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Brück Neues Pflegeheim in Brück: Awo zieht sich als Investor zurück
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Neues Pflegeheim in Brück: Awo zieht sich als Investor zurück
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15:11 28.07.2019
Der  Awo-Bezirksverband Potsdam betreibt an der Ernst-Thälmann-Straße in Brück die Wohnstätte „Brücker Herz" mit altengerechten Wohnungen. Sie sollte rückseitig um einen Neubau für ein Altenpflegeheim ergänzt werden.         Quelle: Thomas Wachs
Brück

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) ist von ihrem Vorhaben, in Brück ein neues Pflegeheim zu bauen, zurückgetreten. Geplant war ein dreigeschossiger Winkelbau hinter der seit langem von der Awo betriebenen Wohnstätte „Brücker Herz“ gegenüber der Amtsverwaltung in der Ernst-Thälmann-Straße.

Dieses Gebäude mit altersgerechten Wohnungen sollte zum Acker hin erweitert werden. Rund acht Millionen Euro wollte die Awo in den Neubau mit etwa 60 Plätzen zur Altenpflege investieren. Die Verwaltung bedauert den Rückzug.

Im Gespräch mit neuen Investoren

Bereits 2017 hatte die Awo mitgeteilt, dass sie die Pläne für den Neubau des Pflegeheims auf Eis lege – für zunächst zwei Jahre, hieß es damals. Mittlerweile ist die Awo komplett abgesprungen. Man sei allerdings bereits im Gespräch mit neuen Interessenten, heißt es aus der Amtsverwaltung.

„Ich kann die Entscheidung der Awo nachvollziehen“, sagt Matthias Schimanowski, Brücker Bürgermeister, auf MAZ-Nachfrage. „Die Awo findet keine Bank, die mit ihr dieses Projekt angeht. Aber ich arbeite nach wie vor gerne mit dem Verband zusammen.“ Matthias Schimanowski bestätigt, dass die Suche nach neuen Investoren laufe. „Da gibt es verschiedene Gespräche, nichts Konkretes.“

60 Pflegeplätze sollten entstehen

Etwa 30 neue Arbeitsplätze hätten mit dem Pflegeheim entstehen können.

Bereits seit 2014 plante die Arbeiterwohlfahrt den Neubau der Einrichtung am Seniorenwohnhaus „Brücker Herz“ und wurde von den Stadtvätern dabei unterstützt.

Etwa 60 Pflegeplätze sollten entstehen – ausschließlich in Einzelzimmern.

In Brück betreibt die Awo bereits eine Sozialstation und im Mehrgenerationentreff „Alte Korbmacherei“ am Schulcampus eine Tagespflegestelle.

Darüber hinaus gibt es einen Treff der Awo-Ortsgruppe und die Wohnstätte „Brücker Herz“ mit seniorengerechten Wohnungen.

Die Kommune hat weiterhin ein großes Interesse am Neubau des Pflegeheims sowie an altersgerechtem Wohnraum, sagt Schimanowski zur MAZ. „Das ist ein großes Thema. Wir haben immer mehr Leute in Brück und im Umland, die sagen, dass ihnen ihr Haus zu groß ist. Sie würden es gerne verkaufen und sind auch bereit, in eine kleine, altersgerechte Wohnung zu ziehen.“

Das „Brücker Herz“ der Awo sei ein attraktives Gebäude. Vor allem Menschen mit einem Wohnberechtigungsschein würden dort aufgenommen, so der Stadtchef weiter. „Wenn ich eine gute Rente beziehe oder vermögend bin, scheide ich für das Projekt aus. Wir wollen weiter altersgerechte Wohnungen bauen für einen Mietermarkt, der für jeden zugänglich ist.“

SVV will neue Bebauungsmöglichkeiten prüfen

Auch aus der Amtsverwaltung heißt es, dass man die Entscheidung der Awo bedauere, aber sie in großen Teilen nachvollziehen könne. „Seitens der Stadtverordneten werden nun neue Wege zur Bebauung des Areals geprüft“, sagt Lars Nissen, stellvertretender Amtsdirektor. „Aktuell gibt es mehrere Interessenten.“

Laut Nissen gab es für die Awo zwei Gründe, von dem Vorhaben abzuspringen. Einerseits sehe der Bezirksverband die Zahl der Pflegefälle in der ländlichen Region kritisch – das heißt, seitens der Awo werde die Gefahr gesehen, dass ein Pflegeheim gebaut, welches dann aber nicht belegt werde. Auf dem Lande wird die Aufgabe häufig von Angehörigen übernommen.

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Andererseits verfüge die Awo, besonders im ländlichen Raum, immer weniger über das notwendige Fachpersonal, sodass sie Gefahr laufen würden, dass die Pflege der Bewohner nicht sichergestellt werden könnte, erklärt Lars Nissen weiter.

„Hierzu gab es bereits intensive gemeinsame Gespräche mit dem Jobcenter und der Arbeitsagentur. Ziel war es, Fachkräfte bereits im Vorfeld auszubilden und dann an den Standort Brück zu binden. Leider scheiterte dies aufgrund der bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen.“

Die Awo selbst hat sich trotz mehrmaliger Nachfrage der MAZ nicht zu ihrer Entscheidung geäußert.

Von Johanna Uminski

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