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Brück Zeitzeugen erinnern sich an die spektakuläre IL-18-Landung in Borkheide
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Zeitzeugen erinnern sich an die spektakuläre IL-18-Landung in Borkheide
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13:45 28.10.2019
Sie waren am 16. November 1989 in Borkheide dabei: Erich Helmreich (von links), Herbert Pollak, Dieter Bengsch, Wilfried Fischer und Roland Kirchhoff. Quelle: Johanna Uminski
Borkheide

An die Landung der IL18 vor fast 30 Jahren kann sich Wilfried Fischer noch genau erinnern. „Das war schon toll. Die Maschine konnte man schon vom Weiten hören. Sie machte drei Überflüge und landete dann. Es sah aus, als ob sie jeden Tag kommt“, berichtet der Borkheider, der damals bei der Zentralwerkstatt der Feuerwehr (ZWF) arbeitete und sich mit den Arbeitskollegen nach der Landung auch um die Umzäunung des Geländes kümmerte.

Eingebettet in die Aktion „Feuer und Flamme für unsere Museen“ fand am 26. Oktober die abschließende Veranstaltung des Hans-Grade-Sommers 2019 statt. Erinnert wurde an die Landung der Interflug-Maschine IL18 am 16. November 1989, die nach über 34.000 Stunden Flugeinsatz sicher auf einer Waldwiese in der Nähe des ehemaligen Flugplatzes von Hans Grade in Bork, dem heutigen Borkheide landete.

Eingebettet in die Aktion „Feuer und Flamme für unsere Museen“ fand die letzte Veranstaltung des Hans-Grade-Sommers 2019 statt. Es gab viele Erinnerungen an die Landung der Iljuschin vor 30 Jahren.

In entspannter und gemütlicher Atmosphäre feierten Gäste, Borkheider und Zeitzeugen das Jubiläum. „Man hat der Crew die Anspannung angesehen und sie waren froh, dass es funktioniert hat“, erzählt Wilfried Fischer weiter von seinen Erlebnissen und Eindrücken. Einen Tag nach der spektakulären Landung auf dem Borkheider Flugplatz kam Roland Kirchhoff, der als Spezialgerätefahrer bei der Interflug arbeitete, um das Flugzeug zu seinem jetzigen Standort zu transportieren.

„Hier ist es sandig und geht bergauf“, berichtet der Rehbrücker von den Herausforderungen. Daher wurden Bergseile an beiden Hauptfahrwerken befestigt, die bis zum Heck des Flugzeuges reichten. „Wir hatten damals eine Planierraupe. Diese haben wir an den hinteren Seilen befestigt. Ich habe damals mit einem Bergungsfahrzeug, einem Tatra 813, und Schleppstange die Maschine gelenkt“, erklärt Kirchhoff. „Das ist eine Sache, die man nie wieder erleben wird“, resümiert er.

Neue Tafel am Flugplatz und Informationsträger im Flugzeugmuseum

Auf dem Gelände wurde eine Tafel neu montiert. Auf diesem ist der frühere Flugplatz dargestellt. „Das sind 102 Hektar. Die grau markierte Fläche zeigt, wie groß der Platz heute noch ist“, erklärt Burckhard Ballin, erster Vereinsvorsitzender der Hans Grade Gesellschaft. „Außerdem sind die Flüge eingezeichnet, die die Piloten in ihrer Ausbildung bei Hans Grade fliegen mussten.“

Auch im Flugzeugmuseum gibt es eine Neuerung: „Der Lebenslauf von Hans Grade wurde auf anständigen Trägern verewigt. Diese sind auch feuchtigkeits- und witterungsbeständig“, so Ballin.

Zufrieden mit der Veranstaltung zu „Feuer und Flamme“ zeigt sich Andreas Kreibich. „Es ist sehr gut besucht, die Stimmung ist super und das Wetter perfekt“, sagt der Borkheider Bürgermeister.

„Die Stimmung war schon emotional als die Maschine runterkam und dann hier stand“, stimmt Herbert Pollak mit ein, der damals in der Zentralwerkstatt der Feuerwehr (ZWF) in Borkheide arbeitete und 1990 einen besonderen Auftrag bekam. „Ich sollte die Gangway für die Maschine bauen“, berichtet der Borkheider. „Die hält immer noch.“

Lebendige Erinnerung an den 16. November 1989 hat auch noch Dieter Bengsch. „Das war hier ein Volksfest“, berichtet der Borkheider, der ebenfalls in der ZWF tätig war und eine ungewöhnliche Aufgabe bei der Landung der IL 18 hatte. „Ich stand hier mit der Feuerwehr und Drehleiter mit Rettungskorb, in dem ein Kameramann war, der die Landung filmte. Ich musste die Leiter mit dem Flugzeug mitschwenken.“

Impression von „Feuer und Flamme" am Flugzeugmuseum in Borkheide. Quelle: Johanna Uminski

Doch auch im Vorfeld mussten viele Vorarbeiten geleistet werden, um die Landung der Interflug-Maschine so sicher wie möglich zu machen. „Um den Platz war alles Wildwuchs. Der Weg bis zur Bahn musste frei sein, also bin ich jeden Tag nach der Arbeit hier her und habe die Bäumchen gesägt. Diese lagen alle in einer Richtung, damit im Notfall das Flugzeug drüber rutschen konnte“, erklärt er.

Einen ganz außergewöhnlichen Auftrag bekam der Borkheider vor der Landung, um dem Piloten die Orientierung in der Luft zu erleichtern. „Ich habe zwei rote leere Bierkästen mit einem Draht in den Baumwipfeln befestigt, damit der Pilot einen Anhaltspunkt hatte, wo er landen soll“, berichtet Bengsch weiter, der gerne auf das besondere Ereignis zurückblickt. „Man erinnert sich wieder an so viele Dinge und sieht hier Leute, die damals mitgewirkt und die Landung möglich gemacht haben.“

Von Johanna Uminski

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