Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brück Neue Bürgerinitiative kämpft gegen Karate Forst
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Neue Bürgerinitiative kämpft gegen Karate Forst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:07 10.07.2019
Die Chefinnen der neuen Bürgerinitiative Naturwald (von links): Petra Rimböck und Meike Johannink. Quelle: Privat
Borkheide/Borkwalde

Aus der akuten Bedrohungssituation durch die Sprühaktion mit Karate Forst in den Wäldern der drei Waldgemeinden heraus, gründete sich die neue Bürgerinitiative Naturwald. Seit Juni gehört sie zum Verein „Waldkleeblatt – Natürlich Zauche“.

Zu den Hauptzielen der Mitglieder gehören ein minimaler Einsatz von Insektiziden beziehungsweise der Zugriff auf alternative Maßnahmen wie Leimringe, das Vorantreiben des Waldumbaus und die Förderung der natürlichen Feinde von Schädlingen.

Einwohner sind hellhörig geworden

Mit der Neugründung der Bürgerinitiative wächst der Kleeblatt-Verein nun auf sechs Blätter an: Neben „Naturwald“ besteht der Verein aus den Bürgerinitiativen Fichtenwalde, Kloster Lehnin, Borkheide/Borkwalde, Bliesendorf und der Interessengemeinschaft Wittbrietzener/Lühsdorf.

Die neue Bürgerinitiative formierte sich innerhalb von zwei bis drei Wochen, berichtet Winfried Ludwig, Vereinsvorsitzender und Gründungsmitglied vom Verein „Waldkleeblatt“. „Die Forstverwaltung hat einen Fehler gemacht, Leute angeschrieben und von der Sprühaktion versehentlich informiert, die davon gar nicht betroffen sind. Da sind einige Fichtenwalder Einwohner hellhörig geworden, haben uns darüber informiert und wir haben die Landesforstverwaltung angeschrieben. Das ist dann zum Selbstläufer geworden.“

Ziele von „Naturwald“

Zu den Zielen der neuen Bürgerinitiative gehören:

Der Waldumbau muss künftig verpflichtend für die Waldbesitzer sein sowie unbürokratisch und großzügig vom Land gefördert werden.

Für Monokulturen sind keine Fördermittel mehr auszureichen.

Die Kommunikation zwischen Forstverwaltung und Bürgern ist wesentlich zu verbessern. Diese erfolgte in diesem Jahr lediglich auf Druck der Bürger.

Falls doch wieder Sprühaktionen durchgeführt werden sollten, darf dies erst nach Alternativprüfungen erfolgen.

Hierbei ist ein Abstand von mindestens 500 Metern zu jeglicher Wohnbebauung, landwirtschaftlich genutzten Flächen und offenen Wasserflächen zu sichern.

Weitere Informationen unter www.waldkleeblatt.de.

 

Als feststand, dass gegen die Nonne, einem Kiefernschädling, das Insektizid Karate Forst eingesetzt werden soll, haben sich aktive Bewohner zusammengeschlossen und die neue BürgerinitiativeNaturwald“ gegründet, sagt Ludwig. „Chefinnen der Initiative sind Petra Rimböck und Meike Johannink, die von Anfang an mit hohem Engagement dabei sind.“

Naturwald“ sieht sich als thematische Bürgerinitiative, so Ludwig. „2011 gründete sich die Bürgerinitiative Fichtenwalde, als die Diskussion über die Flugrouten des Berliner Flughafens aktuell war“, erzählt der Fichtenwalder. Ab 2014 kamen die Bürgerinitiativen Borkheide/Borkwalde, Kloster Lehnin und Bliesendorf dazu. Zum fünfblättrigen Kleeblatt wurde der Verein im Frühjahr 2017, als die Interessengemeinschaft Wittbrietzener/ Lühsdorf sich dazugesellte.

Bürgerinitiative machte Druck

„Wir wollen unsere Kräfte bündeln, damit eben nicht jede Bürgerinitiative im Ort alleine kämpfen muss“, beschreibt Ludwig den Entschluss, die neue Initiative in den Kleeblatt-Verein aufgenommen zu haben und betont, dass der Verein mittlerweile einen gewissen Bekanntheitsgrad gewonnen habe und eine anerkannte Umweltvereinigung sei. „Wir haben die gleichen Rechte wie der Nabu, mit dem wir uns nicht vergleichen können, weil die größer sind.“

Durch die fehlenden Informationen zum Sprüheinsatz von Karate Forst in den Wäldern der drei Waldgemeinden sahen sich die aktiven Bürger zum Handeln gezwungen. „Es hat überhaupt keine Aufklärung im Vorfeld stattgefunden. Erst auf Druck unserer Bürgerinitiative, die sich an die Presse gewandt hat, reagierte die Forstwirtschaft“, berichtet Ludwig weiter.

Mehr zum Thema:

> Umweltverbände warnen vor Karate Forst

> Arbeitsgruppe kritisiert Insektizid-Einsatz

> Landesbetrieb Forst will am Samstag weiter sprühen

Ein untragbarer Zustand. Man müsse weiterhin daran arbeiten, die Wälder umzubauen, damit diese resistenter gegen Schädlinge werden, unterstreicht der Vereinsvorsitzende. „Wir als Verein sehen die neue Bürgerinitiative als inhaltliche Bereicherung, um in die Themen Naturschutz und Waldumbau einzusteigen und diese zu fördern.“

Die Sprühaktion mit dem Insektizid Karat Forst wurde zunächst für das Jahr 2019 vom Oberverwaltungsgericht gestoppt. Für die neue Bürgerinitiative steht der umfassende, beschleunigte Waldumbau im Mittelpunkt. „Derzeit erfolgt das nur auf einem Prozent der Waldfläche pro Jahr, das heißt bei diesem Tempo werden unsere Wälder schneller absterben, als umgebaut sein“, beschreibt Ludwig die dramatische Situation.

Von Johanna Uminski

Das Publikum bei der fünften Auflage der Offenen Bühne in Gömnigk konnte viel lachen und staunen. Die Teilnehmer haben in vielen verschiedenen Genres ihr Können unter Beweis gestellt – darunter auch einige Neuheiten.

09.07.2019

Borkwaldes erste Baumprinzessin Lotta Riemer soll noch weitere Flatterulmen, den Baum des Jahres 2019, in Borkwalde pflanzen. Gerhard Schubert, einer der Initiatoren dieser Aktion, spricht im Interview über den Fortschritt.

08.07.2019

Als Zugabe sang das Ensemble den „Chor der Gefangenen“ – und trieb so einigen Zuschauern Tränen der Rührung in die Augen. Die Oper „Nabucco“ wurde am Sonntag in Brück aufgeführt. Wegen des Wetters musste kurzfristig umgeplant werden.

08.07.2019