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Brück Schüler und Senioren diskutieren den Mauerfall – Ausstellung eröffnet
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Schüler und Senioren diskutieren den Mauerfall – Ausstellung eröffnet
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18:34 02.05.2019
30 Jahre nach dem Mauerfall sind Jung und Alt in Brück miteinander ins Gespräch gekommen. Quelle: Johanna Uminski
Brück

13. August 1961 und 9. November 1989 – zwei prägende Daten in der deutschen Geschichte. Einmal der Bau der Mauer und dann ihr Fall. Anlässlich des nahen 30-jährigen Jubiläums der friedlichen Revolution, samt Wiedervereinigung, wurde die Sonderausstellung „Komm doch mal rüber“ in der Brücker Lambertuskirche eröffnet.

Die grenzenlose Freude über den Fall der Berliner Mauer ist noch greifbar. Es wurde beim Dialog der Generationen in Brück vermittelt. Jugendliche befragten Zeitzeugen zur deutschen Teilung.

Rund 60 Erwachsene und Schüler fanden den Weg in das Gotteshaus. Nach den Begrüßungsreden durch Pfarrer Helmut Kautz und dem Brücker Bürgermeister, Matthias Schimanowski, eröffnete die Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur in der DDR, Maria Nooke, die Ausstellung.

Musikalisch umrahmt wurde Veranstaltung von den Brücker Streichern. Aidan Kolarczyk, Schüler der 5. Klasse, zeigte seine Präsentation „die DDR – Ein Land vor meiner Zeit“.

Jugendliche gut vorbereitet

Im Anschluss fand ein Picknick statt, bei dem in gemütlicher Atmosphäre der Austausch der Generationen über die Mauer im Mittelpunkt stand. Gekommen waren Gesprächspartner, die ihre bewegenden Mauererlebnisse schilderten.

Befragt wurden sie von Schülern und Jugendlichen, die sich auf diesen Tag gut vorbereitet haben. Sie interessierten sich beispielsweise dafür, ob die Zeitzeugen überlegt haben, abzuhauen, ob sie ein Andenken von der Mauer haben oder wo sie beim Mauerfall waren.

Grenzverkehr wird simuliert

Noch bis zum 31. Mai 2019 ist die Sonderausstellung „Komm doch mal rüber“ täglich in der Zeit von 10 bis 18 Uhr in der Lambertuskirche zu sehen.

Dreidimensionale Erlebnisboxen beantworten spielerisch Fragen zum Grenzverkehr zwischen den beiden Hälften Berlin.

Auf der Chausseestraße in Berlin lag früher eine von sieben DDR-Grenzübergangsstellen. Exemplarisch zeigt dieser Ort die Trennung von Ost und West.

Die Ausstellung eignet sich für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren in Begleitung Erwachsener.

Die Exposition ist ein Projekt des Berliner Forums für Geschichte und Gegenwart und gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

„Besonders beeindruckt hat mich die Geschichte von dem Micky-Maus-Heft. Das können wir uns heute gar nicht mehr vorstellen, wie streng das damals in der DDR war“, sagt Emilie Schröter.

Die 14-jährige Brücker Schülerin interviewte Brita Werner, die in Gießen (Hessen) aufgewachsen ist und als 17-Jährige eine Klassenfahrt nach West-Berlin unternahm. „Auf der Fahrt hat uns unser Lehrer kurz vor der Grenzkontrolle darauf vorbereitet, dass wir alle Bücher und Zeitschriften verstecken sollen“, erzählt die Frau, die seit drei Jahren in Brück wohnt.

Der Grenzkontrolleur entdeckte das besagte Heftchen in einer Ablage. „Wir mussten alle aussteigen, zwei Schäferhunde wurden durch den Bus gejagt, alle unsere Gepäckstücke wurden kontrolliert. Wir standen drei Stunden an der Grenze“, erinnert sich Werner.

Keine Reisefreiheit

In der DDR „nicht so tolle Sachen“ erlebte Margarete Kahmann. „Weil wir uns kirchlich engagierten, hatten meine Kinder Schwierigkeiten, einen Studienplatz zu erhalten“, erzählt die Brückerin. Eine ähnliche Erfahrung machte die Großmutter von Erich Kautz.

„Meine Oma wollte nach Israel fahren und bekam Schwierigkeiten mit der Stasi“, berichtet der 14-Jährige. In der Schule haben er und der gleichaltrige Daniel Schmid die DDR thematisiert. „Wir wissen, wann die Mauer aufgebaut und gefallen ist, dass die Grenzkontrollen sehr streng waren und man durfte nicht überall verreisen“, berichten beide Schüler.

Fluchtversuch endet in der Haft

Eine besonders bewegende Mauergeschichte erzählt Dieter Dunker. In West-Berlin aufgewachsen, wechselte er der Liebe wegen kurz nach der Mauerschließung nach Ost-Berlin. Später wollte der damals junge Mann wieder zurück. Einen offiziellen Weg gab es nicht. Also blieb nur die Flucht.

Mit einem Verbündeten war alles geplant. „Kurz vorher mussten wir alles abblasen, weil unser Plan nicht mehr funktionierte“, erinnert sich Dunker, der heute in Fichtenwalde wohnt. Ein neuer Plan musste her. Dieser misslang. Er und sein Freund kamen ins Gefängnis. „Von Günther habe ich seitdem nie wieder mehr was gehört.“

Am Tag der Grenzöffnung waren Dieter Dunker und seine Frau in Berlin. „Das war eine Verbrüderung – das war der Wahnsinn. Das kann man sich nicht vorstellen und in Worten wiedergeben“, beschreibt der Fichtenwalder diesen besonderen Tag. Das Ehepaar war 1984, nach fast vier Jahren Wartezeit, offiziell aus der DDR ausgereist und landete in West-Berlin.

Von Johanna Uminski

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