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Brück Arbeitseinsatz in der Kleinen Plane
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Arbeitseinsatz in der Kleinen Plane
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15:33 24.03.2019
Die Kleine Plane in Brück muss von Laub befreit werden, damit das Wasser wieder fließen kann. Dazu packen viele Helfer an. Quelle: Johanna Uminski
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Brück

Ausgerüstet mit Laubharke, Schippe, Säge, Beil und sogar einem Minibagger brachten insgesamt etwa 40 Teilnehmer am Samstagvormittag ihr geliebtes Plänchen, wie die Brücker liebevoll den Bach nennen, wieder auf Vordermann. Um 8.30 Uhr startete an der Silberbrücke die zweite Aufräumaktion, bei der Unrat, herabgefallene Äste und Blätter beseitigt sowie Böschungsränder neu befestigt wurden.

Viele Helfer packten Sonnabend an beim Arbeitseinsatz an der Kleinen Plane in Brück.

Der Einsatz an der etwa zweieinhalb Kilometer langen Kleinen Plane dauert bis zur Mittagszeit, zu der sich alle fleißigen Helfer dann noch bei Gulasch stärken konnten. Organisiert wurde der Einsatz vom Brücker Bürgerverein, der diese Aufräumaktionen in Zukunft regelmäßig planen möchte.

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Bei den ersten Arbeiten wurden bereits umgestürzte Bäume und Laub auf den Gehwegen und im Bachlauf beseitigt. „Durch die umgestürzten Bäume wegen der Stürme Herwert und Xavier sind auch Löcher in die Böschungen gerissen worden und der Wanderweg stellenweise unpassierbar gewesen. Freiwillige Helfer haben dort beim ersten Arbeitseinsatz mit der Motorsäge Freiheit geschafften und mit einem Radlader neue Erde herangeschafft, um die Löcher zu füllen und den Gehweg neu zu modellieren“, sagt Isabel Pesch-Kolarczyk vom Bürgerverein Brück.

Wasser fließt nicht bis zum Ende

Die Pflege des Baches sei notwendig, da sich sonst das herabfallende Laub von den Bäumen auf der Sohle niederlegt, verschlammt und den Lauf verstopft. „Wir haben ja mittlerweile das Problem, dass wir oft das Wasser nicht bis zum Ende fließen sehen können.“ Auch beim Ausschippen sei Vorsicht geboten, um die empfindliche Lehmschicht nicht zu beschädigen.

Die Kleine Plane in Brück muss von Laub befreit werden, damit das Wasser wieder fließen kann. Sigfried Tangnatz freut sich über den Erhalt seines Lebebnswerkes. Quelle: Johanna Uminski

In Zukunft soll die Aufräumaktion jedes Jahr stattfinden, wohl immer um das vorletzte Märzwochenende, sagt die zweifache Mutter. „In den letzten Jahrzehnten hat sich an der Plane ein beliebtes Spazier- und Wandergebiet, ein kleiner Erholungsort, fast ein Stadtpark entwickelt“, sagt Isabel Pesch-Kolarczyk Damit das auch weiterhin so bleibe, müssen die Bürger für die freiwillige Instandhaltung sorgen. „Der Bachlauf gehört der Stadt, aber alles, was rechts uns links von der Plane ist, befindet sich in Privateigentum“, erklärt die junge Frau weiter.

Sagenhafter Silberschatz

Die erste Aufräumaktion an der Kleinen Plane in Brück fand am 24. März 2018 statt.

Der Bachlauf wurde vor mehr als 750 Jahren von Zisterzienser-Mönchen angelegt. Sie zweigten Wasser von der Plane ab und speisten damit eine Mühle.

Einer Sage nach wurde in der Nähe der Silberbrücke einst ein Silberschatz vergraben.

Es wird behauptet, dass dieser Napoleon gehörte. Ob es diesen Schatz tatsächlich gab und dieser Napoleon gehörte und jemals gefunden wurde, bleibt bis heute offen.

Ein ganz fleißiger Helfer ist Sigfried Tangnatz. Der 83-Jährige kümmert sich seit drei Jahrzehnte um dieses Areal, baute und stellte zusätzlich unzählige Informationsschilder, Tische und Bänke auf dieser Strecke auf. Die Stadt Brück überreichte ihm daher die Ehrenbürgerwürde. „Das liegt mir hier am Herzen“, sagt der Brücker, der früher als Lkw-Fahrer gearbeitet hat.

Auch ganz junge Helfer dabei

„Früher haben auch Mitarbeiter des Bauhofes mitgeholfen – das war aber bei vier Mitarbeitern nicht zu stemmen“, erzählt Matthias Schimanowski (Pro Brück), der Brücker Bürgermeister. Um ihr Plänchen wieder fit zu machen, packten auch ganz junge Helfer mit an. „Ich bin heute hier, weil ich meine neue Axt ausprobieren möchte“, sagt der elfjährige Aidan Kolarczyk. Fleißig am Rechen ist Annette Radigk.

„Ich bin Ur-Brückerin und bin schon als Kind hier zur Schule gefahren“, erinnert sie sich. „Ich bin immer jemand, der sich beschwert, wenn in der Plane kein Wasser ist“, sagt Enrico Kaatz. „Daher habe ich gesagt, dass ich heute hier mit dabei bin – ich mache es für die Umwelt und die Tiere“, sagt der Brücker.

Tatkräftig packt auch André Kubon mit an. „Ich fahre oder jogge hier viel und möchte, dass es hier weiterhin gut aussieht“, betont der Brücker. Am Steuer des Minibaggers sitzt Clemens Schulze, der auch gerne bei der Aktion mithilft. „Wir wollen, dass das Plänchen in Brück weiterhin so schön bleibt“, sagt er zu seiner Motivation.

Von Johanna Uminski

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