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Potsdam-Mittelmark Brauchwasserwerk benötigt hohe Zuschüsse
Lokales Potsdam-Mittelmark Brauchwasserwerk benötigt hohe Zuschüsse
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17:56 09.03.2018
Das Brauchwasserwerk in Glindow wurde in den 1930er Jahren erbaut und bedeutete für die Obstbauern Aufschwung und Wohlstand. Quelle: Stephan Laude
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Glindow

Die Gründung der Gesellschaft „Brauchwasser Werder (Havel)“ stockt noch immer. Im Juli 2016 hatten die Werderaner Stadtverordneten den Entwurf für einen Vertrag zwischen den beteiligten Firmen abgesegnet. Seitdem ging es aber offenbar nicht voran. Die Gesellschaft sollte das Ziel verfolgen, die Zukunft und die dringend notwendige Sanierung des maroden Brauchwasserwerks zu sichern. In den vergangenen Jahren war der Betrieb nur durch erhebliche Zuschüsse der Stadt möglich. „Die Gründungsphase dauert noch an“, bestätigte Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) am Dienstag auf MAZ-Anfrage. An der Gesellschaft beteiligt sind laut Vertrag die Wessels GmbH, die Stadt Werder, die Havelfrucht GmbH sowie die Beteiligungsgemeinschaft Brauchwasser GbR zu jeweils gleichen Teilen. Betriebsleiter ist derzeit Timo Wessels, der mit seinem Vater einen Biogas-Agrarbetrieb in Damsdorf führt. Seit 2008 ist das Brauchwasserwerk im Besitz der Stadt Werder.

Im Haushaltsentwurf für die kommenden zwei Jahre sind für die Sanierung und den Erhalt des Werkes insgesamt 150 000 Euro eingeplant (80 000 im Jahr 2018 und 70 000 ab 2019). „Die Stadt hat im vergangenen Jahr eine frühere Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zum Brauchwassernetz aktualisieren lassen“, erklärt Manuela Saß. Gegenstand der neuen Studie sei unter anderem eine aktualisierte Bedarfsanalyse gewesen. Diese habe gezeigt, dass der Brauchwasser-Bedarf bei den gewerblichen Kunden in den kommenden Jahren zunehmen wird. „Derzeit bemüht sich die Stadt um Fördermittel für die Sanierung des Brauchwasserwerkes“, so die Bürgermeisterin weiter. Um die Brauchwasserversorgung in der kommenden Saison müssten sich die Obstbauern nicht sorgen. Akute Reparaturen würden vorerst nicht auf dem Plan stehen.

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Frostschutzberegnung könnte ein Thema werden

Die Fraktion Freie Bürger weist in einem aktuellen Antrag zum Haushaltsentwurf darauf hin, wie dringend die Sanierung des maroden Gebäudes ist. „Das Brauchwasserwerk ist die Existenzgrundlage für die Obstbauern in der Region“, betonte Fraktionsvorsitzender Sigmar Wilhelm auf Nachfrage der MAZ. Bei den Bodenverhältnissen sei eine Beregnung der Plantagen unabkömmlich. Deshalb besteht seiner Meinung nach dringend Handlungsbedarf. Warum die Gründung der Gesellschaft so lange auf sich warten lässt, wisse der Ortsvorsteher von Glindow nicht.

Seit 1937 wird Wasser aus dem Glindower See mittels Pumpen auf die Plantagen befördert. Ideal wäre es, neben der Sanierung über eine Frostschutzberegnung nachzudenken, erklärte Sigmar Wilhelm. Dieses System könne Obstbauern vor hohen Ernteausfällen wie im vorigen Jahr bewahren. Dazu sei es nötig, die Pumpen, die im Winter außer Betrieb sind, früher einzuschalten. Das Wasser könnte die frühen Blüten schützen, denn wenn es sich beim Frieren ausdehnt, gibt es Wärme ab. Bleibt die Blüte bis zum Tauen am nächsten Morgen vereist, erfriert sie nicht. „Diese Methode ist in den alten Bundesländern weit verbreitet“, so Sigmar Wilhelm.

Von Luise Fröhlich