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Brück Friedensglocken: Brücker Verein will nach Jerusalem pilgern
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10:39 06.02.2020
Videodreh im Brücker Pfarrhaus zum geplanten Pferdefriedensglockentreck 2025 nach Jerusalem (von links): Hobbyfilmemacher Hans-Georg Flack aus Berlin, Roland Krause, Werner Olek, Pfarrer Helmut Kautz und Friedbert Enders. Quelle: Johanna Uminski
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Brück

Es geht nicht nur um viel Geld, sondern um ein gigantisches Projekt, das für Mensch und Tier eine Herausforderung sein wird. 2025 plant der erst kürzlich neu gegründete Verein „Friedensglocken“ eine Reise mit Planwagen und Pferd von Brück nach Jerusalem.

Videodreh im Brücker Pfarrhaus: Mitglieder des neu gegründeten Vereins „Friedensglocken“ erzählen von ihrer Vision, mit Pferden, Pferdewagen, Wagemutigen und Friedensglocke 2025 nach Jerusalem zu reisen.

Vor den Machern dieses Plans stehen nicht nur eine 4500 Kilometer lange Strecke, sondern auch viele organisatorische und politische Hürden, wie sie berichten. „Es gibt noch nichts, was geklärt ist. Es gibt nur Probleme“, scherzt Pfarrer Helmut Kautz.

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Um das Projekt einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und Menschen auch außerhalb des Flämings zu erreichen, wurde nun ein Video gedreht, das auf der sich noch im Aufbau befindenden Internetseite des Vereins zu sehen sein soll.

Messing, Kupfer und Zinn

Am 6. Juni um 18 Uhr soll die Friedensglocke von Peter Glasbrenner in der Gömnigker Backschweintenne gegossen werden.

Dafür wird noch Militärschrott gesammelt. Benötigt werden Messing, Kupfer und Zinn.

Insgesamt soll die Friedensglocke 75 Kilogramm wiegen.

Der Verein freut sich über Mitglieder, Unterstützer und Wagemutige.

Kontakt unter: pferdefriedensglockentreck@gmx.de

Die Seite www.friedenstreck.de befindet sich zudem im Aufbau.

Konzentriert schaut Hans-Georg Flack auf das Display seiner Kamera, kontrolliert die Schärfe und den Bildausschnitt. Mit den Aufnahmen ist der Berliner Hobby-Filmer zufrieden, der bereits den Treck 2018 nach Weliki Nowgorod (Russland) mit seinen selbst geschnittenen und vertonten Videos aus der fernen Heimat Deutschland unterstützte. „Ich habe jeden Abend per Handy Videos zugeschickt bekommen, die ich aufgearbeitet habe“, berichtet er.

Das Vorhaben des neuen Vereins ist weitaus umfangreicher und voller Herausforderungen, berichtet Pfarrer Helmut Kautz im Video. Die Vision ist, zunächst aus Kriegsbronze eine Friedensglocke zu gießen und mit dieser in den nächsten fünf Jahren durch Deutschland zu fahren. Der erste Treck startet am 31. Juli 2020 in Hamburg Volksdorf und endet am 21. August 2020 im Kloster Marienfliess.

Kontakte knüpfen

2025 startet dann das eigentliche große Projekt: Mit Pferden, Pferdewagen, Wagemutigen und Friedensglocke soll es nach Jerusalem gehen. „Angesprochen sollen sich Menschen, die mal was Außergewöhnliches in ihrem Leben machen wollen“, betont Kautz.

Noch stecke man in der Anfangsphase. Vor allem gehe es auch darum, zunächst Kontakt in die Länder zu knüpfen, durch die die Reise führen wird. „Es geht darum, dass wir beispielsweise in Rumänien an der Grenze in Empfang genommen werden“, sagt der Pfarrer.

Etwa 1,5 Millionen Euro Kosten

Nach grober Schätzung wird das Projekt etwa 1,5 Millionen Euro verschlingen, sagt Vorstandsmitglied Friedbert Enders. „Teurer geht immer, billiger ist schwierig“, so das Mitglied weiter.

Die hohen Kosten ergeben vor allem durch den Austausch von Menschen und Tieren auf dieser langen Strecke, erklärt er. „Ich kann mir nur vorstellen, dass das wie ein Staffellauf funktioniert.“

Videodreh im Brücker Pfarrhaus zum geplanten Pferdefriedensglockentreck 2025 nach Jerusalem (von links): Roland Krause, Pfarrer Helmut Kautz, Werner Olek, Bernd Schulz und Friedbert Enders. Quelle: Johanna Uminski

Ein großes Hauptaugenmerk werde man auch auf die Tiere werfen müssen, betont Enders weiter. „Was für den Menschen schwer und belastend ist, ist auch für das Tier schwer und belastend.“ Zu beachten ist auch, dass Kaltblüter das wärmere Klima nicht vertragen, erklärt Bernd Schulz im Video, der bereits beim Treck 2018 nach Russland mitgemacht hat.

Die Vereinsmitglieder gehen in diese außergewöhnliche Reise nicht blauäugig, wie sie sagen. Dazu gehören auch Überlegungen, wie es sein wird, mit einer Friedensglocke durch die Türkei zu ziehen, auf der das Kreuz zu sehen sein wird. „Wir schreiben auf jeden Fall auch auf Arabisch „Frieden“ drauf“, betont Pfarrer Helmut Kautz und erklärt, dass man 2021 eine Erkundungstour durch die Türkei plane.

Wichtige Lebensentscheidungen getroffen

Dass diese Art des Pilgerns eine besondere Erfahrung ist, da sind sich die Gesprächspartner im Video alle einig. „Da sind bei einigen Leuten Lebensentscheidungen getroffen worden. Dinge, die man in sich trägt, werden bei so einer Tour klar“, betont Kautz.

„Ich finde, dass das eine gute Aktion ist, um sich für den Frieden einzusetzen, weil das viele Menschen erreicht. Ich bin der Überzeugung, dass es viel weniger Kriege und Auseinandersetzungen geben würde, wenn sich die einfachen Menschen untereinander verständigen“, sagt Friedbert Enders abschließend.

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Von Johanna Uminski

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