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Brück Künstliches Eis zum Anbaden im Nieselregen
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Künstliches Eis zum Anbaden im Nieselregen
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18:19 01.01.2019
Beim Eisbaden am Neujahrstag herrschte gut Stimmung im Naturbad Borkheide. Auch kostümiert gingen 40 Schwimmer ins Wasser.
Beim Eisbaden am Neujahrstag herrschte gut Stimmung im Naturbad Borkheide. Auch kostümiert gingen 40 Schwimmer ins Wasser. Quelle: Foto: Johanna Uminski
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Borkheide/Treuenbrietzen

Man sieht es sofort an den Gesichtern: Für manche ist es das erste Mal und eine große Herausforderung, für andere der pure Spaß.

Bereits zum 15. Mal lud das Borkheider Waldbad am Nachmittag des Neujahrstages zum traditionellen Eisbaden ein. Dem Ruf folgten wieder viele Mutige. Insgesamt wagten 40 Schwimmbegeisterte den Weg in das sechs Grad kalte Wasser.

Immer mehr Eisbader zelebrieren den kühlen Jahresauftakt im Borkheider Naturbad und am Baggersee in Treuenbrietzen

Angefeuert und ermutigt wurden die Schwimmer von rund 400 Besuchern. Die tummelten sich freilich mit heißem Glühwein und saftigen Würstchen nur am Beckenrand und genossen das Spektakel aus sicherer Entfernung sichtlich. Damit die Eisbader auch trotz der milden Außentemperatur von 7,5 Grad auf ihre Kosten kamen, besorgte der Vorstand des Badvereins in Borkheide extra Eis, das in großen Brocken ins Wasser geworfen wurde. „Wenn es zu warm ist, helfen wir halt mit Eisbrocken etwas nach“, sagt Matthias Giese, IT-Verantwortlicher und Techniker des Borkheider Waldbades.

Er hielt auch in diesem Jahr als Discjockey mit flotten Rhythmen die Stimmung am Kochen. Gäste, die sich sportlich betätigen wollten, konnten auch an einem Tannenbaumweitwurf teilnehmen. Den Siegern winkten Freikarten für die kommende Saison im Naturbad.

Beim Eisbaden am Neujahrstag herrschte gut Stimmung im Naturbad Borkheide. Quelle: Johanna Uminski

Neu in diesem Jahr war die Bewertung und Prämierung der drei besten Kostümierungen der Eisbader. Die Jurymitglieder Karl-Ernst Schüler, ehemaliger Bürgermeister, Angelika Schulz, ehemalige Bürgermeisterin, und John Peter Dostal, zweiter stellvertretender Borkheider Bürgermeister, hatten bei den vielen tollen Verkleidungen die Qual der Wahl. „Wir achten auf eigene Ideen, Fantasie, Witz und humorvolle Kostüme“, erklärt Dostal. Am Ende siegte Jörg Grebe aus Freienthal, gefolgt von Uta Goydke und Renate Schulz. Mit ihren Kostümen als Wassermann, Weihnachtsfrau und Teufel überzeugten sie die Jury.

Für einige gab es eine Premiere

Der Sieger erhielt zwei Freikarten für das Baum-und-Borke-Festival in Borkheide, die Zweite kann sich über zwei Karten für das Kurzschluss-Konzert im August freuen und der dritte Preis enthielt zwei Freikarten für das Waldbad. Bevor die Eisbader dann in die wohlverdiente heiße Sauna durften, ging es für sie erstmal in das kalte Nass.

Die neunjährige Maja Wehmeyer und Ines Behnke aus Borkheide trauten sich zum ersten Mal in das eiskalte Wasser. Quelle: Johanna Uminski

Zum ersten Mal mit dabei ist Maja Wehmeyer. Die Neunjährige wagt sich mit ihrer Kostümierung als Flamencotänzerin ins Wasser. „Ich kann das Gefühl nicht beschreiben, aber es brennt etwas auf der Haut“, sagt die Grundschülerin nach dem Bad. Vorbereitet hat sich die junge Borkheiderin auf das Eisbaden nicht. „Ich wollte es einfach mal versuchen“. Ines Behnke ist auch zum ersten Mal im Waldbad eisbaden: „Für mich bedeutet die Teilnahme Spaß und Selbstüberwindung.“

Dorian Jonas Henkel aus Hildesheim wagte sich auch zum ersten Mal ins kalte Nass. Der 17-Jährige ist zum Familienbesuch in der Waldgemeinde, geht aber nicht ganz freiwillig ins Wasser. „Meine Freundin hat gesagt, wenn sie geht, dann muss ich auch.“

Eine erfahrene Eisbaderin hingegen ist Annett Giese. Für die Borkheiderin ist der jährliche Schritt ins kalte Nass ein Muss. „Wenn du ins Wasser gehst, dann hast du das Gefühl, dass du in Sekt badest.“ Bereits zum elften Mal ist Renate Schulz aus Ragösen dabei. „Es macht Spaß und ich freue mich das ganze Jahr darauf“, sagt die 77-jährige Rentnerin.

Auch beim Rahmenprogramm zum Eisbaden herrschte gut Stimmung im Naturbad Borkheide. Quelle: Johanna Uminski

Am Neujahrstag wurden in Borkheide 60 Liter Glühwein, 20 Liter Kaffee, 150 Bratwürste und Brötchen angeboten. Leckere Kuchen wurden von fleißigen Ehrenamtlichen gespendet. Die DLRG Ortsgruppe Borkheide unterstützt die Veranstaltung. Das erste Eisbaden fand am 1. Januar 2005 im Borkheider Waldbad statt. Seitdem wachsen die Fangemeinde und auch die Zahl der Eisbader von Jahr zu Jahr.

Auch beim Eisbaden im Baggersee in Treuenbrietzen herrschte am Neujahrstag gut Stimmung. Quelle: Susan Lehmann

Eine Rekordbeteiligung mit 13 Eisbadern gab es auch in Treuenbrietzen beim traditionellen Anbaden des Sportvereins MTV 1861. Darunter auch drei neue Gesichter. Dieter Bölke hatte aus der Zeitung davon erfahren und war spontan dabei. „Ich wollte das mal probieren“, sagt der 65-Jährige, der sich sonst auch mit viel Extremsport fit hält. Älteste Teilnehmerin am Mittag war Helga Steinhaus mit ihren fast 82 Jahren. Sie hielt zumindest die Füße in den kalten Baggersee.

Den Tag über folgten dort weitere Gruppen zum Neujahrsbaden. So wie die Schwimmfreunde um Ellen Teltsch. Immerhin zelebrieren sie das Baden dort ganzjährig.

Von Johanna Uminski