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Brück 350 Einsatzkräfte: Katastrophenschützer üben Großalarm
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück 350 Einsatzkräfte: Katastrophenschützer üben Großalarm
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10:51 30.09.2019
Katastrophenschützer des Kreises haben am Sonnabend gemeinsam mit der Feuerwehr der Bundeswehr den Einsatz bei einem großen Busunfall trainiert. Quelle: Andrea Metzler
Brück

Für diverse Rettungsdienste und Feuerwehren des Landkreises ist kurz vor 9 Uhr am Sonnabend Großalarm ausgelöst worden. Auf einer Straße mitten im Wald des Truppenübungsplatzes Lehnin/Brück ist ein Bus mit einem Auto kollidiert. Es gibt zwei tote Unfallopfer im Pkw, der gegen einen Baum krachte, und viele Verletzte im Bus. Dieser ist auf die Seite gekippt. Und mit ihm 22 Insassen.

Katastrophenschützer des Kreises Potsdam-Mittelmark haben am Sonnabend gemeinsam mit der Feuerwehr der Bundeswehr trainiert. Auf dem Truppenübungsplatz Lehnin/Brück ist ein Busunfall simuliert worden.

Die Lage ist dramatisch. Überall gibt es mit Blut überströmte Verletzte. Einige Menschen haben sich bei dem Unfall Holzstücke und Metallteile in Körperteile gerammt. Viele Unfallopfer rufen nach Hilfe. Einige schreien vor Schmerzen. Zwei randalierende Betrunkene halten die Rettungskräfte laut pöbelnd von ihrer Arbeit ab.

Sehr realistisches Bild

Auch wenn es sich bei der überraschenden Alarmierung für insgesamt rund 250 Einsatzkräfte verschiedener Einheiten am Samstag um eine Übung handelt, bietet sich den Rettern ein sehr wirklichkeitsnahes Bild.

Dafür haben Spezialisten für realistische Unfalldarstellung, einer DLRG-Einheit aus Teltow gesorgt. Sie schminken vermeintliche Unfallopfer und spielen deren Rollen realistisch.

Katastrophenschützer des Kreises haben am Sonnabend gemeinsam mit der Feuerwehr der Bundeswehr den Einsatz bei einem großen Busunfall trainiert. Quelle: Andrea Metzler

So sind blutende Kopfverletzungen sowie diverse Prellungen, Knochenbrüche und schwere Quetschungen zu behandeln. Keine leichte Aufgabe für die ersten Rettungsteams. Sie müssen das Chaos am Unfallort beherrschen, sich schnell einen Überblick verschaffen, Unfallopfer beruhigen und zügig Prioritäten setzen für die Behandlung der Verletzten.

Viele Opfer im Bus

Als erste am simulierten Unfallort sind drei Fahrzeuge und acht Leute von der Feuerwehr der Bundeswehr auf dem Übungsplatz. Sie schneiden die Insassen aus dem Pkw heraus, doch kommt die Hilfe für sie vergeblich. Sie sind verstorben. Doch im Bus brauchen viele Unfallopfer Hilfe. Erster Kontakt kann nur die Dachluken aufgenommen werden. Später schlagen Feuerwehrleute die dafür ausgelegte Heckscheibe ein am ausrangierten Regio-Bus.

Inzwischen sind auch Einsatzkräfte des Landkreises in dem Waldgebiet gelandet. Kradmelder weisen ihnen den Weg und begleiten die Rettungswagen später auch wieder hinaus aus dem weit verzweigten Gelände des Truppenübungsplatzes. Unfallopfer müssen in Krankenhäuser gebracht werden, so das Szenario.

Kreisbrandmeister wertet aus

Aus den an den Schießplatz der Bundeswehr angrenzenden Kommunen sind freiwillige Feuerwehren alarmiert. Sie rücken an aus Kloster Lehnin, Brück und Borkheide.

Zum Übungseinsatz kommt auch der „mobile Behandlungsplatz 25“, der im Feuerwehrtechnischen Zentrum des Kreises in Beelitz-Heilstätten stationiert ist. „Er bietet in drei Zelten Platz für die Behandlung von Verletzten – sortiert nach Schweregrad“, erklärt Jens Heinze, der Kreisbrandmeister.

Zur Katastrophenschutzübung aufgebaut wurde auch der mobile Behandlungsplatz mit drei Spezialzelten. Quelle: Andrea Metzler

Zur Einsatzübung alarmiert wurden auch sieben Notfallseelsorger. Sie müssen Angehörigen die Nachricht vom Tod ihrer Familienangehörigen überbringen, die in dem Unfallauto saßen. Auch gilt es Kinder, die in Kliniken verlegt wurden, und deren Familien zu betreuen.

Der Kreisbrandmeister zieht nach Ende der Großübung gegen 13.30 Uhr eine insgesamt positive Bilanz. „Die Kräfte haben eine tolle Arbeit geleistet. Etwas verbessert werden müsste aber noch der effektivere Abtransport der Verletzten“, sagt der Beobachter.

Zu Verzögerungen im Ablauf geführt hätten zudem Probleme bei der Kommunikation per Funk. „Zwar nutzen wir alle den neuen Digitalfunk, die Bundeswehrleute aus Sicherheitsgründen aber eigene Frequenz, die uns versagt sind“, erklärt Jens Heinze. „An der Schnittstelle müssen wir also noch nachbessern.“

„Ziel der großen Katastrophenschutzübung ist es, das Zusammenwirken unserer Rettungsdienste und Feuerwehren des Landkreises mit den eigenen Kräften der Bundeswehr auf dem Platz zu trainieren“, sagt Andrea Metzler, Sprecherin der Kreisverwaltung. „Schließlich gibt es auf dem Übungsplatz der Bundeswehr oft einen Wechsel bei den Ansprechpartnern.“

Übungen in dieser Größenordnung hält der Landkreis etwa alle drei Jahre ab. „Aus Kostengründen können wir uns das nicht öfter leisten“, erklärt Jens Heinze.

Von Thomas Wachs

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