Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brück Mann dankt Lebensrettern nach schwerem Unfall
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Mann dankt Lebensrettern nach schwerem Unfall
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:04 23.12.2018
Christoph Eret und Marco Büge (links) freuen sich, die junge Familie von Monique Merten und Dennis Stephan, der Baby Mourice im Arm hält, glücklich zu sehen. Auch Marko Köhler und Andreas Koska gehören zu den engagierten Lebensrettern. Quelle: Christiane Sommer
Anzeige
Brück

Auf Weihnachten hatten sich Dennis Stephan aus Lütte und seine Lebensgefährtin Monique Merten aus Grabo bei Wittenberg in diesem Jahr besonders gefreut. Zum ersten Mal sollten sie das Weihnachtsfest nicht mehr allein, sondern als Eltern erleben.

Mittlerweile gibt es für die junge Familie sogar doppelten Grund, dass Fest intensiver zu feiern. Denn am 1. Oktober zogen düstere Wolken über beiden auf. „Es war ein Montag. Eigentlich ein Tag wie jeder andere und doch ein besonderer“, erzählt der junge Mann.

Anzeige

Verabschiedung mit Vorfreude aufs Baby

Seine Lebensgefährtin lächelt und verrät, dass Baby Mourice am 1. Oktober geboren werden sollte. An jenem Morgen verabschiedete sich das Paar wie gewohnt. Sie fuhr zum Arzt, er auf eine Baustelle in Brück. Noch um 12.00 Uhr telefonierten sie miteinander.

Dennis Stephan wollte wissen, wie es seiner Lebensgefährtin geht und ob das Baby zum errechneten Entbindungstermin auf die Welt kommt. Mit dem Wissen, dass es beiden gut geht, verabschiedeten sie sich.

„Er sagte zu mir, ich mach nur noch den Rest fertig, dann komme ich“, erinnert sich die junge Frau. Der Bauunternehmer legte nach dem Telefonat das Handy auf den Transporter und stieg wieder aufs Dach, wo er noch zwei Dachsteine reinigen wollte.

Vater nach Sturz schwer verletzt

Wenige Minuten später stürzte er aus gut dreieinhalb Metern Höhe auf die Straße. Er prallte mit dem Gesicht auf und blieb regungslos liegen. Zu diesem Zeitpunkt saßen Christoph Eret und Marco Büge schräg gegenüber von der Baustelle beim Mittagessen in einem Dönerladen.

„Ein Mann mit ausländischen Wurzeln kam aufgeregt herein und deutete nach draußen“, erzählen die beiden. Sofort eilten sie hinaus und sahen Dennis Stephan auf der Straße liegen. Auch Andreas Koska kam in der nächsten Minute an der Unglücksstelle vorbei. Er setzte um 12.15 Uhr den Notruf ab. Sekunden danach stieß der Brücker Amtsdirektor Marco Köhler zu ihnen. Er komplettiert das Quartett der Ersthelfer.

Schnell ist den vier Männern klar, dass der am Boden liegende Mann schwer verletzt ist. Köhler setzt daraufhin einen zweiten Notruf ab. Daraufhin schicken die Mitarbeiter der Leitstelle zusätzlich einen Hubschrauber nach Brück.

Wenig später treffen Notarzt und Rettungswagen am Unglücksort ein und der Rettungshubschrauber landet in der Brücker Titanen-Arena. Die Mediziner übernehmen die Versorgung des Verletzten. Dennis Stephan wird in das Unfallkrankenhaus im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf geflogen.

Bange Stunden für eine hochschwangere Frau

Monique Merten ahnt zu diesem Zeitpunkt nicht, was passiert ist. Erst am Nachmittag erfährt sie vom Unfall. Sie will sofort zu ihrem Freund. Doch sowohl ihre Eltern als auch die Ärzte im Berliner Klinikum raten der hochschwangeren Frau davon ab. Für sie beginnen bange Stunden.

Dennis Stephan muss operiert und ins künstliche Koma versetzt werden. Am Morgen danach folgt die erlösende Nachricht. Er hat die Nacht gut überstanden und ist außer Lebensgefahr. Am 3. Oktober wird der 34-Jährige wieder geweckt - sein Leben geht weiter. Vier Tage später wird er Vater eines kleinen Sohnes. „Eigentlich wollte ich dabei sein“, sagt Stephan.

Doch daraus wurde nichts. Der 34-Jährige sieht seinen Sohn am 14. Oktober zum ersten Mal. „Das war Mourice erste Reise. Ins Krankenhaus zu seinem Papa“, sagt Monique Merten. Drei Tage später wird ihr Partner aus der Klinik entlassen.

Dank an Lebensretter

Die frisch gebackenen Eltern machten sich dieser Tage mit dem Baby nach Brück auf. Sie wollen den Männern danken, die mit ihrem couragierten Einsatz dazu beigetragen haben, das Leben von Dennis Stephan zu retten. „Ich bin erleichtert, Sie heute so glücklich zu sehen“, sagt Christoph Eret.

„Das hilft uns beim Verarbeiten der Bilder, die man nach so einem Unfall im Kopf hat“, ergänzt Marco Büge. Schon in den Tagen nach dem Unglück hatten sich beide auf den Weg zum Amtsdirektor gemacht. Sie wollten erfahren, wie es dem verunfallten Mann geht.

Ihn lachend zu sehen, ist für die vier Ersthelfer das größte Glück, dass ihnen vor Weihnachten passieren konnte. Das Zusammentreffen mit der jungen Familie ist für alle mit Emotionen verbunden. „Wir wollen ihnen Danke sagen“, sagt Monique Merten. Sie ist sicher, dass über ihren Freund am Tag des Unglücks ein Schutzengel wachte.

Von Christiane Sommer