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Brück Wilder Westen mitten im Hohen Fläming
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15:02 30.06.2019
Der Wilde Westen war Thema der Pferdeshow "Titanen der Rennbahn" in Brück. So auch beim Umzug durch die Stadt. Quelle: Johanna Uminski
Brück

Leistungsstarke Pferde, bunte Indianerkostüme, tapfere Cowboys und Cowgirls, geschickte Rodeoreiter, Colts, Countrymusik und Tanz – beim diesjährigen Pferdesport-Großereignis „Titanen der Rennbahn“ kamen Western- und Countryfans in Brück voll auf ihre Kosten.

Die Pferdeshow „Titanen der Rennbahn“ in Brück brachte neben den Wettkämpfen auch 300 Line-Dancer in die Arena.

 

Unter dem Motto „Der Wilde Westen“ entführten die Organisatoren und Macher des 18. Kaltblutrennens die Besucher das Wochenende über in eine andere Zeit. Dabei konnten sie am Schießstand von Deflev Brandt aus Falkensee ihr Können mit einem Colt oder Gewehr unter Beweis stellen, auf dem Rücken des elektrischen Bullen beim Rodeo ihre Geschicklichkeit und Kraft zeigen und bei den Lincedance-Workshops ihr Tanzbein schwingen.

Der Wilde Westen war Thema der Pferdeshow "Titanen der Rennbahn" in Brück. Quelle: Johanna Uminski

Fast zwei Minuten schafft es Yessi Michaelis auf dem Rücken des unechten Bullen. „Ich mache seit zwölf Jahren Turnierreiten, bin sattelfest und habe selbst ein Jungtier angeritten“, berichtet die 38-Jährige, die zum ersten Mal bei den Titanen der Rennbahn dabei ist. „Ich finde es hier sehr toll, auch wenn Kaltblüter nicht ganz meine Zielgruppe sind. Es ist hier sehr abwechslungsreich und man hat eine schöne Gelegenheit, das Wochenende zu verbringen“, ergänzt die Berlinerin.

300 Tänzer gemeinsam in Aktion

Sie ist auch Line-Dancerin und an diesem Tag noch mit über 300 anderen Countrytänzern in der Titanenarena aufgetreten. Silvia Schill ist Trainerin, passionierte Line-Dancerin. Die Berlinerin gab mehrere Workshops und trommelte eigens für die Veranstaltung über 300 Tänzer aus Berlin und Brandenburg zusammen. „Wir sind alle wie eine große Familie“, berichtet Schill. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass die Line-Dancer sich für den großen Auftritt in der Titanenarena nicht vorher zum Üben getroffen haben, sondern dies einfach vor Ort gemacht haben. „Einige können die Tänze schon und die anderen haben die Schritte schnell gelernt“, lobt die Trainerin.

Der Wilde Westen war Thema der Pferdeshow „Titanen der Rennbahn“ in Brück. 300 Line-Dancer tanzten in der Arena gemeinsam. Quelle: Johanna Uminski

Seit gut zehn Jahren kommt Stefan Hoppe zu den Titanen der Rennbahn. Der Sachse hat daheim selbst drei Kaltblüter. Für ihn ist der Besuch in Brück ein Muss. „Was hier angeboten wird, ist in Deutschland in der Größe einzigartig“, schwärmt Hoppe. Dieses Mal hat er Gerd Egelkraut mitgebracht. „Ich bin beeindruckt“, sagt der Pferdehalter aus dem bayerischen Vogtland, der zum ersten Mal in Brück ist.

Auf Hitzerekord reagiert

Auf Grund der erhöhten Temperaturen wurden bei Titan der Rennbahn diverse Maßnahmen getroffen, teilt der Veranstalter mit.

Angepasst worden sei die Belastungsintensität und es erfolgte eine durchgängige tierärztliche Betreuung durch mehrere Tierärzte.

Aufgebaut wurden diverse Abkühlungsmöglichkeiten direkt nach den Prüfungen, zusätzlich zahlreiche Tränkmöglichkeiten und eine Wasserversorgung auf dem Abfahrplatz geschaffen.

Beim Rennreiten wurde die Strecke auf 300 Meter verkürzt und beim Hindernisfahren der Parcours stark verkürzt. So auch beim Wagenrennen.

Zwei Hindernisse wurden zusätzlich mit Wasserkühlung versehen.

Carolin Varken ist seit neun Jahren Titania, die Königin der Titanen der Rennbahn. Die Brückerin schätzt an der Veranstaltung, dass sich alle wieder treffen, die im Laufe der Jahre zusammengewachsen sind. „Dieses Jahr haben wir das schöne Motto Wilder Westen. Wir sehen Cowboys und Cowgirls auf großen Pferden reiten“, schwärmt sie.

Schaubilder gefielen besonders

Das hat Katrin Pompetzki und ihren Partner Egon Barthel aus der Nähe von Chemnitz in Sachsen zum zweiten Mal nach Brück gelockt. „Uns haben die Schaubilder besonders gut gefallen“, betonen sie. Die beiden Sachsen haben von den Forderungen der Tierschutzorganisation Peta, die Veranstaltung aufgrund der Temperaturbedingungen abzusagen, nichts gehört. Den Einwand der Türschützer finden sie übertrieben. „Man sieht, dass auf die Tiere geachtet wird. Wenn das nicht so wäre, dann wären wir nicht wieder hier hergekommen“, resümieren beide.

Beim großen Umzug durch die Stadt präsentierten sich nach dem Turnier am Sonnabend die Pferde, Reiter und Kutscher dem Publikum und den Einwohnern des Ortes. Sie haben es sich derweilen im Klappstuhl, auf der Decke oder im Pool vor ihren Häusern gemütlich gemacht. Ausgerüstet mit sommerlichen Snacks, Deftigem oder mit flüssigem Gebräu verwandelten sie die Stadt in eine lange Party- und Fanmeile. Während die Feier auf den Brücker Straßen weiterging, startete in der Titanenarena der Sommernachtsball mit DJ Pizza und den Village Girls aus Italien.

Von Johanna Uminski

Die Tierschutzorganisation Peta bleibt mit Blick auf die „Titanen der Rennbahn“ am Wochenende in Brück kritisch. Die Durchführung der Veranstaltung sei unverantwortlich. Auch zu den von Veranstalter und Veterinäramt getroffenen Maßnahmen äußern sich die Aktivisten.

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