Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Corona in Mittelmark: Die wichtigsten Infos in Kürze
Lokales Potsdam-Mittelmark Corona in Mittelmark: Die wichtigsten Infos in Kürze
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
20:51 03.04.2020
Der Landkreis will weitere Corona-Teststationen einrichten, die Abstriche werden in den Labors untersucht. Quelle: APA
Anzeige
Potsdam-Mittelmark

Das Coronavirus breitet sich im Landkreis Potsdam-Mittelmark weiter aus. Die Fallzahlen steigen, die Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie werden strenger. Die Nachrichtenlage ändert sich nahezu stündlich. Die wichtigsten Informationen für den Landkreis Potsdam-Mittelmark und die Kommunen dort finden Sie hier im Überblick.

Vier Corona-Patienten aus Potsdam-Mittelmark gestorben

Im Landreis Potsdam-Mittelmark sind vier Corona-Tote zu beklagen. Zuletzt erlag ein Mann aus Werder (Havel) der Erkrankung, teilte der Krisenstab des Kreises am Donnerstag mit. Es ist der zweite Tote in der Blütenstadt. Zudem starben in dieser Woche zwei Frauen aus Beelitz und Kloster Lehnin während des Klinikaufenthaltes in Potsdam an den Folgen der Coronavirus-Infektion.

Corona fordert viertes Todesopfer in Potsdam-Mittelmark

171 Corona-Fälle im Landkreis

Die Zahl der bestätigten Corona-Infizierten in Potsdam-Mittelmark hat sich auf 171 (Stand: Freitagabend) erhöht. Das sind 26 Erkrankte mehr als am Vortag. 26 Corona-Patienten (Vortag: 13) aus dem Landkreis müssen stationär in Krankenhäusern behandelt werden. „Erschwerend kommt der Fakt hinzu, dass das Ernst von Bergmann Klinikum in Potsdam wegen etlicher Corona-Fälle geschlossen ist und keine Patienten mehr aufnimmt. Der Rettungsdienst wurde entsprechend informiert, neue Patienten auf die anderen Krankenhäuser im Landkreis oder angrenzende Gebietskörperschaften zu verteilen“, sagte Kreissprecherin Andrea Metzler.

Die meisten Corona-Fälle – 71 – sind im Raum Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow zu verzeichnen. Allein in Kleinmachnow sind es 37 Infizierte. 13 an Covid-19 erkrankte Mittelmärker sind mittlerweile geheilt.

In amtlich angeordneter häuslicher Quarantäne befinden sich 238 Männer, Frauen und Kinder (Vortag: 225). Die Zahl der Verdachtsfälle ist auf 1063 Personen (Vortag: 980) angestiegen.

Getestet wird nach den Indikatoren des Robert-Koch-Instituts, um die Ressourcen des Gesundheitssystems nicht zu überfordern. Das heißt: Wer Kontakt mit einem Erkrankten hatte oder aus einem Risikogebiet zurückgekehrt ist und ein begründeter Corona-Verdacht besteht, wird getestet.

Corona-Teststationen im Landkreis

In der Gemeinde Michendorf gibt es jetzt auch eine Teststelle für Corona-Verdachtsfälle. Und zwar an der Hausarztpraxis Drews, Neu-Langerwisch 28, im Ortsteil Langerwisch. Auch in Kleinmachnow wurde jüngst eine neue Anlaufstelle geschaffen. Die Kleinmachnower Ärztin Christine Marie Opdensteinen hat sie an ihrer Praxis am August-Bebel-Platz 2 eingerichtet. Eine Teststation gibt es zudem in Lehnin, die sich in der Tagesklinik des Evangelischen Diakonissenhauses am Klosterkirchplatz 6 befindet. Zudem wird auch in einem Zelt des Technischen Hilfswerks (THW) in Bad Belzig getestet, das in der Niemegker Straße 38 als Anlaufstelle der Praxis Dr. Schulze-Köhn in Zusammenarbeit mit dem Ernst-von-Bergmann Klinikum Bad Belzig eingerichtet wurde.

Anlaufstelle in Teltow soll am 6. April öffnen

In Teltow sind nun die konkreten Vorbereitungen zur Einrichtung eines neuen „Zentrums für Atemwegserkrankungen“ abgeschlossen, der Start soll am 6. April sein. Die Patienten werden von den niedergelassenen Hausarztpraxen dorthin verwiesen, es ist daher kein Besuch ohne Überweisung möglich. Die Stadt Teltow unterstützt die Einrichtung, teilte Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert mit.

Im März öffnete auch eine Anlaufstelle für Infektpatienten – mit oder ohne Corona-Verdacht – in der Turnhalle des Ernst-Haeckel-Gymnasiums in Werder.

Am Krankenhaus Treuenbrietzen ist für die Corona-Tests jetzt ein größeres Zelt postiert worden. Quelle: Johanniter-Krankenhaus

Potsdam-Mittelmarks erste Teststation für begründete Corona-Verdachtsfälle ist am Johanniter-Krankenhaus in Treuenbrietzen eingerichtet worden. Das Krankenhaus hat ein Corona-Infotelefon geschaltet: 033748/8-1848.

Wertstoffhöfe der APM geschlossen

Wegen der Corona-Epidemie hat die Abfallwirtschaft Potsdam-Mittelmark GmbH (APM) bis auf weiteres ihre Verwaltungen in Niemegk und Potsdam für den Kundenverkehr geschlossen. Die Korrespondenz kann nur auf dem schriftlichen Weg oder per Telefon erfolgen. Zudem sind ab Mittwoch alle APM-Wertstoffhöfe – sie befinden sich in Niemegk, Teltow und Werder – geschlossen. Eine Annahme der Abfälle ist vorerst nicht möglich. Die Entsorgung von Rest- und Bioabfall, von Papier und medizinischen Abfällen erfolgt vorerst wie gewohnt.

Busverkehr läuft noch nach Plan

Die Verkehrsgesellschaft Regiobus fährt trotz Corona-Krise ohne Einschränkungen weiter nach Fahrplan. So hat es der Landkreis Potsdam-Mittelmark am Montag festgelegt. „Diese Maßnahme soll vor allem dazu dienen, dass alle relevanten Ziele, insbesondere die Schulen und Kitas, aber auch Arbeitsstätten vollumfänglich erreichbar bleiben“, sagte Regiobus-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig.

Regiobus hält vorerst am Fahrplan fest

Landkreis und Regiobus gehen davon aus, dass in den nächsten Tagen die Zahl der Fahrgäste zurückgehen wird. Das Angebot werde dennoch nicht reduziert. „Damit werden auch die Verhältnisse in den Bussen durch mehr Platz angesichts der Virusbedrohung eher günstiger“, so Hennig. Er teilte auch mit, die Verkehrsgesellschaft werde auf Anraten der Fachleute des Landkreises daran festhalten, alle Bustüren, sofern es technisch möglich ist, an allen Haltestellen zu öffnen, um für eine bessere Fahrzeugbelüftung zu sorgen. Die Busfahrer sollen zusätzlich mit Handschuhen ausgestattet werden, um das Risiko bei der Bargeld-Kassierung zu reduzieren. Laut Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert sollen in den Bussen zudem die Sitze der Fahrgäste direkt hinter dem Busfahrerbereich frei bleiben.

Nur noch Notbetreuung in Kitas

Seit Mittwoch vergangener Woche sind alle Schulen und Kitas geschlossen. Eine Notbetreuung wird in den Kitas und in den Hortbereichen angeboten. Nutzen können diese Gruppen nur Eltern aus „strukturrelevanten Berufen“, die unverzichtbar sind für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit, der Infrastruktur, des Gesundheitswesens und der Verwaltung.

Corona: Wie Beelitz, Michendorf, Nuthetal und Seddiner See die Kita-Notbetreuung organisieren

Mehr als 200 Kinder für die Notbetreuung angemeldet

Alle Kommunen im Landkreis Potsdam-Mittelmark setzen die Erhebung der Kita-Elternbeiträge für April aus. In dem Monat werden generell keine Beiträge für die Kinderbetreuung in Kitas und Hortbereichen kassiert. Darauf haben sich die Bürgermeister und Amtsdirektoren der kreisangehörigen Städte und Gemeinden mit dem Landkreis verständigt. Die Kommunen haben wegen der Corona-Krise auf eine Notbetreuung in den Kitas und Horten umgestellt. Betreut werden nur noch Kinder von Eltern, die in systemrelevanten Berufen etwa im Gesundheits- oder Energiebereich, bei der Polizei oder Feuerwehr arbeiten.

Der Landkreis untersagt unterdessen nun auch die Betreuung von Kindern in Tagespflegestellen. Tagesmütter oder -väter, die zu Hause oder in angemieteten Räumen Kinder betreuen, dürfen demnach ab dem 26. März keine Kinder mehr aufnehmen. In der entsprechenden Allgemeinverfügung werden Ausnahmen von der Betreuungsuntersagung gestattet. Kinder, deren Eltern in kritischen Infrastrukturbereichen arbeiten, dürfen demnach weiter betreut werden. Grundvoraussetzung für eine Notbetreuung ist: Beide Eltern beziehungsweise das alleinerziehende Elternteil arbeiten in systemrelevanten Berufen und können eine häusliche oder anderweitige private Betreuung ihrer Kinder nicht organisieren.

Kreis untersagt nun auch Kinderbetreuung in Tagespflegestellen

Die Anträge auf Notbetreuung für Kinder in Tagespflegestellen sind an den Landkreis Potsdam-Mittelmark, Fachdienst Finanzhilfen für Familien, schriftlich oder per E-Mail (Finanzhilfen@Potsdam-Mittelmark.de) zu richten. Tagespflegepersonen, die laut der Einschätzung des Robert-Koch-Instituts in Berlin einer Risikogruppe zuzurechnen sind, wird die Betreuung von Kindern in Tagespflegestellen generell untersagt. Die vom Landkreis ausgesprochenen Betreuungsverbote in Tagespflegestellen gelten vom 26. März bis zum 19. April.

Alle Kommunen in Potsdam-Mittelmark kassieren im April keine Kita-Beiträge

Inzwischen mussten eine Vielzahl von Geschäften auf Anordnung schließen. Nur Supermärkte und andere Läden, die zur Versorgung der Menschen dienen, sollen offen bleiben. In Kliniken und Altenheimen gelten Besuchsverbote.

Lesen Sie auch:

Corona: Werderaner Firma will Schutzkleidung liefern – und stößt auf träge Institutionen

So ergeht es den Pferdehöfen in Potsdam-Mittelmark in der Coronakrise

Desinfektionsmittel: Nuthetal und Michendorf setzen auf Selbstversorgung

Kleine Gesten: Wie die Corona-Krise menschliche Qualitäten zum Vorschein bringt

Corona: Potsdam bittet Robert-Koch-Institut um Hilfe

Kreis hat Corona-Hotline eingerichtet

Die Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark hat eine Corona-Hotline eingerichtet. Unter der Rufnummer 033841/9 11 11 beantworten acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Fragen rund um das Virus.

Da sich die Nachrichtenlage ständig ändert, aktualisieren wir diesen Text in regelmäßigen Abständen.

Von MAZ-online

Vor Ostern hat die Brandenburger Polizei keinen Bammel, versichert der Chef der Polizeidirektion West. Die Polizei zeige überall rund um Brandenburg/Havel und Potsdam Gesicht. Karsten Schiewe erklärt, wie das geht.

18:25 Uhr

Es gibt keine Entwarnung: binnen 24 Stunden stiegt die Zahl der Corona-Kranken in Potsdam-Mittelmark um 26. Damit sind insgesamt 171 Menschen infiziert. Immer mehr müssen ins Krankenhaus.

17:23 Uhr

Einigkeit in der Krise: Die Krankenhäuser der Region Westbrandenburg haben ein Netzwerk zur Koordinierung für die Behandlung von Covid-19-Patienten gegründet. Die Partner sehen sich gut gerüstet.

18:06 Uhr