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Brück Zu defizitär, zu viel Aufwand: Darum stirbt „Baum & Borke“
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Zu defizitär, zu viel Aufwand: Darum stirbt „Baum & Borke“
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15:17 13.12.2019
Baum und Borke Festival von oben: das Open-Air auf dem Borkheider Flugplatz 2019. Quelle: Johanna Uminski
Borkheide

Nun ist klar, warum das Open-Air-Festival „Baum & Borke“ nach nur zwei Ausgaben nicht mehr stattfindet. „Nicht zu klärende organisatorische Fragen“, nannte Florian Kraatz, Vereinsvorsitzender vom Veranstalter Tumult, am Freitag gegenüber der MAZ. Am Donnerstag hatte die Nachricht in der Region für viel Wirbel gesorgt.

„Wir hätten ohnehin wenig Zeit, weil auch die Renovierungsplanungen an der IL18 im Raum stehen“, sagt Kraatz. Hinzu komme, dass alle Helfer und Mitwirkenden das Festival ehrenamtlich und in ihrer Freizeit auf die Beine stellen.

Zeitlicher Aufwand wurde unterschätzt

„Der Arbeitsaufwand vom ersten zum zweiten Festival war gestiegen. Der zeitliche und organisatorische Aufwand wäre jetzt im dritten Jahr noch erheblicher. Das haben wir alle unterschätzt“, erklärt Kraatz.

Doch das sei nicht der einzige Grund. „Die Veranstaltung war in den letzten zwei Jahren defizitär, wir haben Verluste gemacht“, erklärt Tumult-Vereinsmitglied Julian Weicht und betont, dass die Entscheidung dem Verein und allen Helfern sehr schwerfiel.

Impressionen vom Open-Air „Baum & Borke“ 2019 auf dem Borkheider Flugplatz. Finanzielle Defizite sowie Zeitmangel besiegeln das Aus des gemütlichen Festivals für 2020.

„Die Leute haben nicht nur eine Beziehung zur Veranstaltung, sondern kommen auch vielfach aus der Region. Da ist es schwierig so ein Baby loszulassen und zu sagen, wir machen das nicht mehr.“

Die positiven Rückmeldungen auf das Festival sowie die Reaktionen der Leute auf das Aus von „Baum & Borke“, machen den Entschluss der Veranstalter nicht leichter, betont der Berliner. „Aber wir gehen nach zwei Jahren lieber mit einem positiven Gefühl, als es auf Biegen und Brechen noch einmal zu versuchen.“

Vertragsunterzeichnung für „Baum&Borke“ 2020 fand erst vor zwei Monaten statt (von links): Burckhard Ballin (1. Vereinsvorsitzende), Florian Kraatz (Tumult eV), Kathrein Kühn (2. Vereinsvorsitzende) und Julian Weicht (Tumult) Quelle: Johanna Uminski

Überrascht von der Nachricht zeigt sich Burckhard Ballin, Vereinsvorsitzender der Hans-Grade-Gesellschaft. „Unser Verein und ich persönlich bedauern diesen Entschluss sehr.“

Bei der letzten Veranstaltung vor zwei Monaten im Rahmen des Hans-Grade-Sommers haben die Vereinsvorsitzenden von Tumult sowie der Hans Grade Gesellschaft den Nutzungsvertrag auf dem Borkheider Flugplatz für das Gelände für „Baum & Borke“ 2020 unterzeichnet und den Termin bekannt gegeben.

Organisatoren bedauern den Entschluss

Florian Kraatz bedauere die Absage und bedanke sich beim Hans-Grade-Verein sowie bei allen Besuchern, Mitarbeitern, Sponsoren und Helfern der letzten zwei Jahre.

„Wir haben gezeigt, dass wir in Borkheide und Umgebung ein so tolles Event tatsächlich umsetzen konnten und das war auch ein wesentlicher Bestandteil der ursprünglichen Idee“, sagt der Vereinsvorsitzende und gibt noch einen positiven Ausblick in die Zukunft.

„Baum & Borke“ 2021 auf dem Borkheider Flugplatz?

„Wenn es irgendwann noch einmal ein ,Baum & Borke’ geben sollte, dann allerdings nur auf dem Flugplatz in Borkheide.“

Für die Planung eines Events müsse man allerdings erst die geplante Restaurierung des Flugzeuges abwarten, so der Borkheider. „Wir würden uns daher sehr freuen, wenn wir 2021 auch wieder an alter Wirkungsstätte in Borkheide die Kuh fliegen lassen dürfen und zusammen mit bekannten und neuen Gesichtern den Wald rocken.“

Impressionen vom „Baum&Borke“ 2019 auf dem Borkheider Flugplatz. Quelle: Johanna Uminski

Für das kommende Jahr plane der Tumult-Verein zahlreiche Clubkonzerte. Es gebe auch bereits konkrete Überlegungen für weitere Open-Air-Veranstaltungen in Potsdam und Umgebung. „Wir lassen von uns hören, gar keine Frage“, sagt Kraatz.

Von Johanna Uminski

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