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Brück Schon 1100 Typisierungen: Hilfsbereitschaft für Elaine hält weiter an
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Schon 1100 Typisierungen: Hilfsbereitschaft für Elaine hält weiter an
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07:11 12.07.2019
Typisierungsaktion im Filmpark Babelsberg: 57 neue Hoffnungen für Elaine. Quelle: Johanna Uminski
Borkwalde

Die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft für die an Leukämie erkrankte fünfjährige Elaine aus Borkwalde ist groß und überwältigend zugleich. Selbst nach den drei Typisierungsaktionen zum Kinderfest in Bad Belzig, bei Turbine Potsdam und bei den „Titanen der Rennbahn“ in Brück folgten weitere Aktionen, meist völlig ungeplant.

„Ein Borkheider hat sich spontan im Supermarkt typisieren lassen. Die Anteilnahme ist noch immer riesig“, berichtet Alexandra Rathod, Oma von Elaine. Weitere Typisierungen fanden im Filmpark Babelsberg und überraschend beim Volleyballturnier in Pahna (Sachsen) statt. Das sollen aber nicht die letzten Aktionen sein, um den dringend gesuchten Lebensretter für Elaine zu finden.

Typisierungssets immer dabei

In der Handtasche immer ein paar Typisierungssets dabei zu haben, das ist für die Familie von Elaine eine Selbstverständlichkeit geworden. Schließlich finden Typisierungen mittlerweile auf offener Straße und beim Einkaufen statt. „Ehrlich gesagt bin ich sprachlos. Ich bekomme Gänsehaut und bin überwältigt“, sagt Oma Gabi Wald, die von der Hilfsbereitschaft der Menschen, auch über die Landesgrenzen hinaus, berichtet.

Karsten Strübing, ihr Lebenspartner, war beim Volleyballturnier in Pahna (Sachsen). Eine Spielerin verletzte sich während des Turniers und musste von der Feuerwehr, die die Sanitätsversorgung gewährleistete, versorgt werden. Im Gespräch erfuhren die Anwesenden von dem Schicksal der kleinen Elaine.

Nächste Typisierung am 16. Juli

Die nächste Typisierungsaktion für Elaine findet am 16. Juli in der Zeit von 9.30 bis 15 Uhr in der Mensa am Standort „Neues Palais“ der Universität Potsdam statt.

Am 4. August kann man sich auch beim Fußballspiel zwischen Turbine Potsdam und dem Borkheider SV in Borkheide typisieren lassen.

Laut des Vereins für Knochenmark- und Stammzellspenden (VKS) erhält in Deutschland alle 16 Minuten ein Patient die Diagnose Blutkrebs. Weniger als ein Drittel aller Blutkrebspatienten findet innerhalb der Familie einen passenden Spender.

Die Wahrscheinlichkeit, aus 7,5 Millionen potentiellen Spendern zu weiteren Untersuchungen gebeten zu werden, liegt bei zehn Prozent. Nur etwa ein Prozent der registrierten Spender spenden tatsächlich Blutstammzellen.

Zum potenziellen Spender wird man, wenn man gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist. Das Typisierungsset schickt der VKS auch kostenlos mit der Post zu.

Weitere Informationen unter www.vks-sachsen.de.

„Alle Feuerwehrleute haben sich sofort typisieren lassen“, berichtet die Bad Belzigerin. „Die 100 Typisierungssets haben nicht ausgereicht.“ Jeder Spender zählt, weiß Gabi Wald. „Auch wenn sich nur 50 typisieren lassen, vielleicht ist gerade da der- oder diejenige dabei.“

Elaine gehe es im Moment ganz gut, berichtet Mama Naqya Rathod. „Sie verträgt die Chemo gut. Man sieht ihr aber die Strapazen langsam sehr an“, so die Borkwalderin. Außerdem kämpfe Elaine mit einen Darmkeim, der mit Antibiotikum behandelt werde, so die Mutter weiter. „Wann der nächste Chemoblock startet, hängt davon ab, wie schnell der Keim besiegt wird.“

2018 beim Volleyballturnier in Görzke: Elaine ist nicht nur ein großer Fan des Borkheider Fußballvereins, sondern liebt auch Volleyball. Quelle: Privat

Fast täglich telefonieren die Omas mit dem Mädchen. „Sie klang am Telefon ganz munter“, so Alexandra Rathod. „Sie darf raus – das macht sie happy. Sie ist so tapfer. Viele können sich ein Beispiel an ihr nehmen“, sagt Gabi Wald.

Insgesamt 1018 Menschen haben sich bei den Aktionen für Elaine in Bad Belzig, Potsdam und Brück typisieren lassen. Weitere sind durch die spontane Hilfsbereitschaft der Menschen zusammengekommen, sodass es für Elaine nun 1100 Hoffnungsträger gibt. Unter ihnen könnte der dringend benötigte Lebensretter sein.

Mehr zum Thema:

> Mehr als 500 Menschen lassen sich für Elaine registrieren

> 150 neue Hoffnungsträger gefunden

> Viele wollen Elaines Leben retten

„Der erste Schwung an Wattestäbchen wurde bereits ausgewertet. Aus datenschutzrechtlichen Gründen und um die Spender und Patienten zu schützen, können wir nichts Genaueres sagen“, so Maria Freystein, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Verein für Knochenmark- und Stammzellspenden (VKS).

„Der Spender muss nicht aus der Region kommen, es kann auch der Surflehrer aus Australien oder die französische Bäckermeisterin sein. Es kann aber auch einfach der Nachbar sein – diesen Fall hatten wir auch schon.“ Die Suche nach dem genetischen Zwilling für Elaine geht also weiter.

Von Johanna Uminski

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