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Brück Tierschützer fordern Absage von „Titanen der Rennbahn“
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Tierschützer fordern Absage von „Titanen der Rennbahn“
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13:23 28.06.2019
Die Rennen – wie hier in der Vergangenheit vor eine Postkutsche gespannt – sind fester Bestandteil des Titanen-Programms. Quelle: Kaltblut Zucht- und Sportverein Brück
Brück

Die Tierschutzorganisation Peta hat am Donnerstag in einem offenen Brief an das Veterinäramt des Landkreises Potsdam-Mittelmark gefordert, die „Titanen der Rennbahn“ am Wochenende in Brück „wegen der enormen Hitzebelastung“ abzusagen.

Jährlich würden bei der Veranstaltung Pferde mit fragwürdigen Mitteln dazu gebracht, sich bis an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit zu verausgaben – etwa durch das Ziehen schwerer beziehungsweise gebremster Kutschen.

Aktion soll untersagt werden

Peter Höffken, Senior-Fachreferent „Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei Tierschutzorganisation Peta. Quelle: Marcel Schlegelmilch

„Angesichts der Hitzewelle und den zu erwartenden Temperaturen am Wochenende jenseits der 35-Grad-Marke, bitte ich Sie dringend, die Veranstaltung zu untersagen“, schreibt Peter Höffken, Fachleitung Peta-Kampagnenteam.

Er erinnert daran, dass in Berlin und Potsdam die Fahrten mit Pferdekutschen ab Temperaturen von 30 Grad aus Gründen der Tiergesundheit nicht mehr zugelassen seien.

>>> Mehr zum Thema: Das erwartet die Gäste bei den Titanen 2019

„In Brück hingegen werden die Pferde durch das Abverlangen von Extremleistungen in einem Maße beansprucht, die in Kombination mit den erwarteten Temperaturen nicht mehr als tierschutzkonform zu werten ist“, sagt Höffken weiter. „Zahlreiche Videos im Internet der letztjährigen Veranstaltungen zeigen die enorme Belastung.“ Es sei höchst fahrlässig, die Veranstaltung stattfinden zu lassen.

„Die Bedenken hinsichtlich der Durchführung der diesjährigen Titanen-Veranstaltung unter diesen Temperaturbedingungen sind im Hinblick auf das Wohlergehen aller teilnehmenden Pferde auch von uns nachvollziehbar“, teilt Kai-Uwe Schwinzert, Landkreis-Sprecher, auf MAZ-Nachfrage mit.

Amtstierärzte ganze Zeit vor Ort

Daher habe das Veterinäramt rechtzeitig zusammen mit dem Veranstalter – dem Kaltblut Zucht- und Sportverein Brück rund um Vereinschef Thomas Haseloff – und dem Turniertierarzt Maßnahmen erarbeitet, die am gesamten Wochenende und unabhängig von der Temperatur Anwendung fänden.

„Die amtstierärztliche Überwachung ist während des gesamten Veranstaltungszeitraums gewährleistet, mit fachlicher Unterstützung der Tierschutzreferentin des zuständigen Ministeriums, Claudia Possardt“, heißt es weiter vom Kreis.

Genug schattige Plätze

Eine generelle Absage des Turniers halte das Amt für unangemessen, die Umgebungsbedingungen auf dem Turnier im Titanengelände seien auch nicht vergleichbar zum Beispiel mit denen der Droschken auf dem heißen Asphalt am Brandenburger Tor in Berlin.

„In Brück sind natürliche Bodenbeschaffenheit und durch die Waldrandlage genügend schattige Plätze anzutreffen, die Wege werden zudem regelmäßig mit Wasser besprengt“, sagt Kai-Uwe Schwinzert.

>>> Mehr zum Thema: Bilder von vergangenen „Titanen der Rennbahn

Zu den vorbereiteten Maßnahmen zähle unter anderem, dass auf dem Abreitplatz Duschmöglichkeiten für Pferde eingerichtet seien und man die Gespannführer individuell über das tiergerechte, richtige Abduschen belehre. Einzelne Disziplinen würden zudem zeitlich erheblich verkürzt, in der Anzahl der Gespanne reduziert oder gänzlich aus dem Programm genommen.

Auch bei den Zugleistungsprüfungen – Kaltblüter seien traditionell Arbeitspferde unter allen klimatischen Bedingungen – werde auf die Belastbarkeit geachtet. Alle teilnehmenden Kaltblüter seien trainierte Pferde und stammten aus Einrichtungen, in denen mit ihnen ganzjährig gearbeitet werde.

Titanen der Rennbahn im vergangenen Jahr. Quelle: Kaltblut Zucht- und Sportverein Brück

„Die Pferdehalter bringen eine amtstierärztliche Gesundheitsbescheinigung von ihren zuständigen Veterinärämtern mit. Die Anreise erfolgte zum Teil schon am Mittwoch, so dass genügend Ausruhzeit zur Verfügung steht“, schließt Schwinzert.

>>> Lesen Sie auch: Peta bleibt bei Kritik an „Titanen der Rennbahn

Vereinschef Thomas Haselhoff hat bereits kurz nach Bekanntwerden der Forderung im Gespräch mit der MAZ versichert, dass das Wohl der Tiere an oberster Stelle stehe und er und sein Team alle notwendigen Maßnahmen ergreifen würden, um dies zu gewährleisten.

Von Josephine Mühln

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