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Brück Solidarische Landwirtschaft: Alte Mühle Gömnigk sucht Unterstützer
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Solidarische Landwirtschaft: Alte Mühle Gömnigk sucht Unterstützer
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15:23 11.12.2019
Die Bewohner der Alten Mühle Gömnigk wollen auf ihrem Acker eine Solidarische Landwirtschaft etablieren. Dafür müssen sie aber zunächst kräftig anpacken, um den Boden zu regenerieren. Quelle: Josephine Mühln
Gömnigk

Gesundes sowie ökologisch und nachhaltig produziertes Obst und Gemüse für die Menschen in der Region – angebaut und geerntet von Menschen aus der Region. Dieses Ziel verfolgen die Bewohner der Alten Mühle Gömnigk. Deshalb wollen sie auf einem Teil ihres Ackerlandes eine Solidarische Landwirtschaft (Solawi) etablieren und so das solidarische Miteinander zwischen Erzeugern und Verbrauchern fördern.

Damit auf der rund 1,2 Hektar großen Fläche Gemüse-, Obst- und Nusskulturen angebaut werden können, muss jedoch zunächst der Boden regeneriert werden. „Weil er – wie so viele Ackerflächen in Brandenburg – sehr sandig und humusarm ist und deshalb auch nur über eine geringe Wasserspeicherkapazität verfügt“, erläutert Laura von Bloh, die seit vier Jahren mit auf dem Hof lebt.

Pflanzaktion am Wochenende

Am 14. und 15. Dezember findet auf dem Acker eine große Pflanzaktion statt, für die noch Unterstützer gesucht werden.

Beginn ist jeweils um 10 Uhr. Auch, wer nur ein paar Stunden helfen kann, ist willkommen – begrenzte Übernachtungsmöglichkeiten sind ebenfalls vorhanden.

Gepflanzt werden sollen 3000 Weiden, 1200 Ölweiden und 52 italienische Erlen.

Wer Holzhackschnitzel abzugeben hat, kann sich ebenfalls bei der Alten Mühle melden.

Weitere Informationen dazu und zur Pflanzaktion unter 033844/149970 und auf der Internetseite der Alten Mühle: www.alte-muehle.org

Gespendet werden kann unter: www.startnext.com/solidarische-landwirtschaft

Die Regeneration soll mit Hilfe eines sogenannten Agroforst-Systems gelingen, für dessen Realisierung die Bewohner aktuell auf der Crowdfunding-Plattform „Startnext“ Spenden sammeln. Bis zum 20. Dezember sollen so 4000 Euro zusammenkommen – für Pflanzgut und Materialien für Pflanzschutz und Wildzaun.

Agroforst kombiniert Elemente der Landwirtschaft mit denen der Forstwirtschaft und sorgt auf verschiedenen Wegen für eine nachhaltige Nutzung von Ackerflächen.

Damit der Boden schnell fruchtbar wird, fassen alle Bewohner der Alten Mühle mit an. Quelle: Privat

„Wir haben mit der Fläche einen sehr herausfordernden Standort, mit etwa 20 Bodenpunkten und sehr geringen Niederschlägen“, erläutert Olef Koch, Hofbewohner und ehemaliger Student der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

„In Brandenburg sind diese Voraussetzungen nicht ungewöhnlich – insofern ist es gerade auf solchen Standorten spannend, nachhaltige Anpassungsstrategien zu erproben. Agroforst-Wirtschaft bietet großes Potenzial, um diesen Herausforderungen zu begegnen.“

Viel Biomasse produzieren

„Wir wollen Weiden, Ölweiden, Esskastanien und Erlen pflanzen, sogenannte Kurzumtriebspflanzen, die gut angepasst sind an unsere Region, schnell wachsen und viel Biomasse produzieren, die wir ernten können“, sagt Laura von Bloh. „Die Äste verarbeiten wir zu Mulch, mit dem wir den Ackerboden bedecken können“, ergänzt Vincent Zegveld. Der 34-Jährige gehört sei fünfeinhalb Jahren zu den Bewohnern der Alten Mühle.

Der so geförderte Humusaufbau verbessere schließlich die Nährstoffverfügbarkeit und die Wasserhaltefähigkeit des Bodens, beschreibt Olef Koch. „Desweiteren können die Gehölze mit ihren Wurzeln das Grundwasser erreichen. Von dem Wasser, welches die Gehölze nach oben transportieren, können dann auch andere einjährige Kulturen profitieren.“

„Außerdem dienen die Bäume und Sträucher als Windfänger für kalte und trockene Winde und verbessern das Mikroklima“, ergänzt Laura von Bloh. Etwa sechs Jahre brauche der aktuell extrem karge Boden schätzungsweise, bis er für die geplante Landwirtschaft bereit sei.

>>> Lesen Sie auch: Kein Gärtner, kein Gemüse: Landgut Lübnitz macht Anbaupause

Dann sollen auf ihm zum Beispiel Kartoffeln, Zwiebeln, Möhren sowie Obst- und Nussbäume gedeihen – kurzum: alles, was regional angepasst ist. Auch größere Folientunnel mit Tomatenpflanzen seien denkbar, einen konkreten Anbauplan gebe es aber noch nicht. „Wir wollen uns dann auf jeden Fall mit anderen Solawis vernetzen, um Erfahrungen auszutauschen“, sagt Vincent Zegveld.

Wie genau das Solawi-Modell später aussehen soll, sei ebenfalls noch nicht entschieden. „Das Ganze ist ohnehin als langfristige Vision zu sehen – wir sprechen hier sicher von fünf oder mehr Jahren“, sagt Laura von Bloh. „Die Idee ist dann, Gärtner zu suchen, die das Gelände beispielsweise in Teilzeit bewirtschaften würden. Als Bewässerungssystem könnten wir uns außerdem vorstellen, einen Wasserspeicherteich zu schaffen.“

>>> Mehr zum Thema: Bald wachsen Bäume auf dem Acker

Unterstützt werde das Vorhaben bereits von einem Berliner Radiosender, erzählen die Hofbewohner weiter. Auch seien Fördermittel beantragt und Fördermittelgeber angesprochen worden – das Projekt solle auf jeden Fall umgesetzt werden. Spätherbst und Winter seien gute Zeiten, um mit der Pflanzung zu beginnen. „Dann haben die Bäume im Frühjahr einen leichten Wachstumsvorsprung“, erläutert Laura von Bloh.

Von Josephine Mühln

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