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Potsdam-Mittelmark Bürgermeister kritisiert Geldverteilung
Lokales Potsdam-Mittelmark Bürgermeister kritisiert Geldverteilung
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12:34 14.01.2018
Bürgermeister Marco Beckendorf  (die Linke) beim Neujahrsempfang  der Gemeinde Wiesenburg/Mark.
Bürgermeister Marco Beckendorf (die Linke) beim Neujahrsempfang der Gemeinde Wiesenburg/Mark. Quelle: Dirk Fröhlich
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Wiesenburg

„Die Gemeinde Wiesenburg/Mark hat mehr denn je eine Zukunft.“ Da ist sich Marco Beckendorf (die Linke) gewiss. „Und zwar nicht nur, weil die Verwaltungsfunktionalreform im Land Brandenburg ins Stocken geraten ist“, so der Bürgermeister. Während er die Kooperation mit den Verwaltungschefkollegen im Hohen Fläming intensiviert und im vergangenen Jahr nochmals in der Nachbargemeinde Görzke den Fusionsvorschlag vorgetragen hat, will der 35-Jährige außerdem offensiv für eine gerechtere Verteilung der Kommunalfinanzen eintreten.

Energiewende soll sich vor Ort auszahlen

„Die einfachen Pro-Kopf-Zuweisungen sind nicht mehr zeitgemäß“, sagt Marco Beckendorf. Seiner Ansicht nach braucht es einerseits einen Flächenbonus, für den er schon länger trommelt. Denn hierzulande sei es trotz sinkender Einwohnerzahlen notwendig, ausreichend technische und soziale Infrastruktur vorzuhalten. „Andererseits müssen die Steuern, die der Staat durch die Energiewende einnimmt dort in die Kassen fließen, wo sie stattfindet und durchaus zu Bealstungen führt“, sagte er. Neben den Biogas-Anlagen in drei Dörfern gibt es neuerdings einen Solarpark am Borner Weg.

Immerhin hat der drastische Sparkurs in der Kommune der vergangenen zwei Jahre vor Ort dazu geführt, dass nach längerer Zeit wieder 130 000 Euro bereit stehen, die investiert werden sollen. Dank geschickter Fördermittelakquise kann insgesamt eine Million Euro ausgegeben werden, hieß es beim Neujahrsempfang.

Die Veranstaltung erlebte am Freitagabend ihre 16. Auflage. Sie lockte wieder etwa 100 Vertreter aus Politik und Verwaltung, Vereinen und Unternehmen aus allen 14 Ortsteilen in den Speiseraum der Grundschule „Am Schlosspark“. Bei Bier, Sekt und Wein sowie Schnittchen erfuhr nicht zuletzt der Parkförderverein die gebührende Würdigung.

Parkförderverein seit 20 Jahren aktiv

Ulrich Jarke hatte einen Überblick über die Entwicklung seit der Gründung vor 20 Jahren erfahren. „10 000 Euro an Mitgliedsbeiträgen sowie 70 000 Euro an Spenden dürften in der Zeit zusammen gekommen sein“, so der Vorsitzende. Sie wurden für die Beschaffung von Pflanzen und Technik sowie nicht zuletzt die Wiederherrichtung des Erbbegräbnisses der Schlossherrschaft eingesetzt. Freilich ist das nicht alles. So haben Ulrich Jarke und seine fast 100 Mitstreiter mit zahllosen Aktivitäten – allen voran die Schlossparknächte – für die Bekanntheit des Gartendenkmals, aber auch des Ortes gesorgt.

Bürgermeister Marco Beckendorf (die Linke) dankt Marlies Schwarze für den ehrenamtlichen Einsatz im Wiesenburger Park. Quelle: Dirk Fröhlich

Hinzu kommen Arbeitseinsätze und seit 2014 knapp eine Hand voll Ehrenamtliche, die regelmäßig gegen eine pauschale Entschädigung die knapp besetzte Parkbrigade im Alltag unterstützen. Dieser Einsatz von Ingrid Weinholz, Doreen Hannemann, Marlies Schwarze und Peter Kiele wurde deshalb mit besonderer Anerkennung erwähnt.

Aktuell unterstützt der Parkförderverein die Gemeinde Wiesenburg/Mark bei der Suche nach einem neuen Pächter für die Schlossschänke „Zur Remise“. Deren derzeit noch ungeklärte Perspektive war – quasi als Wermutstropfen im Becher der Freude – ebenfalls vielfach im Gespräch.

Von René Gaffron