Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Damsdorfer Wasserwerk wird nicht geschlossen
Lokales Potsdam-Mittelmark Damsdorfer Wasserwerk wird nicht geschlossen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:37 30.05.2018
Damsdorf aus der Luft. Quelle: Dirk Fröhlich
Anzeige
Damsdorf

Eine schlechte Nachricht hat die Gemeinde Kloster Lehnin für Damsdorf. Der Ortsbeirat hatte angefragt, ob das Wasserwerk in Damsdorf geschlossen werden könnte. Hintergrund ist die geplante Ausweitung des Wasserschutzgebietes, wovon große Teile von Damsdorf betroffen sind. Das Wasserwerk versorgt rund 2000 Menschen aus Damsdorf und Trechwitz. Das neue Gesetz umfasst strikte Regeln und Umweltauflagen zum Schutz des Grundwassers, die teils hohe Hürden für künftige Bauherren in Damsdorf bedeuten.

Die Kommune indes hält es für unrealistisch, dass das Wasserwerk geschlossen werden könnte. Die Gemeindeverwaltung geht nicht davon aus, dass das Wasserwerk verzichtbar sei, „weil das neue Gesetz dieses Wasserwerk ja gerade sichern soll“, sagte Bürgermeister Uwe Brückner im Gemeinderat am Dienstagabend. „Insofern gehen wir davon aus, dass es langfristig erhalten bleiben soll.“ Das Jubiläum für die 750-Jahrfeier könne aber uneingeschränkt gefeiert werden, so Brückner. Immerhin befindet sich in der geschützten Zone auch das Feuerwehrgerätehaus, die Schule und Teile des Festgeländes.

Anzeige

Von den strengen Umweltauflagen, die auch künftiges Baugeschehen in Damsdorf betreffen, dürfte wohl auch ein Projekt betroffen sein, das die Gemeindevertreter einstimmig befürworteten. Es geht um ein Aufstellungsverfahren für einen Bebauungsplan „Berliner Straße-Nord“ in Damsdorf. Die Fläche südlich des Schulareals ist im Flächennutzungsplan nicht als Bauland ausgewiesen. Dieser soll nun dahingehend geändert werden. Ein Bauträger plant, auf rund 12 000 Quadratmetern 14 Baugrundstücke für Ein- und Mehrfamilienhäuser zu schaffen. „Ich möchte nicht entmutigen, der Ortsbeirat steht voll hinter jedem Projekt, das Damsdorf voran bringt“, sagt Orstvorsteher Kevin Bolz. Er sieht jedoch die Erfolgschancen des Wohnbauprojektes durch die Ausweitung des Wasserschutzgebietes deutlich getrübt.

Das Bauvorhaben liegt in Schutzzone II. In diesem Bereich darf nach der neuen Verordnung nicht einmal gezeltet werden.

Schon im Dezember kritisierte die Gemeinde Kloster Lehnin die Ausweitung des Wasserschutzgebietes. Das Rathaus sieht die Gefahr hoher Nachteile für die Entwicklung Damsdorf als Wohn- und Gewerbestandort. Auch der Ortsbereit Damsdorf läuft dagegen Sturm.

Von Marion von Imhoff