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Brück Große Würdigung für Jahrzehnte im Ehrenamt
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Große Würdigung für Jahrzehnte im Ehrenamt
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15:33 26.10.2019
Mit einem Festakt hat der Landkreis langjährige Feuerwehrleute geehrt. Klaus Baaske (li.) aus Bad Belzig, Horst Strübing aus Köpernitz und Walter Ehle (re.) aus Brück sind 70 Jahre Mitglied. Quelle: Thomas Wachs
Brück

Wer 50, 60 oder gar 70 Jahre der Feuerwehr die Treue hält, hat eine große Würdigung wahrlich verdient. Verwehrt blieb die Ehrung diesmal jedoch einer ganzen Reihe langgedienter Kameraden. Der Handschlag von Landrat Wolfgang Blasig (SPD), die Dankesurkunde von Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD), die von Kreisbrandmeister Jens Heinze verliehene Medaille für Treue Dienste in der Sonderstufe Gold sowie die von Kurt Muschert überreichte Blume des Kreisfeuerwehrverbandes blieben ihnen am Freitagabend zunächst vorenthalten.

Lang war das Gratulations-Zeremoniell zur Ehrung von Feuerwehrleuten des Landkreises Potsdam-Mittelmark, die 50, 60 und 70 Jahre Mitglied sind.

Zum zentralen Festakt des Landkreises Potsdam-Mittelmark im Brücker Hotel Schützenhaus hatten lediglich 43 Männer und Frauen eine Einladung erhalten. In den Vorjahren waren es stets deutlich mehr. Einige Urkunden, Medaillen und Dankesworte müssen für viele Feuerwehr-Urgesteine zwischen Havel und Fläming nun noch nachgeliefert werden.

Grund sind die Änderungen in der Richtlinie für Ehrenzeichen und Auszeichnungen auf Landesebene. Das neue Gesetz war erst zur Jahresmitte in Kraft getreten. Zu spät, um alle von den Kommunen an den Landkreis und von dort an das Land eingereichten Vorschläge zu prüfen.

Urkunden und Medaillen fehlen

„Wir hätte uns das neue Gesetz schon zum Jahresbeginn gewünscht, um rechtzeitig reagieren und Einladungen verschicken zu können“, erklärt Debra Reußner, die Leiterin des Fachbereiches Ordnung und Sicherheit beim Landkreis, auf Anfrage der MAZ. Im Mai sei dafür Redaktionsschluss. „Doch erst in der vorigen Woche kamen noch Bewilligungen für die Ehrung von der Landesprüfstelle zurück“, so Reußner. Jedoch fehlten da noch Urkunden und Medaillen. „Da ist diesmal einiges holprig gelaufen. Wie viele Jubilare betroffen sind, wissen wir noch nicht exakt“, sagt Reußner.

„Vergessen wird aber niemand“, versichert die Ressortchefin. „Wir stellen es den Kommunen nun frei, ob wir ihre Jubilare nächstes Jahr mit beim Festakt ehren oder ob sie dies in einem eigenen Rahmen beispielsweise bei einer Jahreshauptversammlung der Wehren selbst erledigen möchten.“ Einige wollen davon Gebrauch machen.

Beim Festakt verliehen wurden die Medaillen der Sonderstufe Gold. Quelle: Thomas Wachs

Dennoch lang ist die Gratulations-Zeremonie am Freitagabend beim Festempfang im Brücker Hotel Schützenhaus. Dort würdigt Landrat Wolfgang Blasig (SPD) die Verdienste der langgedienten Kameradinnen und Kameraden. Auf der Liste der 43 Jubilare stehen neun Frauen. Gewürdigt werden 25 Feuerwehrleute für 50 Jahre, 14 für 60 und vier für stolze 70 Jahre Ehrenamt.

Zum Festakt in Brück gratuliert Landrat Wolfgang Blasig allen Feuerwehrleuten, die 50, 60 und 70 Jahre Mitglied sind. Quelle: Thomas Wachs

„Dieser Dank für ihre vielfältigen Leistungen ist mir im Namen aller Bewohner des Landkreises eine besondere Ehre“, so Blasig. Das Ehrenamt sieht er als zentrale Stütze des Brand- und Katastrophenschutzes. „Ohne sie könnte sich der Staat das so nicht leisten“, sagt Blasig den Feuerwehrleuten im Saal.

„Überhaupt gar kein Verständnis“ zeigt der Landrat dafür, dass Einsatzkräfte heute immer häufiger in ihrer ehrenamtlichen Arbeit behindert oder gar angegriffen werden. „Hier sollte der Staat mit rigorosen Strafen reagieren“, so der Verwaltungschef. Probleme gelöst werden müssten freilich auch noch bei der Ausrüstung vieler Wehren. Hoffnungen setzt der Landrat in ein Zusatzpaket von zehn Millionen Euro, das aktuell in den Koalitionsverhandlungen für die neue Landesregierung beschlossen worden sei.

Dank auch an Familien

Kreisbrandmeister Jens Heinze ruft die geehrten Feuerwehrleute in seiner Dankesrede dazu auf, ihre großen Erfahrungen an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben. „Sie sind für uns von unschätzbarem Wert.“ Vor allem auch „weil Feuerwehr heute gerade in vielen kleinen Orten viel mehr bedeutet für die Gemeinschaft, als Einsätze zu fahren“, so Heinze. In den Dank der Kreisverwaltung schließt er ausdrücklich die Familien der Männer und Frauen mit ein, „die oft auf ihre Väter und Mütter verzichtet haben und darum bangten, dass sie wieder unversehrt nach Hause zurückkehren“.

Zum Festakt verleiht Kreisbrandmeister Jens Heinze die Medaillen für Treue Dienste in Sonderstufe Gold. Quelle: Thomas Wachs

Persönlich begleiten den Festakt für ihre Feuerwehr-Senioren auch zahlreiche Verwaltungs- und Feuerwehrchefs aus den Kommunen. So auch Michael Knape (parteilos), Bürgermeister der Stadt Treuenbrietzen. Mit Stadtwehrführer Olaf Fetz gratuliert er Edith Haase.

Die 88-Jährige war vor 50 Jahren der Feuerwehr beigetreten, weil auch ihr Mann und der Großvater Feuerwehrleute waren. Brandschutzkontrollen in Häusern aber auch die Versorgung von Einsatzkräften, das Waschen der Autos oder das Putzen des Gerätehauses gehörten zu den Aufgaben. „Damals kamen ja keine Fensterputzer“, sagt Edith Haase.

Festlich war der Empfang des Landkreises im Brücker Schützenhaus für Feuerwehrleute, die 50, 60 und 70 Jahre Mitglied sind. Quelle: Thomas Wachs

„Mächtig stolz auf unsere neun Jubilare“, ist Uwe Paul, der Amtsbrandmeister von Brück. „Die Senioren sind genau so wichtig, wie die Jugend. Sie bringen mit ihrer Erfahrung viel Ruhe ein.“ Bei Walter Ehle aus Brück dreht sich auch mit 89 Jahren noch immer viel um die Feuerwehr. Er ist am Freitagabend für 70 Jahre Mitgliedschaft geehrt worden.

Viel geleistet für die Chronik

Große Verdienste hat er sich bei der Chronikarbeit erworben auf Kreis- und Landesebene. „Wir sind 35 Leute im Land, die sich regelmäßig treffen zu verschiedenen Themen“, erzählt Walter Ehle. Er hat seine Material-Sammlungen, die bis ins Jahr 1248 zurückreichen, bereits an Archive übergeben und hofft, „dass die Chronikarbeit damit von jüngeren Nachfolgern fortgeführt wird“.

Ebenfalls 70 Jahre Mitglied der Feuerwehr ist Horst Strübing aus dem Amt Ziesar. Er begann in Gollwitz und blieb nach dem Umzug nach Köpernitz vor 55 Jahren den Brandschützern treu. Mit seiner Frau dreht der 86-Jährige am Freitagabend als erster eine Tanzrunde zur Blasmusik des Brücker Musikvereins. Regelmäßig schaut der Senior daheim noch im Gerätehaus vorbei, „wenn was Besonderes los ist“.

Seit 70 Jahren bei der Feuerwehr ist auch Horst Strübing aus Köpernitz. Quelle: Thomas Wachs

Respekt habe er davor, „wie die Jugend heute mit der ganzen Technik umgeht“, sagt Horst Strübing der MAZ. „Das hatten wir damals alles nicht. Da mussten wir wissen, wie die Pumpe anspringt und wie man das Strahlrohr richtig hält, wenn der Rückschlag kommt“, sagt der Feuerwehr-Senior.

Abschiedsfahrt mit altem W50

Bereits 60 Jahre dabei ist unter anderem auch der 74-jährige Karl-Heinz Semmler aus Kleinmachnow. Der Physiker ist mit elf Jahren eingetreten. Viele große Einsätze hat er als Kraftfahrer mitgemacht. So auch als ein Gebäude des Gerätewerkes in Teltow brannte und rund 4000 eingelagerte Winterräder eines benachbarten Autohauses „knallten wie ein riesiges Feuerwerk“, so Semmler.

Seit 60 Jahren bei der Feuerwehr sind auch Karl-Heinz Semmler (2.v.r.) und Klaus Ulbrich (li.) aus Kleinmachnow. Quelle: Thomas Wachs

Besonders gerührt war der Veteran, als seine Kameraden zum Abschied vom aktiven Dienst eigens einen W50 per Tieflader zurück aus dem Museum geholt hatten, um ihm damit die letzte, jedoch organisierte Einsatzfahrt zu ermöglichen. Immerhin hatte er genau dieses Auto auch zur ersten Tour gefahren. Noch heute ist er dabei, um rückwärtige Dienste zur Versorgung der Einsatzkräfte zu erledigen. Der Alarm-Pieper liegt noch immer auf dem Nachttisch. „Einmal Feuerwehr, immer Feuerwehr“, sagt Karl-Heinz Semmler.

Von Thomas Wachs

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