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Brück Leidenschaft bis ins hohe Alter: Die Fliegerei lässt ihn einfach nicht los
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Leidenschaft bis ins hohe Alter: Die Fliegerei lässt ihn einfach nicht los
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11:24 19.06.2019
Horst Baatz aus Damelang ist Ehrenmitglied des Brandenburger Modellflug Vereins (BMFV). Er hat den Verein einst gegründet. Quelle: Josephine Mühln
Damelang

Die Junkers Ju 52 ist sein Heiligtum. Deshalb hat Horst Baatz das Modellflugzeug mit einer Länge von 1,89 Meter und drei Metern Flügelspannweite auch immer bei sich. Auf einem Foto in seinem Portemonnaie, als eine Art Talisman.

Auch drin gesessen hat der Damelanger schon mal in so einer Ju 52. „Für einen Rundflug in Berlin-Tempelhof“, erinnert er sich. Damit ist für ihn seinerzeit ein Traum in Erfüllung gegangen.

An die Anfänge des Brandenburger Modellflugvereins kann sich Horst Baatz noch sehr gut erinnern. Kein Wunder, schließlich ist der 91-jährige Damelanger dessen Gründungsvater.

Die Fliegerei und Horst Baatz, beide haben eine lange, gemeinsame Geschichte. Sie kennen sich schon seit der Jugend des heute 91-Jährigen. „Die Faszination dafür hat mich immer begleitet – die Welt aus der Vogelperspektive zu sehen, das ist besonders“, sagt der Senior. „Ich hatte schon als Kind den Fimmel, Flieger werden zu wollen.“

Später, in seiner Jugend, habe er dann Bogen- und Segelflugzeuge gebaut. Als einziger im Dorf. Und noch etwas später, zu DDR-Zeiten, haben er und vier Mitstreiter „auf einer Wiese ein bisschen experimentiert mit Fliegern“, wie Horst Baatz es ausdrückt. „Bis wir dann zur Wendezeit den Flugplatz hier in Damelang organisiert haben.“

Vereinshaus war ein alter Bauwagen

1988 ist Horst Baatz in Rente gegangen. Ab da konnte er seine ganze freie Zeit in den Aufbau des Brandenburger Modellflugvereins (BMFV) stecken – offizielle Gründung 1998. „Wir haben auf einem Stück gepachteten Acker angefangen und den Platz so entwickelt, dass er auch mit Großmaschinen beflogen werden kann“, erzählt der einstige Landwirt.

„Als Vereinshaus hat anfangs ein alter Bauwagen gedient, bis das jetzige Haus aus Holz gebaut wurde.“ Den Vorsitz des Vereins hatte er noch bis zum vergangenen Jahr inne, dann hat mit Jens Freidank die nächste Generation übernommen.

Seit 1950 zurück in Damelang

Horst Baatz ist in Damelang geboren und aufgewachsen.

Ab Oktober 1945 hat er als Landwirt einen Großbetrieb in Hemstedt (Sachsen-Anhalt) geführt. Dort hat er auch seine 2010 verstorbene Frau kennengelernt. 1950 sind beide zurück in Horst Baatz’ Heimatdorf gezogen.

Sein Vater hatte dort eine Wirtschaft gekauft, die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) „Wiesengrund“, mit etwa 1500 Rindern.

31 Jahre lang hat Horst Baatz die große LPG mit vielen Mitarbeitern in Damelang geleitet.

Horst Baatz ist seitdem Ehrenmitglied. Im Januar 2018 wurde er vom Dachverband, dem Deutschen Modellflieger Verband (DMFV), mit der Vereinsehrennadel ausgezeichnet. „Wegen besonderer Verdienste um den Modellflugsport und den DMFV“, wie es auf der Urkunde heißt. Sie hängt gleich links an der Wand, wenn man Horst Baatz‘ Garage auf dem Hof in Damelang betritt.

Dort, auf einem langgezogenen Regal an der hinteren Wand, stehen auch die Modellflugzeuge, die Horst Baatz bereits gebaut hat. Insgesamt waren es mal 13 Stück. „Früher war es natürlich schwierig, Material zu bekommen“, erinnert sich Horst Baatz.

Ins Geld ging das Hobby auch. „Die Ju 52 hat drei Motoren – einer allein kostet über 1000 Euro“, erzählt der dreifache Opa. „Die kompletten Materialkosten liegen bei rund 5000 Euro, ohne Arbeitszeit.“

Anderthalb Jahre Bauzeit für die Ju 52

Zwei Mal habe er eine Ju 52 gebaut. Aus Sperrholz, im Maßstab 1:10 und mit originalgetreuen Armaturen. „Keiner in der Umgebung hatte so eine Maschine, nur jemand unten vom Rhein“, erzählt Horst Baatz. „Mit dem habe ich mich ausgetauscht und mir Tipps zum Bau geben lassen.“

Ein Halbjahr habe er gebraucht, um die Zeichnung für das Modell anzufertigen. Weitere sechs Monate, um das Holz vorzubereiten und alles zusammenzubauen. Und schließlich habe es ein weiteres Halbjahr gedauert, um die Technik einzubauen.

Eingeschworene Modellflieger-Truppe

Der Bau seiner ersten Ju liegt acht Jahre zurück. An deren Jungfernflug kann sich Horst Baatz noch punktgenau erinnern: Sie startete am 3. September 2011 um 16.30 Uhr gen Himmel. In den vergangenen Monaten wurde sein Heiligtum umgebaut, in ein Lehrer-Schüler-Modell.

„Weil ich allein beim Fliegen nicht mehr ganz so sicher bin“, sagt Horst Baatz. Nach dem Umbau kann die Maschine zu zweit geflogen werden und jemand kann mit einer zweiten Steuerung eingreifen, falls Horst Baatz Schwierigkeiten mit seiner Motorik bekommt.

Dieser Zusammenhalt, von Anfang an, das sei ohnehin etwas, das der gebürtige Damelanger am Verein schätze. „Die Truppe ist eingeschworen und schon immer ist einer für den anderen da. Wäre mein Hirninfarkt nicht gewesen, hätte ich den Vorsitz auch weiter gemacht – ich hatte das Vertrauen der Mannschaft“, sagt der 91-Jährige.

Von Josephine Mühln

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