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Brück Golzower starten in ihr Jubeljahr
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Golzower starten in ihr Jubeljahr
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19:00 10.03.2019
Peter Reinhold vom Kultur- und Dorfverein und Birgit Basigkow von der Kirchengemeinde enthüllen einen Gedenkstein vor der Kirche. Der Findling soll an das 800-jährige Bestehen Golzows erinnern. Quelle: Frank Bürstenbinder
Golzow

Tief hingen die grauen Wolken über der Plane, als die Golzower am Sonntagnachmittag den Start ins Jubiläumsjahr ihrer Gemeinde feierten. Rund 200 Gäste fanden sich in der fast voll besetzten Barockkirche zusammen. Weitere Einwohner verfolgten die Auftaktveranstaltung im benachbarten und beheizten Festzelt per Liveübertragung am Bildschirm. Trotz guter Kontakte nach „oben“ konnte Superintendent Thomas Wisch nicht verhindern, dass der Wettergott immer wieder neue Schauer auf den Ort prasseln ließ, der auf die 800-jährige Wiederkehr der urkundlichen Ersterwähnung zurückblicken kann.

Vor 800 Jahren wurde Golzow erstmals urkundlich erwähnt. Bei einer Festveranstaltung in der Kirche gedachten zahlreiche Redner des Jubiläums.

„Nehmen wir den Regen bei seiner guten Seite. Unsere Böden brauchen das Wasser immer noch dringend“, sagte Potsdam-Mittelmarks oberster Kirchenführer bei seiner Begrüßung. Golzower Landwirte wie Denny Basigkow und Helge Klamke können davon ein Lied singen. Noch im Februar war es so trocken, dass es beim Pflügen gestaubt hat. Eine Folge des Dürrejahres 2018, das in die Geschichte Golzows eingehen wird, wie viele andere bemerkenswerte Ereignisse, seien sie nun zum Wohle oder zum Schaden der Dorfbewohner.

Vom Blitz zerstört

So wusste Superintendent Wisch vom Schicksal des Vorgängerbaus der heutigen achteckigen Kirche zu berichten. Ausgerechnet bei einem Festgottesdienst Pfingsten 1733 schlug der Blitz ein. Der Langschiffbau brannte ab, es gab vier Tote. 1752 wurde die neue Kirche unter den Patronatsherren Friedrich Wilhelm von Rochow und seiner Gattin Sophie Henriette eingeweiht. Ihre Portraits sind bis heute im Kircheninnern präsent. In seiner Andacht gedachte der Superintendent vor allem Gott für die 800-jährige Bewahrung Golzows.

Superintendent Thomas Wisch bei seiner Predigt in der Golzower Kirche. Quelle: JACQUELINE STEINER

Nach dem 30-jährigen Krieg stand es allerdings um die Zukunft Golzows gar nicht rosig, wie Manfred Andert in seinen Ausführungen zur Heimatgeschichte berichtete. Das Land zwischen Sumpf und Sand war nahezu verwüstet. Schwer litt die Gemeinde auch in den letzten Kriegstagen 1945, als Golzow zum Kampfgebiet zwischen deutschen Truppen und der Roten Armee wurde. Rund 50 Gebäude brannten ab, 72 Männer kehrten nicht mehr aus dem Krieg zurück. Andert erinnerte an die fleißige Arbeit der Menschen in den Jahrzehnten danach, wo Kindergarten, Arztpraxis, Freibad, Konsum und Wohnungen entstanden. LPG, BHG und das Agrochemische Zentrum (ACZ) waren große Arbeitgeber. „Sogar die Agrarflieger hatten in Golzow einen Standort“, berichtete Andert.

Mit viel Musik

Heiter ging es in der Kirche zu, als Jürgen Giese zum Akkordeon griff und mit dem Gemischten Chor „Schön ist dies Land“ anstimmte. Das Golzow-Lied hatte einst der Lehrer Fritz Rumland getextet. Für die musikalische Umrahmung der Festveranstaltung sorgte ebenso Sabine Duschl mit fröhlichen Orgelstücken. Außerdem begleitete sie die junge Golzowerin Laura Tirell bei ihrem glockenreinen Gesang. Ihr mit Bravour vorgetragenes „Hallelujah“ wird den Zuhörern noch lange im Gedächtnis bleiben. Leider konnte ihre Schwester Johanna wegen einer Erkrankung nicht auftreten. „Die Tirell-Schwestern sind der Beweis, dass Golzow viel Gutes hervorgebracht hat“, schwärmte Wolfgang Göricke, der durch das Programm moderierte.

Zusammen mit vielen Gästen begingen die Golzower am Sonntag den Auftakt für ein langes Veranstaltungsjahr. Quelle: JACQUELINE STEINER

Peter Reinhold vom Golzower Kultur- und Dorfverein bedankte sich bei allen Helfern und Sponsoren, ohne die es nicht möglich gewesen wäre, aus einem Jubiläum ein ganzes Veranstaltungsjahr zusammenzustellen. Bürgermeister Ralf Werner blickte in seinem Grußwort optimistisch in die Zukunft: „Die Gemeinde wird auch in den kommenden Jahren in ein lebenswertes Golzow investieren, in dem sich die Menschen wohlfühlen. Grüße des Landkreises überbrachte Landrat Wolfgang Blasig (SPD). Aus Golzow im Oderbruch war Bürgermeister Frank Schütz angereist. Golzow in der Schorfheide war durch Ortsvorsteher Thomas Polster vertreten.

Von Frank Bürstenbinder

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