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Brück Junger Wolf spaziert durch Cammer – und löst Polizeieinsatz aus
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Junger Wolf spaziert durch Cammer – und löst Polizeieinsatz aus
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14:12 26.07.2019
Ein junger Wolf hat in Cammer das Dorf erkundet. Quelle: privat
Cammer

Ungewohnt tierischen Besuch gab es kürzlich in Cammer. Dort hat sich ein junger, kleiner Wolf auf Entdeckungstour durch Gärten und über Höfe im Dorf gemacht. Da das Jungtier offenkundig orientierungslos und geschwächt war, riefen Anwohner die Polizei.

Die Beamten waren an jenem Sonntag gegen 19 Uhr informiert worden, als sich das Tier in einem Privatgarten befand. „Die Kollegen haben vor Ort einen kleinen, etwa kniehohen Wolf festgestellt und versucht, diesen aus dem Garten zu vertreiben“, berichtet Oliver Bergholz, ein Sprecher der Polizeidirektion West, jetzt auf Anfrage der MAZ.

Seit Mittag unterwegs im Dorf

Das gelang jedoch nicht, da es sich um ein eingezäuntes Grundstück handelte, von dem der Wolf nicht allein verschwinden konnte. Die Polizisten riefen daraufhin einen Tierarzt sowie einen Wolfsbeauftragten zu Hilfe. „Die Experten fingen das Jungtier ein, haben es behandelt und in einem Waldgebiet wieder frei gelassen“, berichtet der Polizeisprecher.

Im Dorf ist der kleine Gast auch Tage nach dem Besuch noch Gesprächsthema. Fotos machen in Internetgruppen und bei Kurznachrichtendiensten per Handy die Runde.

Ein junger Wolf hat in Cammer das Dorf erkundet. Quelle: privat

„Der kleine Kerl war ganz verstört, wirkte verängstigt und hatte wohl Durst“, erzählt Astrid Schulze. Die Anwohnerin der Lehniner Straße hatte nur kurz ein Tor zum Garten offen gelassen, als der Überraschungsgast auf ihren Hof und auf die Terrasse gelangte. „Schon seit Mittag war er im Dorf unterwegs und wurde auch in der Gartenstraße gesehen“, berichtet die Anwohnerin gegenüber der MAZ.

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Ulf Dingelstaedt, der Bürgermeister der Gemeinde Planebruch, hatte nur hinterher durch seine Nachbarn von dem Besuch erfahren. „Wir waren an dem Tag ja beim Oldtimertreffen im Gutspark“, sagt der Ortschef. Er wohnt ebenfalls in der Lehniner Straße. Sie führt am Dorfrand zum nahen Wald, der in das Sperrgebiet des Truppenübungsplatzes Lehnin übergeht.

Wölfe in Nachbarschaft heimisch

Dort sind seit Jahren Wolfsrudel heimisch. Sie werden von Experten beobachtet und dokumentiert. Mehrfach kam es zu Vorfällen, als Wölfe in der Umgebung Nutztiere gerissen hatten. Unter anderem Schafe sowie Kälbchen in einem Stall am Ortsrand. Auch waren Wölfe Opfer von Autounfällen geworden.

Problemwölfe vor der Flinte

In Brandenburg ist das Abschießen von aggressiven oder problematischen Wölfen erlaubt.

Das regelt die erste Wolfsverordnung des Landes, die im Januar 2018 in Kraft trat.

Sie ist Teil des Wolfsmanagements. Es regelt landesweit den Umgang mit auffälligen „Problemwölfen“.

Danach ist ein Abschuss als letztes Mittel erlaubt, wenn andere Maßnahmen wie Verscheuchen oder Schutzzäune keinen Erfolg bringen.

Geschossen werden darf, wenn ein bestimmter Wolf sich aggressiv gegen Menschen verhält, immer wieder in Siedlungen auftaucht oder zweimal Tierbestände reißt.

Deshalb gibt es im Dorf teilweise auch Bedenken, dass Wolfsbesuche und Übergriffe durch die Wildtiere vom nahen Übungsplatz zunehmen könnten. Der Jungwolf war an dem Tag offenbar allein unterwegs. Elterntiere wurden nicht gesichtet. „Wird der kleine Wolf nun zu einem Problemwolf, weil er Kontakt mit Menschen hatte“, fragt sich der Bürgermeister.

Vogelzüchter schützt seine Tiere

Interessiert beobachtet hat den Besuch des kleinen Wolfes auch Wolfgang Angerstein. „Er wurde mal hier und mal da gesehen bei Nachbarn“, erklärt der Anwohner der Lehniner Straße. Er wohnt direkt am Wald und sieht oft auch andere Tiere, die aus dem Forst zu Besuch kommen.

„Wer Haus- und Nutztiere hält, muss sie eben auch schützen“, sagt der passionierte Vogelzüchter. Er betreut auch die Volieren der Gemeinde mit diversen Vögeln bis hin zu Pfauen im Gutspark des Dorfes. Füchse oder zunehmend auch Waschbären, Marder und Marderhunde seien eine Gefahr. Entsprechend hat er mit Zäunen aufgerüstet. Wolfgang Angerstein rät dazu, „das Thema Wolf ernst zu nehmen, aber auch nicht immer gleich Panik zu verbreiten“.

Von Thomas Wachs

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