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Brück Was die Klimakrise mit den Geschlechtern zu tun hat
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Was die Klimakrise mit den Geschlechtern zu tun hat
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14:54 10.10.2019
Um den Zusammenhang von Frauen- und Umweltbewegungen ging es bei einem Erzähl-Café in Brück. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Brück

Beim Erzähl-Café im Seminarhaus „Alte Post“ in Brück wurde diese Woche über das Thema „Ohne Geschlechtergerechtigkeit keine Klimagerechtigkeit – Zur Gemeinsamkeit von Frauen- und Umweltbewegungen“ diskutiert. Dazu hatten Potsdam-Mittelmarks Gleichstellungsbeauftragte Theresa Pauli sowie „Feminism Unlimited“ aus Berlin geladen.

Die Organisation ist Teil der aktuellen Protestbewegung und organisiert Podiumsdiskussionen, Vorträge und Demos. Darunter die Veranstaltungsreihe „Feministische Stimmen im Osten“, zu der auch das Erzähl-Café gehört. „Wir möchten einen Dialog schaffen zwischen Berlin und dem Land“, sagte Jana Storch von „Feminism Unlimited“ zu Beginn des Cafés. „Dazu gehört für uns zum Beispiel auch ein historischer Blick auf das Thema Frauenbewegungen.“

Nur eine Hand voll Teilnehmer

Auf viel Interesse ist das Gesprächsangebot jedoch nicht gestoßen. Nur eine Hand voll Teilnehmer war ins Seminarhaus in der Ernst-Thälmann-Straße gekommen, um sich mit den Studenten aus Berlin und untereinander auszutauschen.

Jana Storch und ihre Mitstreiter Conny Leander und Julian Kuhn haben zunächst mit einem kurzen Vortrag versucht, einen thematischen Rahmen für den Abend abzustecken. Darin ging es unter anderem darum, was die Klimakrise mit den Geschlechtern zu tun hat. Jana Storch führte insgesamt vier Punkte an.

Zum Erzählcafé in die Alte Brücker Post haben Potsdam-Mittelmarks Gleichstellungsbeauftragte Theresa Pauli (hinten rechts) sowie die Gruppe „Feminism Unlimited“ aus Berlin geladen: Conny Leander (hinten links), Julian Kuhn (l.) und Jana Storch. Quelle: Josephine Mühln

Demnach seien Frauen maßgeblich von der Klimakrise betroffen und Männer maßgeblich die Verursacher. Sie hätten zudem einen größeren CO2-Fußabdruck. „Wichtig ist, dass es hierbei nicht um Schuldzuweisungen geht, sondern dass man sich die Sozialisationsbedingungen anschaut“, sagte Jana Storch zur Einordnung.

So sei zum Beispiel häufiges Autofahren noch immer stark mit Männlichkeit verknüpft. „Die sozialen Geschlechter müssen performt werden – und das Performen von Männlichkeit ist tendenziell klimaschädlicher als das von Weiblichkeit“, machte die Studentin deutlich.

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Auch seien Frauen häufiger zu Hause während einer Klimakatastrophe – zum Beispiel weil sie sich um die Kinder oder kranke Angehörige kümmern würden. „Beim Hurricane Katrina in den USA 2005 waren mehr Frauen betroffen“, hieß es während des Vortrags.

Die Informationen würden sich aus Ergebnissen verschiedener Studien speisen, unter anderem dem Zwischenbericht „Gendergerechtigkeit als Beitrag zu einer erfolgreichen Klimapolitik“, der im Auftrag des Umweltbundesamtes entstand.

Organisatoren ziehen positives Resümee

In der zweiten Hälfte des Erzähl-Cafés sollten die Teilnehmer sich in kleinen Gruppen über ihre persönlichen Erfahrungen austauschen. Welche Frauen- und Umweltbewegungen gab und gibt es in der Region? Kann und sollte man diese getrennt voneinander betrachten? Dabei sind weitere Themen angeschnitten worden, unter anderem zu alternativen Wohnformen.

Die Organisatoren zeigten sich am Ende des Abends trotz der geringen Teilnehmerzahl zufrieden. „Wir fanden den Austausch sehr anregend, es hat Spaß gemacht und der Input war spannend“, resümierte das Trio aus Berlin. „Als Erkenntnis nehmen wir mit, dass es auch weiterhin notwendig ist, zusammenzukommen und sich auszutauschen. Wir haben auf jeden Fall Lust, dafür auf die Dörfer zu fahren.“

Von Josephine Mühln

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