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Brück Benzingespräche mit Polizei und Autoprüfern
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17:08 30.06.2019
Zum Aktionstag „Track & Safety“ kamen am Wochenende gut 100 Besitzer getunter Autos in Linthe zusammen. Quelle: Thomas Wachs
Linthe

Diese Jungs schwören auf den Toyota GT. Im Konvoi von fünf Sportwagen dieses Typs sind sie für das Wochenende zum ADAC-Fahrsicherheitszentrum nach Linthe angereist aus dem Raum Gifhorn und Hannover.

Freunde getunter Autos trafen sich im ADAC-Zentrum Linthe zu Benzingesprächen. Auch mit der Polizei.

Die Autofans aus Niedersachsen gehören zu den insgesamt 100 Gewinnern eines speziellen Fahrtrainings im Rahmen der „Track & Safety Days“ in Linthe. Auf Initiative des Bundesverkehrsministeriums zielt diese Aktion vor allem auf junge Fahrer technisch und optisch veränderter Autos. Tuning und Fahrspaß mit mehr Sicherheit zu verbinden ist die Mission.

Keine Raser von der gefährlichen Sorte

„Wer hierher kommt, ist kein Raser von der gefährlichen Sorte“, sagt Kay Kammann. Er ist an der brandenburgischen Polizeifachhochschule Oranienburg Experte für Verkehrsrecht und Auto-Tuning. In Linthe gibt er nun den Autofreunden in Seminaren Tipps, was an Umbauten erlaubt ist und was besser gelassen werden sollte.

Zum Aktionstag „Track & Safety" kamen am Wochenende gut 100 Besitzer getunter Autos in Linthe zusammen. Tipps gab es auch von Polizeiexperte Kay Kammann. Quelle: Thomas Wachs

Es geht bei den Aktionstagen um Gespräche auf Augenhöhe in lockerer Runde zwischen den Autotunern und mit Experten von technischen Prüfdiensten sowie der Polizei. Mit einem Bußgeld muss hier niemand rechnen. „Das war auch nicht nötig“, so Kammann. „Die meisten Teilnehmer hier wissen sehr gut, was legal ist“, sagt der Polizist: „Da kann auch ich manchmal hier noch was lernen zu neuesten technischen Möglichkeiten.“

Lieber Original statt Umbau

Hermann Schenk von der Stuttgarter Zentrale des Prüfdienstes GTÜ rät dazu, keine Umbauten an Originalteilen vorzunehmen und stattdessen originale Tuning-Teile zu verbauen, die viele Hersteller für die Freunde individueller Autos anbieten. Die meisten Fragen musste der Experte in Linthe beantworten zur erlaubten Lautstärke von Auspuffanlagen sowie zu Folien und Aufklebern. Denn auch für diese gibt es ebenso klare Vorgaben, wie für besondere Lichttechnik, Bremsen oder spezielle Felgen.

Für Stephan Brandes und sie Toyota-Freunde aus Gifhorn ist der GT ein Traumwagen. „Ich möchte in den nächsten Jahren gar nichts anderes fahren“, sagt der Autofan. Immerhin steckt er viel Geld in den Sportwagen. Mit Hilfe eines verbauten Kompressors brachte er die Leistung von originalen 200 PS aus nun 300 Pferdestärken.

Zum Aktionstag „Track & Safety“ kamen am Wochenende gut 100 Besitzer getunter Autos in Linthe zusammen. So auch diese Toyota-GT-Freunde aus Niedersachsen. Quelle: Thomas Wachs

„Alles was an Geld übrig ist“, fließt auch bei Freddy Büttner in seinen Toyota vom Modell „Shark“. Für ein passendes Nummernschild sei der 23-Jährige eigens nach Hannover gezogen. Nun fährt der matt-graue „Hai“ mit dem Kennzeichen H-AI.

Einer von sechs Trainingsorten

Das ADAC-Fahrsicherheitszentrum in Linthe war innerhalb der Aktion einer von sechs Trainingsorten bundesweit. Die Fahrerinnen nun Fahrern bot er die Möglichkeit, den eigenen technisch und optisch veränderten Wagen nicht nur im normalen Straßenverkehr, sondern auch in Ausnahmesituationen besser kennenzulernen. Dabei galt es, Kreisbahn, Rüttelplatte und sehr viel Wasser zu meistern, um zum Beispiel durch das Tuning verändertes Kurven- oder Bremsverhalten live zu erfahren. So lässt es sich dann auch im realen Straßenverkehr besser reagieren.

Zum Aktionstag „Track & Safety“ kamen am Wochenende gut 100 Besitzer getunter Autos in Linthe zusammen. So auch die Japanfreunde aus Magdeburg. Quelle: Thomas Wachs

Diese Chance nutzt neben der Gruppe der „Japanfreunde Magdeburg“ sowie weiteren Autofanatikern auch Christine Stende aus Eberswalde. Die 27-Jährige Mechantronikerin ist Autofan „seitdem ich einen Führerschein habe“ und mit einem schmucken gold-gelben VW Golf angereist. Alles was sie verbaut hat, sind originale Teile. Trotzdem haben sic Polizisten bei Kontrollen schon mal eher auf dem Kieker. „Mit meinem alten Golf war das allerdings häufiger der Fall“, erzählt die Tunerin. Dann geht es ab mit ihrem Schmuckstück zum Praxisteil des Aktionstages auf Schleuderkurs, Rüttelplatte und Kreisbahn.

Von Thomas Wachs

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