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Potsdam-Mittelmark Das Biber-Management
Lokales Potsdam-Mittelmark Das Biber-Management
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19:52 04.02.2014
Auch hier war der Biber aktiv.
Auch hier war der Biber aktiv. Quelle: Claudia Nack
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Wusterwitz

Der Biber macht Bensdorfer und Wusterwitzer Bauern zu schaffen. Wertvolles Grünland ist durch Vernässung für die Bewirtschaftung passé. Denn der „Bauingenieur“ staut mit seinen Dämmen in Gräben das Wasser, so dass es nicht abfließen kann.

Weil diese Tierart geschützt ist, darf die Dammhöhe nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde (NSB) reduziert werden. Besonders betroffen ist der Wusterwitzer Hauptgraben. Agrarchef Jürgen Engel schätzt, dass im Warchauer Becken ein Viertel der Fläche bei starken Niederschlägen vernässt ist. Nicht anders sieht es bei seinen Bensdorfer Kollegen aus, wo Biber das Grabennetz in Richtung Plaue stauen. Während Herrenhölzers Gutsverwalter Ekhard Wolter im Herbst auf 30 Hektar weder Heu noch Silage einbringen konnte, waren bei der Agrar GmbH laut Bernd König 20 Hektar Grünland und etwa 15 Hektar Mais nicht befahrbar.

„Wir Landwirte sind nicht gegen den Biber, aber für Mithilfe.“ Es gehe um ein ausgewogenes Verhältnis von Naturschutz, land- und forstwirtschaftlicher Nutzung. Der Ruf nach Bibermanagement wird laut. „Sonst wächst uns das Problem eines Tages über den Kopf.“ Engel prophezeit, dass es wie beim Kormoran in den nächsten Jahren auch beim Biber eine Bestandsreduzierung geben müsse. „Und so wird es auch beim Wolf kommen“, spricht er offen aus, was andere denken.

Zur Erhöhung der Biber-Population hätten in den letzten drei Jahren überdurchschnittlich hohe Niederschläge beigetragen. Während es laut Wolter vor zehn Jahren am Alten Kanal einen Damm gegeben habe, schätzt er die Zahl solcher Bauwerke im Amtsbereich inzwischen auf zehn.

Im Herbst 2013 gab es an der Schleuse eine Krisenberatung, weil Anwohner Wasser im Keller hatten. Neben einer Grundwasserabsenkung hat der Wasser- und Bodenverband Rathenow (WBV) am Hauptgraben Dämme abgetragen und zwei auf NSB-Kosten verrohrt, um den Abfluss zu beschleunigen. Mit mäßigem Erfolg. Der Nager baute 100 Meter weiter.

„Wir versuchen Probleme vor Ort zu lösen“, so Günter Kehl vom NSB. Von einer Regulierung per Gesetz hält er nichts. „Biberbestände regulieren sich durch Abwanderung allein.“ WBV-Chef Winfried Rall stärkt Landwirten den Rücken: Es sei an der Zeit, den Status des Bibers zu überdenken und die Finanzierung zu klären. „Es kann nicht sein, dass Mitglieder das über Beiträge bezahlen.“ Der Mehraufwand im Verbandsgebiet mit etwa 50 Biberdämmen sei erheblich.

Von Claudia Nack

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