Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brück Zum Jubiläum: Wasserversorger hat jetzt eine Doppelspitze
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Zum Jubiläum: Wasserversorger hat jetzt eine Doppelspitze
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:48 26.03.2019
Im Wasserversorgungsverband Hoher Fläming ist Martin Kolpazik (li.) neuer technischer Leiter. Kaufmann Ralf Henneberg ist ab Mai Betriebsleiter. Quelle: Thomas Wachs
Brück

Seit 25 Jahren ist der Wasserversorgungsverband Hoher Fläming am Netz. Quasi zur Silberhochzeit stellt sich der größte Dienstleister vieler Kommunen im Hohen Fläming jetzt mit einer neuen Personalstruktur den wachsenden Herausforderungen.

In der Betriebsleitung am Verwaltungssitz in Brück gibt es ab sofort einen neuen technischen Betriebsleiter. Maschinenbauingenieur Martin Kolpazik aus Brandenburg an der Havel ist dafür eingestellt worden.

Der 32-Jährige steht nun Ralf Henneberg (41) zur Seite. Der bisherige kaufmännische Leiter übernimmt die Betriebsleitung von Peter Gronemeier. Er war seit 2012 beim WAV tätig und geht zum 1. Mai in den Ruhestand.

Versorger für große Region

Der Wasserversorgungsverband „Hoher Fläming” (WAV) mit Sitz im Brücker Gewerbegebiet versorgt rund 22 000 Einwohner in Orten der Gemeinde Wiesenburg/Mark, in den Ortsteilen der Stadt Bad Belzig sowie in den Ämtern Brück und Niemegk mit Trinkwasser.

Zum Verbandsgebiet gehören 13 Mitgliedsgemeinden mit 43 Orten.

Das gesamte Versorgungsgebiet erstreckt sich insgesamt über gut 900 Quadratkilometer. Es ist damit größer als die Fläche Berlins.

Der WAV betreut 8600 Hausanschlüsse. Sie werden über ein 330 Kilometer langes Leitungsnetz versorgt.

Im Durchschnitt wurden zuletzt pro Jahr gut 900 000 Kubikmeter Trinkwasser verkauft.

Es wird heute an zehn Orten gefördert. Früher waren es doppelt so viele Wasserwerke.

Ralf Henneberg ist dann weiterhin vor allem für den kaufmännischen Bereich des WAV und die aktuell insgesamt 23 Mitarbeiter zuständig. Die Verbandsversammlung billigte die interne Neubesetzung der Betriebsleitung.

Auf Ausschreibung verzichtet

Verzichtet hatten die Vertreter der Kommunen damit auf eine Ausschreibung sowie auch darauf, einen hauptamtlichen Verbandsvorsteher neu zu etablieren. Dieser sollte den in dieser Funktion seit 2010 ehrenamtlich tätigen Thomas Hemmerling, Amtsdirektor von Niemegk, entlasten.

Angesichts des Jubiläums lobte Hemmerling jetzt in einem Pressegespräch die „solide Entwicklung des Verbandes“. Trotz steigender Kosten und gewachsener Aufgaben sei es ohne Personalzuwachs gelungen, die Trinkwassergebühr stabil zu halten.

Der Wasserversorgungsverband Hoher Fläming muss noch einige Leitungen erneuern. Quelle: WAV

Als Dienstleister tätig ist der WAV technisch und in der Betriebsführung inzwischen auch für den Abwasserentsorgungsverband Niemegk, den Trink- und Abwasserzweckverband „Freies Havelbruch“ in Golzow (TAZV) sowie in der Abrechnung für den Abwasserzweckverband „Planetal“ mit Sitz in Brück.

Beiträge wurden abgeschafft

Gut gemeistert worden seien zuletzt vor allem die besonderen Herausforderungen um die Thematik der Altanschließerbeiträge, so Hemmerling.

Dazu hatte sich der WAV entschlossen, „Neuanschließern“ ihre Anschlussbeiträge zurückzuzahlen und das Finanzierungssystem umzustellen. Seither gelten im Verbandsgebiet höherer Gebühren, in die Ausgaben für allgemeine Anlagen einfließen. Reine Anschlussbeiträge gibt es nicht mehr beim WAV.

Insgesamt hat der Verband seit 1994 rund 30 Millionen Euro in den Ausbau des Trinkwassernetzes sowie der Förderanlagen investiert, erklärt der scheidende Betriebsleiter Peter Gronemeier. Rund 70 Prozent des Leitungsnetzes seien modernisiert worden. Doch noch immer gebe es Abschnitte, die aus Zeiten der Ersterschließung um 1915 stammen oder noch mit Rohren aus Stahl und Asbestbeton ausgeführt sind.

Bedingungen verschlechtert

Bei den Investition hätten sich die Rahmenbedingung allgemein verschlechtert. Flossen in den Anfangsjahr nach Verbandsgründung Zuschüsse von der EU dem Land und dem Bund noch üppig, trockneten diese Quellen für Fördergelder zunehmend aus.

Zudem steigen Baukosten immer weiter. So hofft der WAV noch immer auf längst beantragte Zuschüsse, mit denen weitere Wasserwerke auf Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern zur autarken Stromversorgung umgerüstet werden sollen, sagt der WAV-Betriebsleiter.

Insgesamt gehöre der Bezug preiswerter Energie zu den größeren Herausforderungen für die Zukunft, denen sich der Verband stellen muss. 130.000 Euro Stromkosten pro Jahr schlagen zu Buche. „Auch die Digitalisierung wird in Zeiten der elektronischen Verwaltung ein wachsendes Thema für uns“, erklärt Verbandsvorsteher Hemmerling.

Neue Strukturen im Blick

Im Verbund mit weiteren Dienstleistern der Region müsse zudem die Problematik der nach Gesetzesänderungen drastisch steigenden Kosten zur Entsorgung von Klärschlamm aus der Abwasserbearbeitung intensiver diskutiert werden.

Aus diesen bereits gestarteten Kooperationen heraus sieht Thomas Hemmerling auch Ansätze dafür, „über neue Verbandsstrukturen in der Region wieder intensiver nachzudenken“. Herausforderung sei es zunächst, den TAZV Golzow zu integrieren. Dazu laufen seit 2014 Gespräche.

„Auch das Thema Lehrlingsausbildung müssen wir wieder forcieren, um junge Kräfte als Nachrücker für mehrere unserer demnächst in Ruhestand gehenden Mitarbeiter zu finden“, erklärte der künftige WAV-Betriebsleiter Ralf Henneberg gegenüber der MAZ.

Von Thomas Wachs

Ein Traktor mit Hänger ist am Montag auf der B 246 in Gömnigk gestoppt worden. Er hatte Steine geladen. Doch das Gespann musste aus dem Verkehr gezogen werden.

25.03.2019

Bastler Heribert Heyden aus Borkwalde tüftelt kuriose Dinge mit kreativen Lichtideen. Auch seine Frau ist angesteckt von dem Hobby. Es lässt aus Altem schmuckes Neues entstehen.

25.03.2019

Der Tourismusverein im Amt Brück ist überzeugt: Die Gäste schätzen das Engagement der Herbergsbetriebe für den Natur- und Artenschutz. Deshalb fördert der Verein die Aktion „Schwalben willkommen“.

25.03.2019