Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brück Oberschüler wollen mit Speed-Dating den richtigen Arbeitgeber finden
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Oberschüler wollen mit Speed-Dating den richtigen Arbeitgeber finden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:26 11.04.2019
Simone Riemann, Einstellungsberaterin der Polizei zeigt Niobe Dunkan eine Polizeimarke. Die 14-jährige Schülerin möchte Hundeführerin bei der Polizei werden. Quelle: Jan Russezki
Brück

Zwei Jahre klingt nach einer langen Zeit. Für die Vorbereitung einer beruflichen Karriere im Traumjob ist das aber nicht viel. In der am Dienstag beginnenden Projektwoche „Fit für die Zukunft“ stattet die Oberschule Brück ihre Schüler mit einem Berufswahlpass für das Leben nach der Schule aus – davon profitieren auch die Unternehmen, die sich am zum Auftakt in der Schule vorgestellt haben.

Rund 70 Schüler der 8. Klassen haben sich in der Sporthalle ihrer Schule versammelt, um am ersten Tag der Projektwoche einen Überblick über Unternehmen in ihrer Region zu bekommen. „Die Schüler sollen sich erst mal orientieren und Unternehmen kennenlernen“, sagt Linda Schröder, Leiterin der Koordinationsstelle des Technologie- und Gründerzentrums Potsdam-Mittelmark, das die Projektwoche an der Schule zum dritten Mal organisiert. Finanziert wird das Projekt, das noch bis Freitag läuft, vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport über den Europäischen Sozialfond und vom Land Brandenburg.

Wunsch trifft Beruf

Im Speeddating, also wechselnden kurzen Gesprächen, hatten Schüler die Möglichkeit die Firmen mit Fragenlöchern. Damit auch wirklich die passenden Ausbilder vor Ort sind, wird auf die Wünsche der Schüler Rücksicht genommen. „Die Lehrer fragen vor der Projektwoche die Berufswünsche der Schüler ab und dann suchen wir die Unternehmen aus“, erklärt Schröder. „Da kommen meist sofort zusagen. Die Unternehmen nehmen das dankend an“, sagt sie weiter.

Und für die Schüler sei es auch praktisch: „Die Fehler, die ihr heute in der Theorie macht, werdet ihr in zwei Jahren nicht mehr machen“, sagt sie. Am Ende der Projektwoche, bei der auch eine Rallye zu Unternehmen, das Bewerbungsschreiben und ein Besuch einer Wunschfirma auf dem Plan steht, haben die Schüler Bewerbungsfotos und Vorstellungsgespräche absolviert sowie ihre schriftliche Bewerbung fertig.

Ausgezeichnetes Konzept

Seit über zehn Jahren hat die Oberschule Brück ein berufsorientierendes Konzept, das den Schülern ab der Klasse 7 einen Berufswahlpass an die Hand gibt. Bis zum Ende der 10. Klasse werden Praktika, Wissen zu Bewerbungen und ihre Stärken und Schwächen vermittelt. Dafür wurde die Schule schon mehrfach als „Schule mit ausgezeichneter Berufsorientierung“ ausgezeichnet. „Wir hoffen die Berufswahl passiert so möglichst lückenlos“, sagt Schulleiterin Barbara Neupauer.

Janne Schröder testet sein handwerkliches Geschick. Der 13-Jährige hat bei der Projektwoche "Fit für die Zukunft" Interesse an der Hartmann AG gefunden. Quelle: Jan Russezki

Vor der Projektwoche konnte Janne Schröder sich nicht vorstellen, was beim Speeddating auf ihn zu kommt. „Aber es macht Spaß und jetzt habe ich gemerkt, dass ich die Hartmann AG interessant finde“, sagt der 13-Jährige über den Hersteller für Medizin- und Hygieneprodukte. „Ich habe aber ein sehr schlechtes handwerkliches Geschick“, sagt er weiter und will sich die Firma erst mal genauer anschauen.

Positive Bilanz der Unternehmen

Obwohl Hartmann AG schon seit 25 Jahren in Brück ist, nimmt der für die Ausbildung verantwortliche Prozesstechniker Mario Rulle zum ersten Mal an der Projektwoche teil. „Wir sind sonst auch Messen vertreten und müssen um die Aufmerksamkeit kämpfen. Hier kommen die Schüler direkt zu uns“, sagt er.

Dass es sich lohnt, weiß die Agrargenossenschaft Brück. Gerhard Tietz erzählt schon im zweiten Jahr den Schülern von der Landwirtschaft. Die Genossenschaft hat schon mehrere Praktikanten und Bewerber an der Schule gewonnen. Aber auch wenn es zu keiner Bewerbung kommt, ist die Bilanz positiv: „Man lernt die Jugendlichen und ihre Interessen kennen. In Brück stellen sie viele Fragen und sind sehr gut vorbereitet“, sagt der Vorstandsvorsitzende Tietz.

Interesse fällt auf

Neben dem Amt Brück und dem Metallverarbeiter Mettec waren auch Linther Glas, die Bundeswehr, die Bad Belziger Straßenmeisterei vor Ort. Schülerin Niobe Dunkan fand aber die Polizei am spannendsten: „Ich habe das Temperament und die Durchsetzungskraft dafür und gehe auch jeden Tag ins Fitnessstudio“, sagt sie. Besonders die Hundestaffel interessiert sie. „Ich habe selber einen großen, sehr sturren Hund, mit dem ich gut umgehen kann“, sagt sie.

Schüler versuchen in einem Memoryspiel die Abteilungen der Polizeieinsatzkräfte zu erkennen. Quelle: Jan Russezki

Die Einstellungsberaterin der Polizei Bad Belzig ist die 14-Jährige aufgefallen: „Wenn Schüler gute Fragen stellen, dann fördern wir sie auch. Bei ihr sehe ich Potenzial“, sagt Simone Riemann.

Mehr zum Thema:

Auch eine muslimische Schülerin findet die Polizei gut, kann aber wegen ihres Kopftuches die Ausbildung nicht machen. „Es geht dabei nicht um den Glauben, sondern um die Sicherheit im Dienst“, sagt ein Sprecher der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg. Das Kopftuch würde genauso wie ein Schal gegen die Arbeitsschutzreglung verstoßen. Die Schülerin möchte deswegen Journalistin oder Make-Up-Artist werden – und findet es schade, dass aus diesem Bereich kein Unternehmen vor Ort ist.

Von Jan Russezki

MAZ-Service

Ausbildungsplatz gesucht?

azubify® - das Portal für Berufsstarter

Starte deine Zukunft und finde den Beruf der zu dir passt.

www.azubify.de/brandenburg

Schwere Folgen hat ein Unfall am Mittwochnachmittag in Brück. Zwei Radlerinnen kollidierten. Eine Frau landete im Krankenhaus.

10.04.2019

Die Kosten zur Entsorgung von Abwasser steigen drastisch. Daher zieht der Brücker Zweckverband „Planetal“ jetzt die Gebühren an. Streit gab es in der Verbandsversammlung um die Grundgebühr.

09.04.2019

Bauschutt, leere Tonnen, beschädigte Asbestplatten: Ein Grundstück im Tränkeweg glich jahrelang einer Müllhalde. Jetzt kommt Bewegung in die Angelegenheit.

09.04.2019