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Brück Unbekannter bedroht langjährige Bürgermeisterin seit über 20 Jahren
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Unbekannter bedroht langjährige Bürgermeisterin seit über 20 Jahren
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14:31 17.05.2019
Angelika Schulz, langjährige Bürgermeisterin von Borkheide, sieht sich anonymen Drohungen ausgesetzt. Quelle: Johanna Uminski
Borkheide

Angelika Schulz ist eine starke Frau, die sich gerne für andere einsetzt. Für die Waldgemeinde war sie von 1993 bis 2014 ehrenamtliche Bürgermeisterin. Wenn nicht ihre Krankheit dazwischen gekommen wäre, hätte sie, wie sie sagt, gern noch weitergemacht. Ungeachtet dessen, dass es irgendwo einen Menschen gibt, der Angelika Schulz mit anonymen Drohungen überzieht.

Gemeinsam mit den Mitgliedern der Gemeindevertretung hat sie viel im Ort umgesetzt – sei es der Schul- und Kitaneubau, die Nahversorgung, die Post, der Marktplatz, Bahnhofvorplatz, Sportplatz mit Gebäude und Feuerwehrgerätehaus oder das Waldbad – um nur einiges zu nennen. Als Ortschefin hat sie sich für die Belange und die Bürger im Ort eingesetzt und interessiert.

Erste Zusendung 1998

An dem Engagement änderten auch die anonymen Drohbriefe nichts, die Angelika Schulz seit 1998 erhält. Die ersten namenlosen Zusendungen erhielt sie zunächst als Postkarten, später in Form von Briefen. Etwa zehn Stück werden es gewesen sein, schätzt sie. Das letzte Kuvert ging erst vor wenigen Wochen ein. Dazwischen gab es immerhin eine Pause von sechs Jahren.

„Ich kann nicht nachvollziehen, wie ein Mensch so etwas schreiben kann. Die Worte gehen unter die Gürtellinie“, berichtet die 64-Jährige. Im jüngsten Brief diffamierte sie der Unbekannte mit widerwärtigen Begriffen und der böswilligen Behauptung, sie habe Geld „ergaunert“. „Ich bin erschüttert! Ich habe niemandem was weggenommen“, betont die Borkheiderin.

Als Ortschefin eher geschlichtet

In ihrer Zeit als ehrenamtliche Bürgermeisterin gab es auch Auseinandersetzungen – zum Beispiel beim Straßenausbau oder beim Ausbau des Gehweges und der Parkbuchten entlang der Friedrich-Engels-Straße, so Schulz. „Ich habe Nachbarkeitsstreitigkeiten geschlichtet, half beim Ausfüllen von Dokumenten und Formularen“, sagt sie. „Gab es Probleme mit den Leuten vor Ort, wurde nach Lösungen gesucht. Egal mit welchem Anliegen die Leute zu mir gekommen sind, auch wenn es eigentlich nicht meine Aufgabe war, ich habe immer versucht zu helfen.“

Für Angelika Schulz hat der Autor der Briefe die Grenze der Meinungsfreiheit schon längst überschritten. Bei der Borkheiderin hinterlassen die Worte des anonymen Verfassers ihre Spuren. „Mir geht es mies.“ Sie grübelt schon lange, wer der Verfasser oder die Verfasserin sein könnte. Vermutlich jemand, die frustriert, neidisch und unzufrieden ist. „Das Schlimmste ist, dass der- oder diejenige vielleicht vor mir steht – aber ich weiß es nicht. Anonym sein ist so was von feige.“

Strafanzeige gestellt

Die Postkarten und Briefe wurden mit der Schreibmaschine oder dem Computer verfasst. Angelika Schulz weiß, dass ihr Ärger darüber keine Lösung bringt. Daher hat sie sich an die Polizei gewandt, die Drohbriefe übergeben und eine Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.

Dass Lokalpolitiker bedroht und gemobbt werden, ist in der Region wohl nicht auf der Tagesordnung. Die Polizeistatistik erfasse nicht ob sich solche anonymen Bedrohungen zum Beispiel gegen einen Politiker, Handwerker oder Arzt richten, erläutert Polizeisprecher Oliver Bergholz.

Aufgeben ist keine Option

Zu den Ermittlungstaktiken, die in solchen Fällen angewendet werden, könne er keine Auskunft geben. „Die Chancen, einen Täter zu fassen, richten sich nach Sachverhalt, Spurenlage, Hinweisen und Ermittlungen beziehungsweise den sich daraus ergebenden Ermittlungsergebnissen“, erläutert Berkholz.

Für Angelika Schulz heißt es weiterhin Ruhe und Geduld bewahren. „Ich verdränge den Brief wieder, um damit abzuschließen und meine Ruhe zu finden“, so die Rentnerin. Sie hofft, dass sie solche Post in Zukunft nicht mehr erhält. „Jeder hat die Möglichkeit, sich einzubringen. Es liegt an einem selbst, wie er oder sie sein Leben gestaltet.“

Nach den ersten Drohbriefe habe ihr Mann geraten, das Ehrenamt aufgegeben. Die ersten Droh-Postkarten seien an die Amtsverwaltung in Brück gegangen, „für alle einsehbar“, erinnert sie sich. Dem Rat ihres Gatten folgte Angelika Schulz aber nicht „Der Typ bin ich nicht. Ich bin ein Kämpfertyp und die Briefe motivieren mich gerade, weiter zu machen und Zähne zu zeigen.“

Von Johanna Uminski

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