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Brück 800 Jahre Golzower Geschichte in Holz geschnitzt
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück 800 Jahre Golzower Geschichte in Holz geschnitzt
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12:04 31.07.2019
Ines Altenkirch erklärt die von ihr geschaffenen Stelen aus Eichenholz auf dem Dorfanger. Quelle: Frank Bürstenbinder
Golzow

So etwas hat es auf dem Dorfanger noch nicht gegeben. Statt des für solche Jubiläen üblichen Findlings, stehen seit dieser Woche sieben Stelen aus Eichenholz für 800 Jahre Golzow. Geschaffen hat das außergewöhnliche Ensemble Ines Altenkirch. Die aus dem Dorf stammende Holzbildhauerin hatte von der Gemeinde grünes Licht für die Umgestaltung der Grünfläche gegenüber der Barockkirche bekommen.

Golzower Literatursommer

Die Feierlichkeiten zur 800. Wiederkehr der urkundlichen Ersterwähnung erstrecken sich über das ganze Jahr. Am kommenden Wochenende, 3. und 4. August, wird zum Golzower Literatursommer eingeladen. Die in der Kirche stattfindende Veranstaltung wird vom Landkreis gefördert.

Den Anfang macht am Sonnabend um 14 Uhr die Golzowerin Corinne Orlowski, die Brandenburger Schriftsteller vorstellt. Um 18 Uhr gibt es eine szenische Lesung mit dem Autorenduo Riesselmann/Amende aus Leipzig über die Differenzen zwischen Stadt und Land. Um 20 Uhr unternehmen Moritz Rauchhaus und Tobias Roth eine humorvoll-kulinarische Reise durch die Weltgeschichte.

Der Sonntag beginnt in der Kirche um 14 Uhr. Dann liest die Bad Belzigerin Nell Zink aus ihrer temporeichen dunklen Komödie „Virgina“. Eine exklusive Lesung hält um 16 Uhr die diesjährige Fontane-Literaturpreisträgerin Peggy Mädler ab. Sie liest aus „Wohin wir gehen“. Zum Abschluss um 18 Uhr werden Rainald Grebe und Tilla Kratochwil erwartet, die Einblicke in die Ehebriefe von Theodor und Emilie Fontane geben.

Zahlreiche Golzower waren beim spannenden Moment dabei, als die Künstlerin zusammen mit Amtsdirektor Marko Köhler, Peter Reinholdt vom Kultur- und Dorfverein sowie Bürgermeister Ralf Werner drei der mit farblichen Reliefs versehenen Stelen enthüllten. Muten die Stelen selbst archaisch an, sind die in mühevoller Handarbeit geschnitzten und bemalten Ansichten von Golzow sichtbarer Beleg für das fachliche Können der Schnitzerin mit Meisterbrief.

Dieses farbige Relief zeigt das ehemalige Golzower Schloss, das für die Vergangenheit steht. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die größte Stele in der Mitte der Gruppe schmückt das Wappen derer von Rochows in den zwei Tinkturen Schwarz und Silber. Sauber ausgearbeitet sind die Pferdeköpfe, der springende Ziegenbock und der Ritterhelm – alles Symbole der Adelsfamilie, die über Jahrhunderte die Geschicke Golzows bestimmten. Fast zwangsläufig läuft das obere Ende der über drei Meter hohen Stele als Silhouette der berühmten achteckigen Barockkirche aus, deren Patronat in den Händen der Rochows lag.

Schloss und Kita

Zu beiden Seiten der mittleren Stele enthalten die Skulpturen ebenfalls geschnitzte Ansichten, die mit Acrylfarben coloriert wurden. Links das 1945 in Flammen aufgegangene Schloss steht für die Vergangenheit. Die Zukunft wird rechts mit einem Relief symbolisiert, dass die kommunale Kita zeigt. Alle sieben Stelen haben quadratische Durchbrüche im Holz. „Diese stehen für den Wandel der Zeit“, sagte Altenkirch der MAZ.

Marko Köhler, Ines Altenkirch, Peter Reinhold und Ralf Werner enthüllen die neuen Stelen. Quelle: Frank Bürstenbinder

Rund 350 Arbeitsstunden hat die Holzbildhauerin für die Skulpturengruppe aufgebracht, für die es vom Publikum lautstarken Beifall gab. Das Material ist relativ pflegeleicht. „Eine jährliche Behandlung mit Öl sollte ausreichen“, so die Künstlerin. „Das kriegen wir hin“, versprach Bürgermeister Werner. Das Gemeindeoberhaupt dankte der Holzbildhauerin für ihre Arbeit und übergab die Stelen den Golzowern symbolisch als Geburtstagsgeschenk zur 800-Jahr-Feier. Ein Dankeschön gab es auch für die Gemeinsinn-Golzow-Stiftung, die die Realisierung finanziell unterstützte.

Bürgerhaus fast fertig

Amtsdirektor Marko Köhler aus Brück nutzte den feierlichen Akt in Golzows historischer Mitte, um an die wechselvolle Geschichte des Ortes zu erinnern. Zugleich verwies er auf die positive Entwicklung, die Golzow in den vergangenen Jahren genommen hat. Aktuelles Beispiel: Das neue Bürgerhaus steht unmittelbar vor der Fertigstellung. An der benachbarten Schule wird gerade der Fahrstuhl montiert, die Sanierung von Unterrichtsräumen geht weiter. Köhler appellierte an die Landesregierung, Gemeinden wie Golzow mehr Spielraum bei der baulichen Entwicklung zu gewähren. Und zwar für den eigenen Nachwuchs, aber auch für Leute, die raus aus Berlin wollen.

Zahlreiche Bürger verfolgten die Einweihung des Ensembles. Quelle: Frank Bürstenbinder

Mit der Einweihung der Skulpturengruppe nimmt Golzow weiter Kurs auf den Höhepunkt der 800-Jahr-Feierlichkeiten. Dabei handelt es sich um das große Festwochenende am 10. und 11. August, wo auf den Straßen und auf dem als Festgelände genutzten Sportplatz mehrere tausend Besucher erwartet werden.

Von Frank Bürstenbinder

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