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Brück Hartmut König ist neuer Chef der märkischen Wanderer
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Hartmut König ist neuer Chef der märkischen Wanderer
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10:43 02.01.2020
Hartmut König, ehemals Vizebürgermeister der Gemeinde Wiesenburg/Mark, führt jetzt den Wanderbund. Quelle: René Gaffron
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Klepzig

Eine geführte Wanderung bringt einem mitunter sogar die Heimat auf neue Weise nah. Der slawische Burgwall, der sich nordöstlich von Mörz im Gelände abzeichnet, ist für Hartmut König eine solche Entdeckung gewesen. Der 66-Jährige aus Klepzig ist neuer Vorsitzender des Märkischen Wanderbundes Fläming-Havelland.

Er folgt auf Chris Rappaport aus Deetz, der sich ab sofort auf seine noch weiteren zahlreichen Engagements konzentrieren will. Von ihm bereits angestoßen soll nach der formellen Neuaufstellung des Vereins nun die Ausbildung der Wanderleiter erfolgen. Der Stamm der 15 Aktiven, die vor dem Deutschen Wandertages 2012 in Bad Belzig und Umgebung ausgebildet worden sind, kann Verstärkung gebrauchen.

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Theorie und Praxis im Sommer

Bis zu 16 Teilnehmer können sich für den zehntägigen Kurs anmelden. Er wird voraussichtlich im Sommer im Hohen Fläming stattfinden. „Es gibt schon zahlreiche Interessenbekundungen“, bestätigt Hartmut König. Im Naturparkzentrum Raben wird die Theorie vermittelt und gleich die Praxis geübt, wie es heißt. In der Schulung gehe es unter anderem um Kommunikation und Didaktik, um die Planung von Touren sowie den Umgang mit Karten, Kompass oder ganz modern mit GPS-Geräten. Zudem erfahren Teilnehmer viel über Natur, Historie und Kultur des Flämings und des Havellandes.

Rund um Niemegk gibt es schöne Touren. Quelle: René Gaffron

Wer die Ausbildung abschließt, erhält ein Wanderleiter-Zertifikat des Deutschen Wanderverbandes. Mit der Qualifikation dürfen Wanderleiter dann auch Touren in anderen Regionen Deutschlands anbieten. „Mithin geht es uns um die orts- und sachkundige Präsentation des Gebietes südwestlich von Berlin“, sagt Hartmut König.

Auftakt in Rädigke

Nicht weniger als drei Dutzend Aktivitäten hat der Märkische Wanderbund in seinem eigenen Kalender für 2020 gelistet. Los geht es am Sonnabend, 13 Uhr, bei der Neujahrstour mit Gastwirt Bernd Moritz rund um Rädigke. Das Spektrum reicht von der sportlichen 7-Seen-Wanderung im Berliner-Grunewald am 25. April, über das Gesundheitswandern am 18. August vor den Toren von Bad Belzig bis zur Herbstwanderung am 17. Oktober in die Nuthe-Nieplitz-Niederung. „Allein an dem Programm lässt sich die Vielseitigkeit der Landschaft und Offerten ableiten“, resümiert der neue Vorsitzende.

Mitgliederzahl steigt

Der Märkische Wanderbund Fläming-Havelland ist 2007 gegründet worden. Bisheriger Höhepunkt war die Ausrichtung der 112. Deutsche Wandertages in Bad Belzig und Umgebung.

2020 wird das zentrale Fest in Bad Wildungen (Hessen) gefeiert. Die Teilnahme einer Delegation ist geplant.

Das Vereinsgebiet des Märkischen Wanderbundes umfasst den Hohen und Niederen Fläming, West- und Vorfläming, das Havelland einschließlich Potsdam, das Baruther Urstromtal, die Zauche und den Teltow. Aktuell hat der Verein rund 50 Mitglieder – Tendenz steigend.

Vorsitzender ist Hartmut König, seine Stellvertreter sind Stefan Ratering (Raben) und Bernd-Ferdinand Bernhard (Borkheide). Als Kassenwartin und Schriftführerin sind Helga Brandt (Schmerwitz) und Kristin Brauns (Dippmannsdorf) im Amt.

Kontakt: Hartmut König, 033848/60210; www.maerkischer-wanderbund.de

Bekannt gemacht wird es auf der vereinseigenen Internetpräsenz und auf den Faltblättern, die gerade druckfrisch verteilt werden. Die größte Resonanz erfahren die Tourenleiter zwischen Werder/Havel, Wusterwitz und Wiesenburg jedoch, wenn die Angebote im Wanderplan Berlin-Brandenburg aufgenommen sind. Das ist die gedruckte Fibel der 20 Wandervereine in der Hauptstadt. Darin sind alle Offerten im Umland registriert, die mit Bussen und Bahnen bequem erreichbar sind.

Wege mit Qualität

Dass gerade in Potsdam-Mittelmark schon eine gute Infrastruktur vorhanden ist, wird immer wieder bestätigt. Das betrifft das Wegenetz mit dem Burgenwanderweg (Bad Belzig, Rabenstein, Wiesenburg, Ziesar) und der Internationalen Kunstroute vornweg, betrifft aber nicht minder weitere Trassen. Zumindest im Kreis Potsdam-Mittelmark werden sie nach wie vor mit professionellem Einsatz vom Verein Soziale Arbeit Mittelmark in Ordnung gehalten und nötigenfalls in Kooperation mit Wald- und Grundbesitzern wieder hergerichtet.

Die Wege im Hohen Fläming sind gut ausgeschildrt und ausgestattet. Quelle: René Gaffron

Einziger Wermutstropfen im Becher der Freude auf das neue Jahr ist, dass die Gastronomie auf dem Lande weiter ausgedünnt wird. Dabei ist es laut Hartmut König nicht tröstlich, dass der Trend inzwischen bundesweit zu beobachten ist, weil vielerorts und erst recht auf dem Lande Küchen- und Servicepersonal fehlen. Müßig seiner Meinung nach auch zu diskutieren, ob die Wanderfreunde mit ihren Proviant im Rucksack zur Verschärfung der Krise beitragen oder nur darauf reagieren. Ein gewisses gastronomisches Rückgrat braucht der Tourismus jedoch, ist sich Hartmut König gewiss.

Von René Gaffron