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Brück Amtsinhaber geht: Zwei Frauen kämpfen um Bürgermeisteramt
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Amtsinhaber geht: Zwei Frauen kämpfen um Bürgermeisteramt
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18:55 03.05.2019
Ottheiner Kleinerüschkamp hat als Bürgermeister die Entwicklung Linthes mit geprägt. Jetzt kandidiert er nicht mehr für den Chefposten. Quelle: Foto: Thomas Wachs
Linthe

Der Spagat zwischen idyllischem Landleben, Handel und Gewerbe sowie geschäftiger Industrie prägt die Gemeinde Linthe. In den Ortsteilen Alt Bork, Deutsch Bork und Linthe profitieren die Bürger von der Wirtschaftskraft der Unternehmen.

Sie haben sich nach der Wende reihenweise angesiedelt, nachdem die Gemeinde ihnen den Boden dafür bereitet hatte. Die direkte Lage an der Autobahn 9 ist ideal.

Gemeinde gilt als wohlhabend

Die Gemeinde gilt seit der Wende als wohlhabend. Großzügig konnten die Lokalpolitiker agieren. Obwohl sich jedoch nun auch in Linthe die Finanzsituation wandelt, ist der Drang nach politischer Mitbestimmung riesig. Zur Kommunalwahl am 26. Mai schicken zwei Parteien und drei Wählergruppen insgesamt 42 Kandidaten ins Rennen. Sie ringen um die zehn Sitze in der Gemeindevertretung.

Wer kandidiert zur Wahl?

Zwei Frauen wollen ehrenamtliche Bürgermeisterin werden in Linthe. Für die CDU kandidiert Sigrid Klink, geboren 1957, Medizinprodukteberaterin, während für die SPD Katja Großmann, geboren 1974, Abgeordnetenmitarbeiterin, ins Rennen geht.

Für die Gemeindevertretung gibt es 42 Kandidaten aus fünf Parteien und Wählergruppen.

Für die Christlich Demokratische Union treten an: Sigrid Kink, geboren 1957, Medizinprodukteberaterin; Ottheiner Kleinerüschkamp, 1949, Rentner; Förian Zörner, 1985, Hotelier; Volkmar Paul, 1964, Hotelier; Heide Müller-Felsmann, 1942, Rentnerin; Simone Paul, 1965, Hotelier; Steffen Gensch, 1965, Vermessungstechniker; Thomas Schmidt, 1964; Sandro Schröter, 1970, Geschäftsführer; Tilo Fritzsche, 1969, Elektroniker; Wolfram Lehmann, 1960, Gruppenleiter; Hardy Lenz, 1964, Angestellter, sowie Roland Malzahn, 1963, KfZ-Meister.

Für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands kandidieren: Katja Großmann, 1974, Abgeordnetenmitarbeiterin; Henning Balzer, 1973, Arzt; Wenke Schreiber, 1971, Tagesmutter; Max Tinus Van de Water, 1996, Student; Melanie Balzer, 1982, Referentin; Wenke Baumgarten, 1978, Schulsachbearbeiterin; Robert Van de Water, 1953, Rentner, sowie Annett Wieland, 1977, Erziehungshelferin.

Für die Wählergruppe Freie Bürger und Bauern treten an: Manfred Kaplick, 1961, Landwirt; Marlies Schulze, 1956, Verkäuferin, sowie Andrea Rennebarth, 1979, Juristin.

Für die Wählergruppe Freiwilliger Feuerwehrverein Linthe kandidieren: Wilfried Kranepuhl, 1952, Rentner; Stephan Fiedler, 1978, Bundeswehrfeuerwehrmann; Tobias Eschholz, 1979, Lagerist; Anke Ockert, 1967, Stationssekretärin; Andy Fiedler, 1975, Sozialarbeiter; Thomas Schröter, 1980, Gemeindearbeiter; Jens Malzahn, 1972, Schlosser; Ulrike Schmidt, 1986, Bauingenieurin; Gabriele Schön, 1962, Mitarbeiterin Verkauf/Kasse; Sophie Fiedler, 1988, Sozialarbeiterin; Florian Balzer, 1986, Straßenwärter; Erhard Hanack, 1955, Hausmeister; Jeannine Malzahn, 1973, Friseurin, sowie Karin Schröter, 1955, Erzieherin.

Für die Wählergruppe Freie Wähler Deutsch Bork treten zur Wahl an: Gabriela Krüger, 1959, Vorruheständlerin; Sascha Plath, 1973, Ingenieur; Michael Schlecht, 1983, Architekt sowie Maren Kremser, 1975, Qualitätsbeauftragte.

Für die Wahl zum Ortsbeirat von Alt Bork treten an für die Gruppe Freie Bürger und Bauern: Manfred Kaplick, 1961, Landwirt; Marlies Schulze, 1956, Verkäuferin, und Andrea Rennebarth, 1979, Juristin.

Für die Wahl zum Ortsbeirat Deutsch Bork kandidieren für die Gruppe Freie Wähler Deutsch Bork: Gabriela Krüger, 1959, Vorruheständlerin; Sascha Plath, 1973, Ingenieur; Michael Schlecht, 1983, Architekt sowie Maren Kremser, 1975, Qualitätsbeauftragte.

Zur Wahl für den Ortsbeirat Linthe stellen sich für die CDU: Sigrid Klink, 1957, Medizinprodukteberaterin, Ottheiner Kleinerüschkamp, 1949, Rentner, Volkmar Paul, 1964, Hotelier, sowie Florian Zörner, 1985, Hotelier. Für die SPD bewerben sich Katja Großmann, 1974, Abgeordnetenmitarbeiterin; Henning Balzer, 1973, Arzt; Wenke Baumgarten, 1978, Schulsachbearbeiterin, sowie Annett Wieland, 1977, Erziehungshelferin. Die Wählergruppe Freiwilliger Feuerwehrverein Linthe schickt als Kandidaten: Wilfried Kranepuhl, 1952, Rentner; Tobias Eschholz, 1979, Lagerist; Erhard Hanack, 1955, Hausmeister und Jens Malzahn, 1972, Schlosser.

Zwei Frauen wollen Bürgermeisterin werden für die Gemeinde mit gut 910 Einwohnern in drei Ortsteilen. Sigrid Klink (CDU) und Katja Großmann (SPD) drängen auf den ehrenamtlichen Posten. Beide haben Erfahrungen als Gemeindevertreterinnen.

Einen Schritt zurück

Amtsinhaber Ottheiner Kleinerüschkamp (CDU) tritt nicht mehr an als Ortschef. Politisch aktiv bleiben würde er aber in Gemeinderat, Ortsbeirat und Kreistag. Den Schritt zurück gehe er „etwas auch aus gesundheitlichen Gründen und weil mehr Zeit für Aufgaben in der Familien bleiben soll“.

Von 1990 bis 1993 war Kleinerüschkamp Chef der Gemeinde, bevor er als Hauptamtsleiter des Amtes Brück diese Funktion nicht mehr ausüben konnte. Nach dem Ruhestand lockte das Ehrenamt wieder. 2014 gelang die erneute Wahl zum Ortsoberhaupt.

Wer regiert derzeit?

Bürgermeister von Linthe ist Ottheiner Kleinerüschkamp (CDU).

Als Ortsvorsteherinnen agieren in Deutsch Bork Gabriela Krüger und in Alt Bork Marlies Schulze.

In der Gemeindevertretung mit zehn Sitzen stellt die CDU drei Abgeordnete. Jeweils zwei kommen von der SPD, von den Wählergruppen Freie Bürger und Bauern sowie Freiwilliger Feuerwehrverein Linthe. Einen Sitz hat die Freie Wählergruppe Linthe inne.

Im Ergebnis der Kommunalwahl 2014 kamen die CDU auf 36,9 Prozent der Stimmen, Freie Bürger und Bauern auf 18,3 Prozent, die SPD und der Freiwillige Feuerwehrverein Linthe je auf 17,2 Prozent sowie die Freie Wählergruppe Linthe auf 10,3 Prozent.

Seit jeher herrscht viel Bewegung in der Gemeinde – vor allem im Gewerbegebiet an der Autobahn. Freilich sind einzelne Firmen, die dort einst zum Aufschwung beigetragen haben, heute auch längst wieder verschwunden. Nachfolger sind Mangelware oder geben teilweise nur kurze Gastspiele.

Die Gemeinde Linthe profitiert von der Lage ihres nach der Wende entwickelten Gewerbegebietes direkt an der Autobahn 9 (oben). Quelle: Dirk Fröhlich

Das bekommt die einst so finanzstarke Gemeinde immer deutlicher zu spüren. Wenn Firmen gehen, sinken die Steuereinnahmen. Zwischenzeitlich drohte auch der lange Jahre als wohlhabend geltenden Gemeinde ein Haushaltssicherungskonzept.

Gutes Finanzpolster

„Doch konnten wir das noch immer wieder abwenden“, sagt Kleinerüschkamp. „So lange immer gut 100.000 Euro in unserer Rücklage bleiben, kann die Gemeinde an ihrem Stil festhalten“, sagt der scheidende Bürgermeister.

Die Gemeinde in Zahlen

Die Gemeinde Linthe hat aktuell rund 910 Einwohner.

Das Gebiet umfasst eine Fläche von 29,78 Quadratkilometern.

Ortsteile sind die Dörfer Alt Bork, Deutsch Bork und Linthe.

Dazu zählt er die jährlich mit gut 60.000 Euro umfangreichen Ausgaben für den Kindergarten „Rappelkiste“ im Dorf sowie die großzügig Unterstützung für Vereine. Egal ob es der Sportverein oder die Schützengilde ist, üppige Zuschüsse für deren Bauprojekte flossen oft auch aus dem Gemeindehaushalt.

Dankeschön an alle Bürger

Das sehe ich ein Stück weit auch als Dankeschön an alle Linther Bürger“, so Kleinerüschkamp. „Immerhin hatten viele Familien ihren Anteil am heutigen Wohlstand des Ortes, weil insgesamt 45 Grundeigentümer kurz nach der Wende uns ihre Flächen zur Verfügung gestellt hatten, die wir als Gemeinde dann zum Gewerbegebiet entwickeln konnten.“ Das war der Grundstein dafür, „dass Linthe heute noch etwas mehr hat als andere Orte der Region“, sagt der Bürgermeister.

Nicht immer sei die eigene Finanzkraft aber hilfreich. Denn Zuweisungen aus Landesmitteln oder Fördergelder bekomme die Gemeinde damit nicht.

Verbunden mit dem Umland

Mit verantwortlich gesehen habe sich die Gemeinde seit jeher auch für die Infrastruktur im Umland. Das Naturbad in Brück wurde finanziell ebenso unterstützt wie das Gymnasium in Treuenbrietzen. „Wir können doch alle hier in der Region nur miteinander“, sagt Kleinerüschkamp. Der neue Schulterschluss der fünf Verwaltungschefs im Hohen Fläming sei daher ein wichtiger Schritt.

Besondere Anforderungen

„Denn im Kreis wie in der Landespolitik haben nicht alle die besonderen Anforderungen unseres ländlicheren Raumes so im Blick“, sagt der Bürgermeister. Diese ließen sich nicht mehr vergleichen mit der Situation des Speckgürtels im Norden des Kreises.

Aus seiner Sicht sind die größten Projekte in der Gemeinde realisiert. Herausforderungen für die nächste Legislaturperiode und die neue Bürgermeisterin sieht er im Erhalt der Errungenschaften und darin, den Ort für die Jugend und Zuzügler attraktiv zu halten. Dazu soll auch das neue Wohngebiet am Sportplatz beitragen, wo 18 Grundstücke der Gemeinde inzwischen schon stark nachgefragt sind.

Von Thomas Wachs

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