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Brück Fachsimpeln, begeistern und staunen: Viele Schätze beim Oldtimertreffen in Cammer
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Fachsimpeln, begeistern und staunen: Viele Schätze beim Oldtimertreffen in Cammer
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15:46 15.07.2019
Sind begeistert von der Technik der DDR-Fahrzeuge (von links): Steffen Wilke aus Niemegk und Detlef Lindner aus Berlin. Quelle: Johanna Uminski
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Cammer

Motoren knattern, Dieselgeruch liegt in der Luft, historische Schönheiten soweit das Auge reicht. Bereits zum 11. Mal fand das Oldtimertreffen im Gutspark Cammer statt und zog etwa 3500 Besucher in die Gemeinde im Planebruch. Rund 500 historische Fahrzeuge aus verschiedenen Epochen präsentierten sich dem Publikum. Anlässlich des 800. Jubiläums in der Nachbargemeinde Golzow konnten Zuschauer den Tross an mobilen Schätzen bereits vor dem Treffen bei der Anfahrt zum Gutspark in Cammer bestaunen.

Am Sonntag war wieder das große Oldtimer-Treffen in Cammer. Die MAZ war dabei und zeigt die schönsten Bilder.

Detlef Lindner ist mit seiner ETZ 250 F – einem Funkkrad der Deutschen Volkspolizei der DDR – hier hergekommen. „Bei dem Treffen geht es darum, der Nachwelt zu zeigen, wie es früher war und um das Vorführen seiner Schätze. Wenn die nur in der Garage stehen, das ist es langweilig“, sagt der Berliner, dem es vor allem die Exoten, die Prototypen aus der DDR, angetan haben. Lindner schätzt die einfache und unkomplizierte Technik der alten Maschinen, die ihm auch bei einer Reise nach Finnland zugutekam.

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„Mitten in der Pampa ist bei der Maschine das Achslager der hinteren Schwinge gebrochen“, berichtet er. „In der Werkstatt haben sie die Schwinge geschweißt, ohne Gegenleistung, einfach aus Nächstenliebe“, berichtet Lindner, der bereits seit 2002 zu den jährlich stattfindenden MZ-Treffen nach Finnland fährt. „Das Besondere an den Maschinen ist das Ursprüngliche. Sie sind zuverlässig und wenn etwas kaputt geht, dann kann sie der Dorfschmied reparieren.“

Torsten Anders war in den letzten Jahren als Besucher beim Oldtimertreff in Cammer. Dieses Mal ist der Wiesenburger mit seinem Trabant dabei - einem 601 Kübel, der von Grenztruppen der DDR gefahren wurde. „Mich fasziniert die DDR-Technik. Früher hat man einfach gebaut und die Sachen waren schnell zu reparieren“, sagt der Polizist aus Bad Belzig.

Begeistert vom Oldtimertreff in Cammer ist auch Torsten Kuhlmey. „Das ist hier wie ein großes Familientreffen und man sieht die Autos im Originalzustand“, schwärmt der Bad Belziger. Peter Hübner ist mit seinem Luxuscabriolet Union F8 nach Cammer gekommen. Das Liebhaberstück wurde 1954 gebaut, hat zwei Zylinder und 18 PS. Pro Stunde schafft das historische Gefährt maximal 80 Kilometer pro Stunde.

„Dann ist es sehr laut. Wir sind mit 60 km/h gefahren – das hat Spaß gemacht und entspannt“, berichtet der Michendorfer, der den Oldtimer vor vier Jahren gekauft und in seiner Freizeit repariert hat. „Im letzten Winter habe ich etwa 150 Stunden in die Instandsetzung des Motors und des Getriebes gesteckt. Es ist ein Ausgleich zum Beruf“, sagt Hübner, der im Außendienst tätig ist. „Ich bin fasziniert von der alten Technik und mir gefällt die Form der alten Autos.“

Beim Oldtimertreffen in Cammer dürfen auch die Zweiräder älterer Epochen nicht fehlen. In historischen Kostümen sind die Mitglieder der Altrad Gesellschaft aus Treuenbrietzen auf ihren alten Velos von Golzow in den Gutspark nach Cammer gekommen. „Die alten Fahrräder rollen einfacher, weil die Kugeln käfiggelagert und die Schalen aus Metall sind“, erklärt Gerd Dalichow.

Einen wertvollen Tipp haben die Fans der historischen Drahtesel noch: „Die Ledersattel sind superbequem, sie passen sich jedem Gesäß an und müssen nur eingesessen werden.“ Andreas Koska, Initiator des Oldtimertreffens in Cammer, ist von der Organisation durch die Freiwillige Feuerwehr und dem Angelverein Cammer begeistert.

„Ich bin froh, dass es weitergeht“, so der 63-Jährige, für den die Oldtimer eine besondere Faszination ausstrahlen. „Das Alte sollte man bewahren“, findet er.

Von Johanna Uminski