ist das nicht mehr möglich, sie müssen jetzt detaillierter sein“, sagte Büricke.

Von Christine Lummert

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