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Brück 30 Jahre danach: Gespräche über die Mauer
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück 30 Jahre danach: Gespräche über die Mauer
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17:15 28.04.2019
Die Schieber-Aktentasche erinnert an die Zeit der deutschen Teilung. Quelle: Helmut Kautz
Brück

„Wem gehört die Aktentasche?“ klingt es drohend im Zug zwischen Drewitz und Gribnitzsee. Ein Grenzer will das wissen. Die Besitzerin behält die Nerven und schweigt. Das Schiebergut für diesen Tag ist weg. Aber sie kann nach Hause fahren.

Beim Picknick der Generationen „Brück spricht – über die Mauer“ wird sich die Protagonistin von jungen Leuten befragen lassen über ihre Erlebnisse mit der Grenze zu Westberlin.

Ausstellung zu Grenzerfahrungen

Dazu hat die Evangelische Gemeinde eingeladen. Anlass ist die Eröffnung der Ausstellung „Komm doch mal rüber“. Das war zwischen 1961 und 1989 leichter gesagt als getan. Als die Mauer Deutschland und Berlin teilte, konnte man seine Verwandten und Freunde im anderen Teil der Stadt nicht einfach besuchen.

Für Ein- und Ausreise benötigte man ein Visum und konnte die Grenze nur an speziellen Übergängen passieren. Die Ausstellung beantwortet Kindern zwischen acht und zwölf Jahren und ihren Begleitern Fragen zur Grenze, die sich 28 Jahre durch Berlin zog.

Dreidimensionale Erlebnisboxen

Nachdem die Mauer fast 30 Jahre nicht mehr existiert, soll der Nachwuchs selbst nachvollziehen, was die Trennung der Menschen bedeutete. Dreidimensionale Erlebnisboxen simulieren die historische Situation. Maria Nooke, Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur in der DDR wird vor Ort sein.

In vielen kleinen Runden bis zu zehn Teilnehmern soll – in geselliger Runde mit mitgebrachten Speisen und Getränken – über die ganz persönlichen Erlebnisse generationsübergreifend erzählt werden.

Gespräche unter Generationen

Clemens Heinrich berichte beispielsweise, wie es ihm als Brücker im Westen erging; Friedbert Enders erinnert sich an das Ende auf dem NVA-Raketen-Stützpunkt Brück und Ursula Vollet sah den Zusammenbruch des „antifaschistischen Schutzwalls“ vom Westen aus. „Denn wer heute unter 40 ist, hat ja schlicht keine Erfahrung mit der Mauer“, weiß Pfarrer Helmut Kautz, der jene Zeit in seinem Heimatort Reetz erlebt hat.

Zur Tarnung das Zentralorgan

„Wer will, kann einen Gegenstand, der für ihn mit der Mauer zu tun hat, mitbringen“, sagt der Geistliche. Ein Beispiel ist die erwähnte Aktentasche von Helga Haseloff. Darin ist zur Tarnung das Zentralorgan der SED „Neues Deutschland“ aufbewahrt. Das ND beruhigte die Grenzer etwas – aber nicht immer, wie sie erzählen wird.

TERMIN: Der Treff „Brück spricht“ beginnt am 1. Mai, 14 Uhr, in der Lambertuskirche mit der Ausstellungseröffnung samt Schülervortrag und festlicher Musik. 15.15 Uhr folgen Picknick und 16.30 bis 17 Uhr das Podium.

Von Rene Gaffron

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