Bodenrichtwerte 2021: Bauen in Potsdam-Mittelmark wird immer teurer
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Bodenrichtwerte 2021: Bauen in Potsdam-Mittelmark wird immer teurer

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22:10 18.02.2021
Grundstücke am Goldammerweg in Stahnsdorf gehören zu den teuersten im Landkreis Potsdam-Mittelmark.
Grundstücke am Goldammerweg in Stahnsdorf gehören zu den teuersten im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Quelle: foto: Konstanze Kobel-Höller
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Teltow

„Noch nie gab es zum Vorjahr eine solch starke Steigerung der Bodenrichtwerte über alles gesehen – sowohl im Berliner Umland, als auch – und sogar stärker – im weiteren Metropolraum“, fasst Wilk Mross, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Landkreis Potsdam-Mittelmark die Ergebnisse der Bodenrichtwerte 2021 zusammen. Nur ein Wert in Fichtenwalde (Beelitz) ist demnach gesunken, von 120 auf 100 Euro pro Quadratmeter Baugrund. Damit habe sich der Ortsteil seinen Nachbargemeinden Borkwalde und Borkheide angeglichen.

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Spitzenreiter bei den Baugrundkosten bleibt die Region zwischen Berlin und Potsdam. Weiterhin ungeschlagen ist Kleinmachnow mit Preisen von 310 Euro (Dreilinden) bis 900 Euro pro Quadratmeter, letztere im Ortszentrum, wobei die Mehrheit der Flächen ab rund 700 Euro kosten. „Noch sind wir nicht vierstellig“, sagt Mross. „Die ganz hohen Preislagen stagnieren. Da gibt es aber auch nur noch ganz wenige Grundstücke.“

Baugrund im Ortszentrum von Kleinmachnow kostete 2020 im Durchschnitt 900 Euro pro Quadratmeter. Hier entsteht ein Zweifamilienhaus mit zwei Tiefgaragen und zwei Swimmingpools an der Hohen Kiefer. Quelle: Konstanze Kobel-Höller

Kleinmachnows Nachbar Stahnsdorf rückt weiter auf. Noch 2017 lag hier kein Bodenrichtwert bei 300, jetzt ist der niedrigste 320 Euro (Schenkenhorst, Sputendorf). Für Grundstücke am Hamann Ring müssen schon 660 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden, südlich der Potsdamer Allee haben sich die Preise seit 2017 von 210 auf 540 Euro entwickelt.

Bodenrichtwerte in 269 Zonen angehoben

338 Bodenrichtwerte für baureifes Land in Potsdam-Mittelmark wurden für 2020 vom Gutachterausschuss auswertet. In 43 Bodenrichtwertzonen blieben die Richtwerte im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

In 269 Zonen wurden sie von 1 bis 130 Euro pro Quadratmeter angehoben. Nur zwei Werte sanken, davon das Gewerbegebiet Beelitz von 24 auf 23 Euro pro Quadratmeter und Wohnbauflächen in Fichtenwalde um 20 Euro.

Die Richtwerte sind Durchschnittswerte, die vom Gutachterausschuss aus den Kaufverträgen ermittelt werden.

Die Bodenrichtwerte können ab März im Bodenrichtwertportal BORIS des Landes unter www.boris-brandenburg.de gebührenfrei abgerufen werden.

Der Bericht kann auch in der Geschäftsstelle bestellt werden: Tel. 03328/318-311

Damit verdrängt die Gemeinde die Stadt Teltow auf Platz drei. Hier fangen die Preise bei 180 Euro an (Staedler-Siedlung Ruhlsdorf), gehen über 250 Euro (östlich vom Bahnhof) bis zu 470 Euro pro Quadratmeter (Mahlower Straße, Musiker Viertel, Buschwiesen-Karree, Blumenviertel und andere).

Werder wird auch in den Ortsteilen teurer

Ferch verzeichnete einen Anstieg von 230 auf 300 Euro pro Quadratmeter und Grund in Bergholz-Rehbrücke kostet 160 bis 340 Euro. In Werder zahlt man für einen Quadratmeter 260 Euro (Havelauen) bis 350 Euro (Hafenresidenz), in den Ortsteilen wird es deutlich günstiger. Aber auch hier hat sich der Bodenrichtwert in den vergangenen zwei bis drei Jahren teilweise mehr als verdoppelt, so Mross. So etwa in Phöben (Wohnpark Seestraße) von 170 auf 260 Euro seit 2018.

Teurer wurden auch Ortschaften, die nicht unmittelbar von der Nähe zu Berlin oder Potsdam profitieren. So kostet Baugrund in Wiesenburg West jetzt 35 Euro (bisher 20 Euro), in Brück zahlt man für einen Quadratmeter im Wohnpark 190 Euro (zwei Jahre zuvor: 100 Euro).

Werden Bad Belzigs Preise von der Politik beeinflusst?

In der Kreisstadt Bad Belzig hatte sich in den vergangenen Jahren nicht viel getan. Anders 2020: Hier gibt es Straßenzüge, in denen die Grundpreise von 20 oder 30 Euro auf 100 Euro stiegen, der Wohnpark in der Lübnitzer Straße startete gleich mit 160 Euro. „Da spielt auch die Politik mit rein“, vermutet Mross, „die Frage, Kreissitz ja oder nein.“ Hier gibt es absolute Anhebungen von 15 bis 75 Euro pro Quadratmeter, die höchsten Steigerungen wurden aber in Michendorf (40 bis 130 Euro) und Teltow (20 bis 130 Euro) verzeichnet.

Mross sieht diese Entwicklung generell positiv: „Steigende Bodenpreise sind nichts Schlechtes. Sie sind ein Zeichen von wirtschaftlicher Prosperität einer Ortschaft.“ Wüsste er nichts von Corona, würde er nur bei Betrachten der Bodenrichtwerte sagen, dass das vorige Jahr wirtschaftlich fantastisch war. „Wo verkauft wurde, wurde immer teurer verkauft.“

Gewerbegebiete, Acker, Grünland und Wald

Auch die Gewerbegebiete werden vom Gutachterausschuss ausgewertet. Hier gab es die höchsten Richtwerte in Teltow (250 Euro) und Kleinmachnow. Im Europapark (Dreilinden) entwickelten sich dabei die Preise rasant: 2019 wurde ein Quadratmeter hier noch mit 310 Euro angegeben, dieses Jahr mit 520 Euro. Die Preise für Ackerland (0,81 Euro), Grünland (0,72 Euro) und Wald fielen im Berliner Umland (0,71 Euro) in Richtung des Niveaus von vor zwei Jahren. Im Weiteren Metropolenraum, wo die Steigerung im Vorjahr nicht so stark war, kostet ein Quadratmeter Acker 0,89 Euro (plus 1 Cent zum Vorjahr), Grünland wie im Berliner Umland 0,72 Euro (plus 8 Cent) und Wald 0,59 Euro (minus 3 Cent).

Von Konstanze Kobel-Höller