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Brück Daten aller Bäume werden gesammelt
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Daten aller Bäume werden gesammelt
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15:54 30.12.2018
Erste Daten für ein Baumkataster der Amtes Brück: Franka Swolana kartierte als Studentin für ihre Bachelorarbeit bereits den Bestand im Gutspark zu Cammer. Quelle: Foto: Andreas Koska
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Brück

Mehr als 5.000 Bäume und Baumgruppen stehen im Gebiet des Amtes Brück auf kommunalen Grundstücken. Sie alle sollen jetzt in einem Baumkataster erfasst werden. Inspiziert werden müssen dazu Straßen, Plätze, Parkanlagen und die Freigelände von öffentlichen Einrichtungen wie Schulen oder Kindertagesstätten, Friedhöfe und Areale der Feuerwehr.

„Diese jährlich zu begutachten und zu überprüfen, übersteigt die Möglichkeiten des für Grünflächen zuständigen Mitarbeiters“, sagte Amtsdirektor Marko Köhler kürzlich im Amtsausschuss. Deshalb sollen diese Arbeiten nun an ein externes Büro vergeben werden. Eine Ausschreibung läuft bereits.

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Datenbank für den Baumbestand

Dabei soll der gesamte Bestand zuerst erfasst und in eine Datenbank eingegeben werden. Danach sollen die Gehölze jährlich kontrolliert werden. Die Kontrolle des kommunalen Baumbestandes gehört zu den Pflichtaufgaben der Gemeinden.

Daten für das Baumkataster

Im Kataster sollen über die Baum- und Plakettennummer die Baumart, Standort, Höhe, Stammumfang und Kronendurchmesser erfasst werden.

Zusätzlich werden Umfeld, Entwicklungsphase, Vitalität, Schädigungsgrad und Sicherheitserwartung dokumentiert.

Die Baumprüfung soll per Sichtkontrolle nachd er VTA-Methode erfolgen.

Eine Organisationsuntersuchung des Amtes ergab, dass für diese Arbeiten eine volle Stelle geschaffen werden müsste. Deshalb sei es wirtschaftlicher, die Tätigkeit extern zu vergeben. In der Verwaltung wird davon ausgegangen, dass zwei Drittel der Arbeiten das entsprechende Büro macht. Das verbleibende Drittel soll weiterhin der für Grünflächen zuständige Bearbeiter im Amt leisten.

Dazu zählen soll die Bearbeitung der festgestellten Schäden sowie die Fortführung des Baumkatasters . Die amtsangehörigen sechs Gemeinden sind als Eigentümer der Bäume für die Verkehrssicherheit der Bäume verantwortlich. „Die ausgeschriebenen jährlichen Sichtkontrollen dienen dem Ziel, der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, Fehlentwicklungen zu korrigieren und Gefahren abzuwehren“, heißt es in der Leistungsbeschreibung.

Metallmarke weist Nummer aus

Erfolgen soll diese Arbeit auf einer Gesamtfläche von 232 Quadratkilometern, denn so groß ist das Amt Brück. Aufmerksame Spaziergänger können schon jetzt den einen oder anderen Baum bemerken, an dem in etwa 2,5 Meter Höhe eine kleine Metallmarke mit einer Nummer befestigt ist.

Diese Plaketten sollen bald an allen kommunalen Bäumen hängen, die mit einer laufenden Nummer versehen werden. Nur in so genannten waldartigen Beständen, wie dem Gutspark Cammer, erfolgt die Kennzeichnung mit Farbspray. Damit soll vor allem Zeit eingespart werden. Denn für die Anbringung der Plakette gibt es feste Regeln. Die im Durchmesser 40 Millimeter große Marke ist so anzubringen, dass sie schnell wiederzufinden ist. Der Nagel soll nicht ganz eingeschlagen werden, leicht herausragen und von der Straße aus lesbar sein.

Auftrag für zwei Jahre

Auch für die Erfassung gibt es feste Vorgaben. So sollen alle schützenswerten Bäume ab einem Stammdurchmesser von zehn Zentimetern in einer Höhe von 1,3 Metern in das Kataster aufgenommen werden. „Bei mehrstämmigen Bäumen wird jeder Stämmling getrennt angegeben“, lautet die Vorgabe in der Ausschreibung.

Der Auftrag wird jetzt für zwei Jahre vergeben. Dann erhoffen sich die Amtsverwaltung und mit ihr die Gemeinden, einen Überblick über den gesamten Baumbestand zu haben. Spätestens im Frühjahr soll die Erfassung starten, wenn sich Anbieter finden. Eine Verlängerung des Auftrags ist im Zweijahresrhythmus angedacht.

Ein kleine Grundlage für das Kataster des Amtes Brück ist bereits gelegt. Vor kurzem hatte die Potsdamer Studentin Franka Swolana ein Baumkataster des Gutsparks Cammer angelegt als Hausarbeit in ihrem Studium für Landschaftsplanung.

Von Andreas Koska