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Brück Die Sozialstation der Awo zieht sich zurück
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Die Sozialstation der Awo zieht sich zurück
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17:42 18.09.2018
Bald werden keine Autos der Awo mehr in Brück zu sehen sein.
Bald werden keine Autos der Awo mehr in Brück zu sehen sein. Quelle: Andreas Koska
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Brück

Die Awo-Sozialstation wird sich aus Brück zurückziehen. Das hat sie ihren derzeit 35 Klienten kürzlich mitgeteilt. Im Wesentlichen betroffen sind die Bewohner der Anlage „Brücker Herz“ am Buchenweg. Sie haben per Brief die Mitteilung erhalten, dass die Awo die Dienstleistung an die Sozialstation „Lebensfreude“ aus Borkwalde weitergibt.

Awo-Vorstand Andre Saborowski bestätigt den geplanten Rückzug gegenüber der MAZ. „Wir können momentan personell nicht alle Anfragen im Brücker und Bad Belziger Bereich bedienen –und sind deshalb für die Klienten im Amt Brück die Kooperation mit der Sozialstation ’Lebensfreude’ eingegangen“, teilt Saborowski mit.

Am Standort soll dennoch festhalten werden

Allerdings betont er, dass sich die Awo nicht gänzlich aus Brück zurückzieht. „Wir halten langfristig am Standort fest und wollen natürlich auch die amtsangehörigen Gemeinden betreuen. Wir sind nur momentan aufgrund der großen Nachfrage in der Region gezwungen, personell Kräfte zu bündeln und Fahrzeiten zu minimieren“, erklärt er.

„Wir hatten in Brück stets nur eine Außenstelle unserer Awo-Sozialstation in Bad Belzig. Um möglichst direkt vor Ort weiterhin auch kurzfristig ansprechbare Pflegefachkräfte für die Bewohner im Buchenweg anbieten zu können, sind wir die Kooperation eingegangen“, begründet er das Vorgehen. Die Versorgung der Patienten bleibt damit weiterhin gesichert.

Anders als vor einigen Jahren in Borkheide. Dort hatte die Awo die Verträge gekündigt, ohne eine Alternative anzubieten. Offenbar hat der Dienstleister daraus gelernt.

Verwaltung war nicht über Vorgehen informiert

Die Awo bleibt zudem an anderer Stelle weiterhin in Brück präsent. „Die Tagespflege ist erweitert worden, das Mehrgenerationenhaus ’Alte Korbmacherei’ wird in diesen Tagen um einen Skaterpark ergänzt, in den Räumen des Ortsvereins sollen nach dem Umbau des Supermarktes im nächsten Jahr ein Beratungscenter und ein Seniorentreff unter Regie des Awo-Ortsvereins entstehen“, zählt das Vorstandsmitglied auf.

Zumindest die Brücker Verwaltung und Kommunalpolitik wurden von der Entwicklung überrascht. „Ich weiß nichts davon“, sagte Bürgermeister Matthias Schimanowski auf MAZ-Anfrage. Auch dem Leiter des Fachbereiches Soziales und Personal, Lars Nissen, waren die Pläne der Awo bis zur MAZ-Anfrage nicht bekannt.

Von Andreas Koska