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Potsdam-Mittelmark Bushidos Pools müssen schrumpfen
Lokales Potsdam-Mittelmark Bushidos Pools müssen schrumpfen
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21:35 02.04.2014
Quelle: dpa
Kleinmachnow

Die auf Bushidos Grundstück in Kleinmachnow geplanten Schwimmbecken sind zu groß. Die Mitglieder des örtlichen Bauausschusses hatten bei ihrer Sitzung am Montagabend dem Rathaus einstimmig empfohlen, mit dem Rapper nochmals wegen der Becken zu verhandeln. Sollte der Musiker nicht bereit sein, seine bisherigen Pläne zu ändern, will die Gemeinde den Bau ganz untersagen. „Im Prinzip geht es gar nicht so sehr um die Schwimmbecken“, erklärt Jens Klocksin (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses. Viel mehr gehe es darum, dass mit dem Bau der Pools die erlaubte Fläche für Nebenanlagen überschritten und somit zu viel Fläche versiegelt wird. „Mit den dann errichteten Schwimmbecken wäre die Überschreitung der erlaubten Fläche schon immens, deswegen habe ich angeregt, nochmal mit dem Besitzer und dem Architekten zu sprechen“, sagt Jens Klocksin. Zwar sei eine Ausnahmegenehmigung „nicht ausgeschlossen“, doch dazu müssten erst Gespräche mit dem Rapper geführt werden.

Barbara Neidel, zuständig für den Fachbereich Bauen und Wohnen im Kleinmachnower Rathaus, macht derweil deutlich, dass man Bushido „nichts Böses will“ oder ihm aufgrund seines Rufes als Skandalrapper irgendwie „Steine in den Weg legen“ will. „Im Gegenteil: Wir freuen uns auf ihn als neuen Einwohner. Doch auch wir müssen uns an die Vorgaben halten“, sagt Neidel. Und die sehen vor, dass Bushido nur dann die geplanten Becken bauen lassen kann, wenn er gleichzeitig einer Änderung des Bebauungsplans zustimmen würde. „Verzichtet er auf die Errichtung einer anderen Nebenanlage, so wäre der Bau der Schwimmbecken möglich“, erklärt Barbara Neidel. Andernfalls könne die Stadt dem Vorhaben nicht zustimmen.

Der gebürtige Berliner Bushido hatte das etwa 16.000 Quadratmeter große Grundstück in Kleinmachnow 2011 erworben. Seither gab es immer wieder Gerüchte, dass die Einwohner den Rapper aus ihrer Gemeinde wieder vertreiben möchten. Erst im Dezember sorgte ein Brand auf dem Gelände des 35-Jährigen für Aufregung. Für eine Stellungnahme zu dem jetzigen Pool-Streit war der Rapper am Mittwoch  nicht zu erreichen.

Bushidos neue Bleibe

  • 16.000 Quadratmeter mit einer dreistöckigen Villa und 1000 Quadratmeter Wohnfläche: Bushido hatte die denkmalgeschützten Gebäude und das Grundstück des ehemaligen Seemannsheims am Zehlendorfer Damm nahe der Berliner Grenze im Herbst 2011 gekauft.
  • Der ungenehmigte Abriss eines denkmalgeschützten Tores auf dem Anwesen des Rappers Bushido am Zehlendorfer Damm in Kleinmachnow beschäftigte die Gemeindevertreter im Jahr 2012.
  • Im November 2013 hatten massive Baumfällungen auf dem Grundstück des Rappers Empörung ausgelöst.
  • Im Dezember 2013 zündeten mutmaßliche Brandstifter Bushidos Villa in Kleinmachnow an.
Der Dachstuhl der Kleinmachnower Villa des Rappers Bushido ist bei einem Brand schwer beschädigt worden. Gut anderthalb Stunden brauchte die Feuerwehr, um die Flammen zu löschen. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen - auch wegen des Verdachts auf Brandstiftung.

Von Odin Tietsche

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