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Potsdam-Mittelmark Birnenfest lockt Tausende an
Lokales Potsdam-Mittelmark Birnenfest lockt Tausende an
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17:17 01.08.2017
Tausende Besucher, auch aus dem Umland, kommen über den Tag verteilt jährlich zum Birnenfest nach Groß Kreutz.
Tausende Besucher, auch aus dem Umland, kommen über den Tag verteilt jährlich zum Birnenfest nach Groß Kreutz. Quelle: Privat
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Groß Kreutz

Alles begann mit dem Birnenfest. 2000 wurde es zum ersten Mal in Groß Kreutz ausgerichtet und weil es schnell immer größer wurde, entstand aus der Gruppe engagierter Groß Kreutzer sechs Jahre später der Kulturförderverein. „Unser Ziel war und ist es, kulturelles Leben in den Ort zu bringen“, sagt die Vize-Vereinsvorsitzende Manuela Kenner. Die 56-Jährige lebt selbst seit 1999 dort und ist gemeinsam mit ihrem Mann von Anfang an dabei. Nach elf Jahren ist die Kulturlandschaft größer geworden, wie Manuela Kenner berichtet. Ein Verdienst der 50 Mitglieder im Verein, der allerdings auf verhältnismäßig wenig Zuspruch stößt.

Das Kulturjahr in Groß Kreutz begann mit dem Neujahrskonzert im Oberstufenzentrum, bei dem in diesem Jahr die Berliner Hymnentafel zu Gast war. Weiter ging es im März mit einer Aufführung des Kabarett-Duos Ranz und May aus Potsdam und anschließend mit dem Schrottsammeln, das Manuela Kenner als „Phänomen“ bezeichnet. Alle Groß Kreutzer misten dann ordentlich aus und mit dem Schrott-Erlös könne mittlerweile die Liveband für das Birnenfest finanziert werden. Zweieinhalb volle Container sind in diesem Jahr zusammen gekommen, die von zwölf Vereinsmitgliedern eingesammelt wurden.

Kooperation mit Lehnin weiter ausbauen

Im Juni steht traditionell der Familientag, oder auch „Tag der Vereine“ genannt, auf dem Plan und im Herbst folgt mit dem Birnenfest der Höhepunkt. In diesem Jahr wird es am 9. September zum 17. Mal stattfinden. Tausende Besucher kommen über den ganzen Tag verteilt, der mit einem Flohmarkt beginnt und mit dem Auftritt der Band „Tor11“ aufhört. „Auch in der Gegend ist das Birnenfest eine feste Hausnummer. Mittlerweile gibt es auch andere Vereine, die sich mit einbringen“, erzählt Manuela Kenner. Seit einigen Jahren gibt es einen separaten Birnenstand, nachdem zuvor oft kritisiert wurde, dass die Birnen schnell ausverkauft waren. Angeboten wird zum Beispiel Birnensuppe, Marmelade und natürlich Birnen selbst. Fest im Veranstaltungskalender steht auch die Teilnahme am Aktionstag „Feuer und Flamme für unsere Museen“, bei dem die im Heimatmuseum ausgestellten Sammlungen im Mittelpunkt stehen. Der Verein ist Träger des Heimatmuseums. Im Dezember schließt das Kulturjahr mit einem Adventsmarkt.

Manuela Kenner ist seit Gründung des Vereins dabei und aktuell Vize-Vorsitzende. Quelle: Luise Fröhlich

Mehr als 40 Teilnehmer hatte die gemeinsame Veranstaltung zur Lehniner Kleinbahn mit dem Kulturverein in Lehnin in diesem Jahr. In dieser Kooperation sieht Manuela Kenner Potenzial: „Das wollen wir noch ausweiten.“ Im Heimatmuseum ist zum Beispiel auch ein Modell der Lehniner Kleinbahn ausgestellt. Obwohl der Kulturförderverein, der einst bei fünf Mitgliedern startete, stetig gewachsen ist und auch Zugezogene dabei sind, wünscht sich Manuela Kenner für die Zukunft mehr Zuspruch von den Groß Kreutzern. „Gerade beim Familientag würden wir uns über mehr Resonanz freuen“, sagt sie. Das Dorfleben hier sei anders. „Viele schlafen nur in Groß Kreutz, arbeiten in Berlin und wollen ihre Freizeit lieber anders verbringen. Das ist natürlich niemandem vorzuwerfen, aber wenn wir solche Feste und Sachen organisieren, wäre es auch schön, wenn es mehr angenommen wird“, so Manuela Kenner.

Von Luise Fröhlich