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Potsdam-Mittelmark Auf der Flucht vor der Alarmanlage
Lokales Potsdam-Mittelmark Auf der Flucht vor der Alarmanlage
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00:54 18.10.2014
Viertel nach zehn ist die Alarmanlage bereits scharf geschaltet.
Viertel nach zehn ist die Alarmanlage bereits scharf geschaltet. Quelle: dpa
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Brück

Nur Amtsdirektor Christian Großmann und Hauptamtsleiter Lars Nissen könnten in der Zentrale des Wachdienstes noch um Verlängerung bitten. Nur sie kennen das nötige Codewort. Allerdings schreibt auch die selbst auferlegte Sitzungsordnung der Gremien vor, nach 22 Uhr keine neuen Tagesordnungspunkte mehr aufzurufen. Doch waren zu diesem Zeitpunkt der jüngsten Sitzung erst 19 von insgesamt 37 Tagesordnungspunkten abgearbeitet. Darum muss am Donnerstag nun nachgesessen werden.

Das ist längst kein Einzelfall mehr. Auch die Sitzungen des Brücker Amtsausschusses sowie einiger Fachgremien mussten wegen Zeitdrucks beendet werden, ohne dass die Tagesordnung abgearbeitet war. Die Sitzungen in die Länge ziehen nicht selten Debatten um Sachverhalte, die bereits in Ausschüssen vorberaten sein sollten. Dennoch geht’s ganz von vorn los.
Und es kommt immer häufiger dazu, dass Abgeordnete sich nicht im Stande sehen, den jeweiligen Beschluss zu fassen, weil zuvor von der Amtsverwaltung erbetene Zuarbeiten nicht vorliegen. So vermisste Andreas Sägner (CDU) bei der Debatte über den umstrittenen Umbau der ehemaligen Bibliothek zum Wohnquartier eine Wirtschaftlichkeitsberechnung. Unter anderem deshalb wird das Thema nun nochmals neu aufgerollt. „Dabei liegt die Berechnung seitens der Wohnungsverwaltung längst vor“, sagte Amtsdirektor Christian Großmann. „Warum wurde sie dann nicht einfach nochmal verteilt, damit sich auch alle neuen Abgeordneten ein Bild machen können?“, fragte Andreas Sägner.

Anlass zur Kritik an der Verwaltung sah auch Nicole Ehle (Pro Brück). Sie kritisierte „die schlechte Vorbereitung“, als Amtsdirektor Christian Großmann und einzelne Abgeordnete jeweils minutenlang um einzelne Formulierungen in Paragrafen der Hauptsatzung gerungen und gestritten haben, die aktuell neu zu beschließen ist.

Für Unmut sorgte auch die Formulierung, wonach die Amtsverwaltung nicht sicherstellen könne, dass zu den Sitzungen jeweils ein aussagekräftiger Mitarbeiter der Verwaltung anwesend sei. „Das versuchen wir, können es aber – wie in allen anderen Gemeinden – auch in Brück nicht immer garantieren“, sagte Großmann. Lothar Koch (SPD) sieht die Abgeordneten so „nicht ausreichend informiert“, wenn es keine Möglichkeit zu direkten Nachfragen an die Fachämter mehr gibt. „Dann können wir die Sitzung ja gleich auf elektronischem Wege abhalten und per E-Mail abstimmen“, kritisierte auch CDU-Fraktions chef Mathias Ryll.

Termin: Der zweite Teil der Sitzung der Brücker Stadtverordneten beginnt am Donnerstag um 19 Uhr im Saal der Amtsverwaltung.

Von Thomas Wachs

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