Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brück Werkzeuge als Beute: Handwerker rüsten sich gegen Einbruchserie
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Werkzeuge als Beute: Handwerker rüsten sich gegen Einbruchserie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:17 04.04.2019
Tischler Reinhold Thiele am Hintereingang seiner Werkstatt, in welche eingebrochen wurde. Dabei wurden die Tür und der Rahmen stark beschädigt. Quelle: Jan Russezki
Mittelmark

Einbrecher treiben im Hohen Fläming ihr Unwesen. Sie haben es auf Werkzeuge abgesehen und am vergangenen Wochenende gleich in drei Orten Beute gemacht. Die Handwerker sind besorgt und bereiten sich auf erneute Einbrüche vor – denn schon im Januar gab es eine erste Einbruchswelle.

In Linthe, Nichel und Brück hatten es die Täter vor allem Werkzeug aus Gewerberäumen und Werkstätten abgesehen. Die Einbrüche scheinen einen ähnlichen Hintergrund zu haben.

In Nichel haben Einbrecher in der Nacht zum 31. März den Zaun hinter Reinhold Thieles Tischlerei zerschnitten und die Tür zu seiner Werkstatt gewaltsam aufgebrochen. Sie stahlen eine Schlagbohrmaschine und eine Poliermaschine im Gesamtwert von 500 Euro.

Begehrte Beute: Werkzeuge

„Ich hätte das Schild schon längst abmachen sollen“, sagt der Rentner, der seine Werkstatt nur noch für sein Hobby nutzt. Seit 1980 besitzt er die Werkstatt seines Vaters und nie wurde bei ihm eingebrochen. Nun scheint das Werkstattschild schon zum zweiten Mal in diesem Jahr Einbrecher angelockt zu haben. Auch bei dem ersten Einbruch Ende Januar hatten die Einbrecher es auf sein Werkzeug abgesehen. Damaliger Schaden: 8000 Euro.

Der Zaun hinter der Tischlerei von Reinhold Thile wurde zerschnitten. Quelle: Jan Russezki

In der Nacht zum Samstag hatten Einbrecher in Linthe Werkzeug, Baumaschinen und Reitutensilien erbeutet. Dort brachen sie in Gewerberäume ein und hinterließen einen Schaden im mittleren vierstelligen Bereich.

In der Nacht zum Freitag war das Tor des Brücker Bauhofes aufgehebelt worden. Es verschwanden mehrere Gartengeräte. Auch hier ist der Schaden hoch: 10.000 Euro.

In allen drei Fällen ermittelt die Kriminalpolizei wegen des besonders schweren Falls des Diebstahls und prüft einen Zusammenhang.

Mögliche zweite Welle einer Serie

Die aktuelle Einbruchserie scheint eine zweite Welle ähnlicher Einbrüche zu sein. Schon Ende Januar gab es drei Einbrüche in Werkstätten, bei den Werkzeug gestohlen wurde. So hatte neben Reinhold Thiele, auch ein Steinmetz in Brück einen Schaden von 10.000 Euro sowie die Tischlerei Tietz einen Schaden von 20.000 bis 30.000 Euro.

Tischler Bernd Tietz berichtet von einer ähnlichen Vorgehensweise, wie bei der Tischlerei Thiele in Nichel. Mit dem Auto seien die Täter auf das leer stehende Nachbargrundstück gefahren und haben dort den Zaun hinter dem Haus aufgeschnitten. Während in Nichel die Tür gewaltsam aufgebrochen wurde, haben die Täter in Brück die Fensterscheibe säuberlich aus dem Rahmen genommen. Er musste seinen Betrieb mit acht Angestellten wegen der fehlenden Werkzeuge für zwei Tage schließen.

Auch hinter der Tischlerei von Bernd Tietz wurde der Zaun aufgeschnitten. Quelle: Jan Russezki

Weder die Tischlerei Tietz noch die Tischlerei Thiele hatten zuvor besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen. „Ich hätte nicht gedacht, dass mir das jemals passiert“, sagt Bernd Tietz. Auch Reinhold Thiele war überrascht: „Das war beim ersten Mal ein richtiger Schock.“ Heute wirkt er gelassen, denn viele Werkzeuge gäbe es nicht mehr zu holen.

Einbruchzahlen konstant

Knuth Thiel von der Industrie- und Handelskammer veröffentlicht alle zwei Jahre das Kriminalbarometer für Brandenburg. Er hat festgestellt, dass „die Lage eines Unternehmens manchmal ungünstig ist“. Für ihn spielen „gute Parkmöglichkeiten, die Lage in einer uneinsehbaren Ecke, die Nähe zu Grenzen oder die Entfernung zu Polizeirevieren“ eine wichtige Rolle. Damit sind Brück und Nichel mit ihrer Nähe zur Autobahn attraktiv. Die Polizei ergänzt auch um die dunkle Jahreszeit, in der häufiger eingebrochen wird.

Laut der Polizei sind die Einbruchzahlen in Gewerbe im Hohen Fläming von 2017 zu 2018 nur um vier Fälle gestiegen. Das bestätigt auch Knuth Thiel: „Die Zahlen sind über Jahre etwa konstant: „Die Kriminalität entwickelt sich in solchen Regionen eher wellenförmig, weil die Täter eine Logistik aufbauen und die Baumaschinen erst einmal wegbringen müssen“, erklärt er.

Sicherheitskonzept überdenken

Thiel rät, jedes Jahr das eigene Sicherheitskonzept zu überdenken und sich an Beratungsstellen zu wenden. Bernd Tietz aus Brück hat es früher nicht für nötig gehalten, eine Alarmanlage einzubauen. Nach dem Einbruch installierte er einen Bewegungsmelder mit Licht- und Akustikalarm. “Ich brauche keine Kamera, sondern richtig Krach“, sagt er. Vor einigen Tagen löste der Alarm tatsächlich aus. „Ich vermute, dass da jemand an dem Schalter rumgefummelt hat“, sagt er. Auch seine Fenster sind nun geschützt.

Kurz darauf, am vergangenen Wochenende, wurde bei Reinhold Thiele in Nichel erneut eingebrochen. Sein verstärkter Schlossbeschlag hat die Täter am vergangenen Wochenende nicht aufgehalten. Er will nun auch auf eine Alarmanlage und verstärkte Türen setzen.

Thiele erzählt, dass er mittlerweile einen Teil seiner Werkzeuge identifizieren konnte. Bei einer Polizeikontrolle in Berlin seien zwei Männer aus einem Auto geflohen, in dem sich Diebesgut befunden hätte. Darunter auch seine Werkzeuge.

Die Polizei hat die Sicherstellung der Werkzeuge auf Anfrage der MAZ bestätigt. „An dem Diebesgut wurden kriminaltechnische Untersuchungen durchgeführt, deren Auswertung abzuwarten bleibt“, so eine Sprecherin der Polizei.

Von Jan Russezki

Weil die Kommunalaufsicht des Landkreises den Haushalt der Gemeinde Borkheide für 2019 im zweiten Anlauf genehmigt hat, können die Planungen für die Grundschule jetzt beginnen. Erste Ideen wurden bereits skizziert.

03.04.2019

Polizisten haben am Dienstag in Golzow einen Mann gestoppt, der mit seinem Auto durch Golzow fuhr. Warum sie den 23-Jährigen zu einer Klinik brachten, hatte einen bestimmten Grund.

03.04.2019

Borkwalde will mit einem Millionenkredit ein neues Kinderhaus errichten. Doch die Kommunalaufsicht beim Landkreis belegt die Gemeinde mit Auflagen. Das macht einige Gemeindevertreter nervös.

02.04.2019