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Brück Kaninchenzüchter zeigen den Fläming von seiner kuschligen Seite
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Kaninchenzüchter zeigen den Fläming von seiner kuschligen Seite
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11:25 13.10.2019
Mit zehn Jahren gehört Felix Schulz aus Freienthal zu den jüngsten Mitgliedern des Kaninchenzuchtvereins Golzow. Mit seinen Großchinchillas wurde der Junge Flämingmeister. Herangeführt an das Hobby hat ihn Vater Gergely. Quelle: Frank Bürstenbinder
Ragösen

„Wenn einen das Fieber gepackt hat, bleibt man dabei“, ist Dietmar Müller überzeugt. Schon 1983 schaffte sich der Kaninchenfreund seine ersten Deutschen Riesen (wildfarben) an. Bis heute blieb der Züchter aus Cammer der kräftigen Rasse mit den großen Ohren treu. Und zwar so erfolgreich, dass Müller auf der 12. Flämingschau erstmals einen Landesverbandsehrenpreis in Empfang nehmen durfte. Seine besten Tiere bedachten die Preisrichter mit 96 und 97 Punkten, was dem zum Kaninchenzuchtverein Brück gehörenden Zuchtfreund den Titel eines Flämingmeisters einbrachte.

Die Flämingmeister 2019

Die 12. Allgemeine Flämingschau wurde erstmals ausgeführt durch den Kleintierzuchtverein Golzow mit tatkräftiger Unterstützung der Zuchtfreunde aus Brück. Überhaupt möglich wurde die Ausstellung durch die Bereitstellung der Halle in Ragösen durch Bernd Schmidt-Ankum und Helge Klamke.

Flämingmeister 2019: Dietmar Müller (Brück, Dt. Riesen wildfarben), Christian Feuerherdt (Brück, Dt. Widder wildfarben), Horst Ullmann (Golzow, Dt. Widder weiß), Hans-Joachim Naruhn (Medewitz, Helle Großsilber), Felix Schulz (Golzow, Großchinchilla), Manfred Hemmerling (Golzow, Schwarze Wiener).

Weitere Flämingmeister: Reinhard Stabrodt (Golzow, Alaska), Manfred Hemmerling (Brück, Castor Rex), R. Schramm (Jüterbog, Sachsengold), Hans Joachim Naruhn (Medewitz, Lohkaninchen schwarz), Andreas Sowieja (Fahrland, Zwergwidder wildfarben),

Dietmar Müller gehörte am Wochenende zu den 70 Ausstellern, die der Öffentlichkeit 398 Kaninchen in vielen Rassen unterschiedlichster Farbenschläge präsentierten. „Die Bewertungen der Preisrichter belegen das hohe Niveau der Kaninchenzucht im Fläming“, sagte Ausstellungsleiter Horst Ullmann vom federführenden Kaninchenzuchtverein Golzow der MAZ. In Zusammenarbeit mit dem seit 1978 existierenden Kaninchenzuchtverein Brück wurde eine Landwirtschaftshalle der Agrar- und Landschafts GbR in Ragösen zum Austragungsort einer Schau, die zu den größten im Land Brandenburg gehört. Möglich wurde dies auch durch viele Helfer und Sponsoren, denen die Kaninchenzucht unverändert am Herzen liegt.

Dietmar Müllers Leidenschaft sind die Deutschen Riesen (wildfarben). Der Züchter aus Cammer hat sich seit 1983 dieser Großkaninchenrasse verschrieben. Er holte sich zur Flämingschau einen Landesverbandsehrenpreis. Quelle: Frank Bürstenbinder

Neben den Klassikern, wie Riesenkaninchen, Wiener oder Neuseeländer, nehmen sich Züchter auch neuen oder vom Aussterben bedrohter Rassen an. Eine vergleichsweise junge Rasse sind die Löwenkopfkaninchen, die wie die Farbenzwerge zu den Zwergkaninchen gehören. Für eine Nummer kleiner hat sich auch die erst zwölfjährige Joelina Lindner aus Golzow entschieden. Die Siebtklässlerin hält acht eigene schneeweiße Hermelinkaninchen: „Ich mag sie wegen ihres weichen Fells und ihres zutraulichen Wesens.“ Schönster Lohn für die Nachwuchszüchterin war die Auszeichnung mit einem Ehrenpreis des Kreisverbandes.

Preise und Pokale sind der Lohn für züchterischen Erfolg. Quelle: Frank Bürstenbinder

Für Petra Müller vom Kreislandfrauenverband Potsdam-Mittelmark ist die Nachwuchsarbeit in den Vereinen unverändert ein wichtiger Bestandteil für die Gemeinschaft auf dem Lande. „Kinder, die Tiere halten, werden vielleicht ihr Dorf nicht so schnell verlassen – vorausgesetzt, die Infrastruktur stimmt“, sagte Müller in ihrem Grußwort zur Eröffnung der Flämingschau vor zahlreichen Gästen, zu denen auch Amtsdirektor Marko Köhler, Golzows Bürgermeister Ralf Werner und Ragösens Ortsvorsteher Ingo Haß gehörten.

Einen Ehrenpreis des Kreisverbandes räumte die Golzower Nachwuchszüchterin Joelina Lindner (12) für ihre Hermelinkaninchen ab. Die Rasse gehört zu den Zwergkaninchen und ist ein beliebtes Haustier für die ganze Familie. Die Siebtklässlerin kümmert sich um acht eigene Tiere. Quelle: Frank Bürstenbinder

Stolz durfte am Wochenende auch Felix Schulz aus Freienthal sein. Mit erst zehn Jahren gehört der Nachwuchszüchter zu den jüngsten von insgesamt 21 Mitgliedern im Kaninchenzuchtverein Golzow. Er hat sich den Großchinchillas verschrieben, mit denen er sich den Titel eines Flämingmeisters sicherte. Vater Gergely führte seinen Sohn an das Hobby heran: „Wir teilen uns die tägliche Arbeit mit den Kaninchen. Es ist schön zu sehen, wenn Kinder Verantwortung für eigene Tiere übernehmen.“

Auf Graue Wiener spezialisiert

Obwohl der aus Golzow stammende Steffen Ullmann seit einigen Jahren bei Magdeburg lebt und dort als Züchter organisiert ist, hält er seinem Heimatverein nach wie vor die Treue. Die Teilnahme an der Schau ist deshalb für ihn selbstverständlich. „Ich habe mich 1995 auf Graue Wiener spezialisiert, mit denen sich schon mein Vater beschäftigt hat.“ Auch für Ullmann gab es einen Landesverbandsehrenpreis.

Mit seinen besten Tieren der Rasse Graue Wiener brachte es Steffen Ullmann auf vorzügliche Zuchtergebnisse. Der ehemalige Golzower wohnt zwar bei Magdeburg, bleibt aber seinem Heimatverein bis heute treu. Quelle: Frank Bürstenbinder

Kein Tabuthema auf der Flämingschau war die Rolle von Kaninchen für die menschliche Ernährung. „Zur Zucht gehört die Verwertung in der Küche“, sagte Jörg Schmiedchen, 2. Vorsitzender des Landesverbandes der Rassekaninchenzüchter. Züchter von Großkaninchen, wie Dietmar Müller und Steffen Ullmann, berichteten von einer stabilen Nachfrage nach Schlachtkaninchen: „Die Leute wollen Kaninchenfleisch aus der Region. Am besten von einem Züchter, den sie kennen.“

Von Frank Bürstenbinder

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