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Brück Engagierte Bürger mit Ehrenurkunden ausgezeichnet
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Engagierte Bürger mit Ehrenurkunden ausgezeichnet
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11:39 04.01.2019
Andreas Koska mit seiner Ehrenurkunde.
Andreas Koska mit seiner Ehrenurkunde. Quelle: Christiane Sommer
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Cammer

Mit einer Ehrenurkunde und einem großen Blumenstrauß hat sich die Gemeinde Planebruch dieser Tage bei drei Einwohnern bedankt, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in ihrem Heimatdorf Cammer engagieren. Aus den übrigen zur Gemeinde gehörenden Orten Oberjünne, Damelang und Freienthal war niemand für die Auszeichnung vorgeschlagen worden.

Während der traditionellen Seniorenweihnachtsfeier der vier Orte überreichte Gemeindevertreterin Gudrun Schmidt in Vertretung von Bürgermeister Ulf Dingelstaedt die Urkunde. Im Vorfeld waren die Vorschläge im Gemeindeparlament beraten worden.

Helga Müller pflegt die Luisenlinde

Mit Helga Müller wurde zum ersten Mal eine Frau geehrt. Die pensionierte Lehrerin kümmert sich seit neun Jahren um die Grünanlage an der Luisenlinde. Nachdem der Baum gepflanzt und die Anlage hergerichtet war, hatte sie sich spontan bereit erklärt, die Pflege zu übernehmen.

Doch damit nicht genug. Die 69-Jährige singt im Gemischten Chor des Dorfes und führt dessen Chronik. Ihren Recherchen ist es unter anderem zu verdanken, dass der Chor die „Zelter-Medaille“ verliehen bekam.

Ehrung seit 2013

Die Ehrenurkunde für verdiente Bürger wird in der Gemeinde Planebruch seit 2013 vergeben. Sie wurde auf Vorschlag des Freienthaler Abgeordneten Nino Winkelmann ins Leben gerufen.

Mit ihr sollen Bürger ausgezeichnet werden, die sich um die Gemeinde oder die einzelnen Ortsteile verdient gemacht haben. Es handelt sich dabei um einen symbolischen Akt, der mit keinen finanziellen Aufwendungen verbunden ist.

Günter Kabelitz aus Freienthal war der erste Bürger, der die Ehrenurkunde 2013 erhielt. Im Jahr darauf wurden Gerhard Rettig und Joachim Richter aus Cammer mit der Urkunde ausgezeichnet.

Danach geriet die Auszeichnung in Vergessenheit. Erst in 2018 wurden abermals sechs Einwohner für die Ehrung vorgeschlagen.

Die Gesangsgemeinschaft, die aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken ist, wird seit mehr als zwei Jahrzehnten durch Jürgen Giese geleitet. Für die Gemeinde Planebruch ein triftiger Grund, ihn ebenfalls mit der Ehrenurkunde auszuzeichnen. Unter Gieses Leitung fanden in den vergangenen Jahren wiederholt Chortreffen im Gutspark statt.

Ungezählt sind dabei die vielen Auftritte der Gemeinschaft, die außerhalb von Cammer absolviert wurden. Gleichzeitig sorgte Giese für frischen Wind beim Chor, sodass dessen 120. und der 130. Geburtstag gebührend gefeiert, eine neue Vereinsfahne geweiht und die „Zelter-Medaille“ entgegen genommen werden konnte. Und: Jürgen Giese hat sowohl das „Cammerlied“ als auch das „Planebruchlied“ mit eigenen Kompositionen vertont.

MAZ-Autor ausgezeichnet

Als Dritter im Bunde ist Andreas Koska mit der Ehrenurkunde bedacht worden. Der 62-Jährige zog einst von Berlin nach Cammer. Kaum, dass er in seiner neuen Wahlheimat angekommen war, begann er, sich ehrenamtlich zu betätigen.

Als es 2008 die Ersterwähnung des Dorfes vor 675 Jahren zu feiern galt, übernahm er den Vorsitz des Festkomitees. Dieses Gremium wurde später zur Wiege des Dorf- und Heimatvereins. Noch im Jubiläumsjahr wurde am Pfingstmontag das erste Mühlenfest an der alten Bockwindmühle gefeiert. Im Jahr darauf fand im Gutspark das erste Oldtimertreffen statt. Andreas Koska, zu diesem Zeitpunkt im Vorstand des neu gegründeten Vereins aktiv, war federführend bei allen Veranstaltungen dabei.

Einsatz für Lückenschluss des Radweges

Mittlerweile engagiert sich der 62-Jährige, der für die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) arbeitete, außerdem im Tourismusverein „Zauche-Fläming“ und bei der Lokalen Aktionsgruppe „Fläming-Havel“. Aktuell setzt er sich für den Lückenschluss des Radwegenetzes zwischen Golzow und Brück ein, der für die Einwohner der vier Planebruch-Orte und die touristische Entwicklung der Region dringend erforderlich sei.

Auch für diese Bemühungen wurde Koska mit der Ehrenurkunde ausgezeichnet. Letztere hat daheim einen Ehrenplatz bekommen und hängt neben der Auszeichnung, die Andreas Koska bereits vor acht Jahren in Berlin erhalten hat. Dort wurde ihm für sein ehrenamtliches Engagement auf vielen Gebieten die Bürgermedaille des Stadtbezirks Charlottenburg verliehen.

Der 62-Jährige hofft, dass in den kommenden Jahren auch Menschen aus den Nachbardörfern die Ehrung erhalten. „Es gibt schließlich auch dort viele Einwohner, die sich engagieren“, findet der Cammeraner.

Von Christiane Sommer