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Potsdam-Mittelmark Bürger gehen selbst auf Streife
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00:21 17.05.2015
Dieter Puschmann hält die Augen offen in Kleinmachnow — für mehr Sicherheit für alle. Quelle: Claudia Krause
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Region Teltow

Dieter Puschmann ist ein drahtiger, sportlicher Typ. Trotzdem spielt der Kfz-Meister, der mit 62 Jahren gerade den Vorruhestand erreicht hat, nicht den Helden, wenn er auf „Streife“ geht. Puschmann lebt seit 1953 in Kleinmachnow und gehört zu den Gründungsmitgliedern der Sicherheitspartner (Sipa) in der Waldgemeinde. Sie war vor 17 Jahren gegründet worden, nachdem sich in Wilhelmshorst nach der Wende die erste Bürgerwehr gebildet hatte. Damals sei es noch „ziemlich ruhig“ gewesen in Kleinmachnow. Aber man wollte vorsorgen. „Eine Bürgerwehr waren wir aber nie“, sagt Puschmann. Er zieht mit Taschenlampe, Handy und Schreibzeug durch seinen „Bezirk“, wie er die sechs bis acht Straßen rund um seine Heimatadresse nennt.

Heute gehört der Nobelort zu den am häufigsten ausgesuchten Wohngebieten, in denen in Häuser eingebrochen wird und Autos gestohlen werden. Ruhige und versteckte Lagen der Domizile reizen und der nahe Autobahnanschluss gilt als schneller Fluchtweg. Aber Fakt ist auch: Die Banden sind professioneller geworden und die Polizei nach der umstrittenen zweiten Reform geschrumpft.

Sicherheitspartner in der TKS-Region

In Stahnsdorf helfen derzeit noch vier von einstmals neun Sicherheitspartnern neben Polizei und Ordnungsamt. Die Sicherheitspartner werden von den Revierpolizisten über die Wache Teltow betreut. Diese halten immer dienstags von 16 bis 19 Uhr eine Sprechstunde für die Bürger in der Gemeindeverwaltung, Annastraße 3, ab.

In Teltow gibt es sechs Sicherheitspartner, deren Arbeit über die hiesige Polizeiwache koordiniert wird. Ordnungsamt, Polizei und Sicherheitspartner treffen sich in regelmäßigen Abständen (in der Regel einmal pro Monat) zum Erfahrungsaustausch.

In Kleinmachnow sind derzeit zehn Sicherheitspartner im Einsatz. Kontakt zu ihnen können Interessenten aufnehmen über Jürgen Glindemann, Leiter SiPa-Kleinmachnow, E-Mail: SiPa-Kleinmachnow@gmx.de oder Ordnungsamt Kleinmachnow, ordnungsamt@kleinmachnow.de

Bereits 1992 hat das Brandenburger Innenministerium per Erlass die Grundlage für eine Zusammenarbeit von Polizei und bürgerschaftlichem Engagement geschaffen. In den Nachwendejahren gab es mehr als 200 sogenannte Sicherheitspartner, heute sind es landesweit rund 70.

Puschmann selbst wurde vor vier Jahren Opfer. Seitdem sichert er sein Haus mit einer Alarmanlage und der künstlichen DNA, die als Pilotprojekt über die Gemeinde an Interessenten abgegeben wurde. Das rot-weiß-blaue Schildchen an der Gartenmauer soll Diebe bereits abschrecken. Der Einbruch war der Klassiker: Puschmanns waren im Urlaub und die Täter verschafften sich durchs hintere Badfenster Zutritt. Die am Morgen offenstehende Terrassentür an der Rückfront hatte einer seiner Nachbarn beim verabredeten Kontrollgang bemerkt und sofort die Polizei gerufen. „Damit hat er Schlimmeres verhindert. Kann ja sein, die wollten am Tage noch mal rein“, meint Puschmann. Der aufmerksame Nachbar von Gegenüber war Jürgen Glindemann, der Leiter der Sipa. Diese hat heute zehn Mitglieder in Kleinmachnow, alles Männer in den besten Jahren. „Wir brauchen aber Nachwuchs, denn die Sipa wollen wir nicht sterben lassen“, sagt Puschmann. Hätten einige Bewohner früher die Sicherheitspartner noch als Stasi und Hilfssheriffs beschimpft, sei inzwischen die Akzeptanz der Männer gestiegen. „Die Menschen sprechen uns an, wollen Tipps zur Haussicherung oder bitten, dass man in ihrem Urlaub mal ein Auge mehr auf ihr Grundstück wirft“, erzählt der 62-Jährige.

Beobachten, Auffälliges aufschreiben und die Polizei oder das Ordnungsamt informieren, das seien ihre Schwerpunktaufgaben, sagt Puschmann. Und die Leute aufklären und ansprechen, wenn etwa die Terrasse vorn offen steht, während der Eigentümer hinten im Garten arbeitet, die Autoscheibe „zum Lüften“ zehn Zentimeter geöffnet ist oder der Schlüssel von außen im Schloss steckt. „Manche haben auch heute noch diese Angewohnheit von früher“, weiß der Kleinmachnower.

Die Sipa in Kleinmachnow wünscht sich, dass die Nachbarn einander noch mehr Acht geben und mit möglichen Diebstahlsicherungen vorsorgen. „Die Prävention ist und bleibt der beste Schutz vor kriminellen Handlungen“, findet Glindemann. Aber auch einen stärkeren Erfahrungsaustausch mit den Revierpolizisten und den Sipas in Stahnsdorf und Teltow erhofft er sich, außerdem eine engere Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt. Neue Mitglieder würden zudem besonders für das Gebiet „Stolper Weg“ und den Ortsteil Dreilinden gebraucht.

Nachwuchs benötigt auch die Sipa in Stahnsdorf; von einst neun sind nur noch vier Mitglieder in Aktion. Sipa-Leiter Peter Kaersten (73) sagt, dass man nicht noch in den Ortsteilen Sputendorf und Schenkenhorst „Dienst“ tun könne. Ein Schwerpunkt für Kaerstens Truppe ist nun wieder das Gebiet um den Güterfelder See. „Handtaschen auf dem Autositz sind manchmal binnen einer halben Stunde weg“, sagt der ehemalige Polizist, der seit 13 Jahren Sicherheitspartner ist und selbst schon Benzinklau-Opfer wurde — „direkt vor der Haustür“. Immer öfter, so sagt er, kämen die Täter jetzt per pedes oder mit dem Rad, was Notizen und Fahndung erschwere. Dennoch: Die Sipas müssen bleiben, und die beste Prävention — der aufmerksame Nachbar — gepflegt werden.

Von Claudia Krause

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